Brauchtum in BayernBräuche, belegt erzählt
Namenstag · Ganz Bayern

Josefitag

Josefitag am 19. März: warum der Josefstag in Bayern bis 1968 Feiertag war, was am Namenstag von Josef und Sepp Brauch ist und wann Josefi 2027 gefeiert wird.

Kurz gesagt

Der Josefitag, auch Josefstag oder Josefi, ist am 19. März das Fest des heiligen Josef und der Namenstag aller Josefs, Sepps und Josefinen. In Bayern war der Tag von 1621 bis 1968 gesetzlicher Feiertag, heute ist er ein normaler Arbeitstag. Gefeiert wird mit Gottesdiensten, Namenstagsfeiern und mancherorts mit Josefi-Bock aus der Starkbierzeit; 2027 fällt Josefi auf einen Freitag.

Wer in Bayern Josef heißt, hat am 19. März ein Problem: Er wird an diesem Tag öfter angerufen als an seinem Geburtstag. Der Josefitag, je nach Gegend auch Josefstag, Josefi oder Josephi geschrieben, ist einer der bekanntesten Namenstage im Land. Bis 1968 war er sogar gesetzlicher Feiertag, und manche Bayern haben ihm diesen Verlust bis heute nicht verziehen.

Wann ist der Josefitag?

Der Josefitag ist jedes Jahr am 19. März. 2027 fällt er auf einen Freitag. Der Tag liegt damit immer in der Fastenzeit, die mit dem Fischessen am Aschermittwoch beginnt, und 2027 nur zwei Tage vor dem Palmsonntag am 21. März, an dem die Palmbuschen geweiht werden.

Für die ganze Kirche festgesetzt hat das Datum Papst Sixtus IV. im Jahr 1479. Liturgisch ist der 19. März ein Hochfest. Gefeiert wird Josef als Ehemann Marias und Ziehvater Jesu, der nach dem Neuen Testament als Zimmermann in Nazareth lebte.

War der Josefstag in Bayern ein Feiertag?

Ja, und zwar sehr lange. Nach Angaben des Erzbistums München und Freising war der 19. März in Bayern von 1621 bis 1968 gesetzlicher Feiertag. Dann wurde er gestrichen. Das geltende Bayerische Feiertagsgesetz kennt ihn nicht mehr, der Josefitag ist heute ein gewöhnlicher Arbeits- und Schultag. Welche Tage in Bayern arbeitsfrei sind, steht auf der Seite Bayerische Feiertage.

Ganz abgefunden hat man sich damit nicht. 1972 gründete sich die Königlich Bayerische Josefspartei, die den Josefitag wieder zum Feiertag machen will und nach Angaben des Erzbistums über 6.000 Mitglieder hat.

Warum ist der heilige Josef in Bayern so wichtig?

Die Josefsverehrung hat in Bayern einen höfischen Hintergrund. Am 4. Mai 1664 stellte Kurfürst Ferdinand Maria angesichts der Bedrohung durch das Osmanische Reich Bayern und das Haus Wittelsbach unter den Schutz des heiligen Josef. In vielen Heiligenlexika liest man, Josef sei „seit 1663“ Landespatron Bayerns. Ein Beitrag in der Heimatzeitschrift Amperland hält diese Jahreszahl für irrig, die Weiheurkunde stammt von 1664.

Das Jahr 1663 hat trotzdem seine Bedeutung: Damals wurde in der Münchner Karmelitenkirche eine Bruderschaft vom heiligen Vater Joseph gegründet, in Anwesenheit des Hofes. Meist stand ihr der regierende Kurfürst selbst als Präfekt vor. Nach der Säkularisation zog sie in den Bürgersaal um. Auch in der Namensgebung zeigt sich die Verbundenheit: Mehrere Wittelsbacher trugen den Namen Josef, etwa Joseph Clemens, der jüngere Bruder Max Emanuels, oder Kurfürst Max III. Joseph.

Seit dem 17. Jahrhundert gilt Josef außerdem als Patron der Sterbenden. In München war ihm das Josephspital geweiht, dessen Kirche am 23. Mai 1700 eingeweiht wurde. 1870 stellte Papst Pius IX. die gesamte katholische Kirche unter seinen Schutz.

Josefitag in Österreich: der Blick über die Grenze

Wer am 19. März über die Grenze fährt, merkt den Unterschied, zumindest vor den Schulen. In Österreich ist Josef Landespatron der Steiermark, Kärntens, Tirols und Vorarlbergs. In der Steiermark machte ein Erlass Kaiser Ferdinands III. den Josefstag schon Mitte des 17. Jahrhunderts zum Feiertag, endgültig zum Landespatron erklärte ihn Kaiserin Maria Theresia 1771. Ein allgemein arbeitsfreier Tag ist der Josefitag dort heute nicht mehr, in der Steiermark haben aber Schüler und Lehrer am 19. März schulfrei. Bayern hat sich anders entschieden: Hier gibt es seit 1968 weder einen freien Tag noch schulfrei, nur die Erinnerung und den Namenstag.

