Fragen und Antworten zu bayerischem Brauchtum
Gesammelt sind hier alle Fragen, die auf den Brauchseiten von brauchtum-in-bayern.de beantwortet werden, von der Herkunft der Rauhnächte bis zur Frage, warum an Mariä Himmelfahrt Kräuter geweiht werden. Jede Antwort ist kurz und selbsttragend und führt zur ausführlichen Seite mit Quellen.
Was ist eigentlich ein Lostag? Darf man in den Raunächten Wäsche waschen? Wann wurde der erste Trachtenverein gegründet? Die meisten Fragen zum Brauchtum sind kurz, die Antworten sind es selten. Hier stehen alle Fragen, die auf den einzelnen Brauchseiten beantwortet werden, an einem Ort.
Die Antworten sind knapp gehalten und stützen sich auf die Quellen der jeweiligen Seite. Wer tiefer einsteigen will, folgt dem Link zur Brauchseite, etwa zu den Rauhnächten, zum Maibaum oder zu den Feiertagen in Bayern. Fragen, die hier noch fehlen, nehmen wir gern auf, mehr dazu unter Über uns.
Wie sind die Fragen geordnet?
Die Fragen stehen gebündelt unter dem Brauch, zu dem sie gehören, und die Bräuche folgen dem Alphabet, von Allerheiligen bis zum Wolfauslassen. Viele stammen aus dem, was Menschen tatsächlich in Suchmaschinen eingeben, und sind sprachlich nur geglättet. Wer eine bestimmte Jahreszeit sucht, kommt über den Brauchtumskalender oft schneller ans Ziel.
Allerheiligen und Allerseelen in Bayern
Ist Allerheiligen in Bayern ein Feiertag?
Ja. Allerheiligen am 1. November ist nach dem Bayerischen Feiertagsgesetz im ganzen Staatsgebiet gesetzlicher Feiertag. Zusätzlich gehört er zu den stillen Tagen, an denen öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur erlaubt sind, wenn sie den ernsten Charakter des Tages wahren. Allerseelen am 2. November ist dagegen kein gesetzlicher Feiertag.
Gilt an Allerheiligen in Bayern ein Tanzverbot?
Allerheiligen ist in Bayern ein stiller Tag, geschützt von 2 Uhr früh bis Mitternacht. In dieser Zeit sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur zulässig, wenn der ernste Charakter des Tages gewahrt bleibt, was laute Tanzpartys praktisch ausschließt. Sportveranstaltungen wie Fußballspiele sind an Allerheiligen dagegen erlaubt.
Haben Geschäfte an Allerheiligen in Bayern geöffnet?
Nein, als gesetzlicher Feiertag gilt Allerheiligen für den Handel wie ein Sonntag, Verkaufsstellen bleiben geschlossen. 2026 fällt Allerheiligen ohnehin auf einen Sonntag.
Was ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen?
Allerheiligen am 1. November ist das Fest aller Heiligen, auch der vielen, die nie offiziell heiliggesprochen wurden. Allerseelen