Der Vergleich zeigt, wie sehr die Josefsverehrung im Südosten des deutschen Sprachraums verwurzelt ist. Bayern und die österreichischen Alpenländer teilen dieselbe barocke Frömmigkeit, in der Josef als Schutzpatron von Herrscherhäusern und Ländern aufstieg.

Josefi im bäuerlichen Jahr

Für die Landwirtschaft war Josefi ein Wendepunkt. Der Tag teilte das bäuerliche Jahr in zwei Hälften: Ab dem 19. März begannen die Frauen, die Hausgärten anzulegen, und die Feldarbeit setzte ein. Zugleich war Josefi ein wichtiger Termin für neue Arbeitsverträge. Welche Rolle andere Stichtage im bäuerlichen Kalender spielten, zeigt die Seite zu Lichtmess.

Ein paar kleine Bräuche haben sich überliefert. Mädchen bekamen am Josefitag Blumensträuße, die bei der Suche nach dem richtigen Ehemann helfen sollten. Frisch verheiratete Paare trugen Josefsringe, die die eheliche Treue schützen sollten. Das waren Glückswünsche in Form von Gegenständen, keine kirchlichen Vorschriften.

Josefi-Bock und Fastentrunk

Weil Josefi immer in die Fastenzeit fällt, spielt auch das Starkbier eine Rolle. Zu Ehren des Heiligen wurde vielerorts ein eigener Josefi-Bock gebraut, und am Abend traf man sich zum Fastentrunk. Das fügt sich in die bayerische Starkbierzeit ein, die zwischen Aschermittwoch und Ostern die Wirtshäuser füllt. Wie die Starkbierzeit in München gefeiert wird, beschreibt die Schwester-Site unter Starkbierzeit in München.

Ein besonders bekannter Josefitag-Termin ist das Kloster Andechs. 2025 lud es nach einer Messe in der Wallfahrtskirche alle Josefs, Sepps und Josefinen gegen Vorlage des Personalausweises zu einer Maß Freibier ins Bräustüberl ein, dazu spielte Blasmusik. Josefi ist dort außerdem der letzte Tag im Frühjahr, an dem das Winterbier ausgeschenkt wird. Das Bräustüberl hatte 1952 sogar ausgerechnet am Josefitag nach dem Krieg wiedereröffnet. Ob und wie die Aktion 2027 stattfindet, gibt das Kloster jeweils kurz vorher bekannt. Ähnliche Angebote für Namensträger gab es in den vergangenen Jahren auch anderswo, etwa an der Wendelstein-Bergbahn.

Namenstag Josef: wer feiert am 19. März?

Am 19. März haben alle Namenstag, deren Name auf Josef zurückgeht. In Bayern sind das vor allem:

  • Josef, Joseph und die bairische Kurzform Sepp
  • Josefa und Josefine
  • Doppelnamen, in denen Josef oder Josefa steckt

Wer heute einem Sepp gratulieren will, liegt mit einem schlichten „Alles Guade zum Namenstag“ richtig.

Der Josefitag ist nicht der einzige Josefstag im Kalender. Seit 1955 gibt es am 1. Mai den von Papst Pius XII. eingeführten Gedenktag Josef der Arbeiter. Der eigentliche Namenstag bleibt aber der 19. März. Weitere Bräuche des Monats sammelt die Seite Bräuche im März.

Häufige Fragen

Ist der Josefstag in Bayern ein Feiertag?

Nein, heute nicht mehr. Der 19. März war in Bayern von 1621 bis 1968 gesetzlicher Feiertag, wurde dann aber gestrichen. Das geltende Bayerische Feiertagsgesetz führt ihn nicht auf, Schulen und Geschäfte haben normal geöffnet.

Wann ist Josefstag 2027?

Der Josefstag ist jedes Jahr am 19. März. 2027 fällt er auf einen Freitag, also mitten in die Fastenzeit, nur zwei Tage vor Palmsonntag am 21. März.

Was ist der Josefstag?

Der Josefstag ist der Gedenktag des heiligen Josef, des Ehemanns Marias und Ziehvaters Jesu, der nach dem Neuen Testament Zimmermann in Nazareth war. Die Kirche feiert ihn als Hochfest. Für alle, die Josef, Josefa oder Josefine heißen, ist der Tag zugleich Namenstag.

Welche Bräuche gibt es am Josefitag in Bayern?

Verbreitet sind Namenstagsfeiern für die Sepps und Josefinen, ein Festgottesdienst und mancherorts ein Fastentrunk mit Josefi-Bock. Im Kloster Andechs bekamen Namensträger 2025 gegen Ausweis eine Maß Freibier. Früher galt Josefi zudem als Tag, an dem die Gartenarbeit begann.

Wann hat der Josef Namenstag?

Der katholische Namenstag von Josef ist der 19. März. Daneben gibt es seit 1955 den Gedenktag Josef der Arbeiter am 1. Mai, der Hauptnamenstag bleibt aber der 19. März.

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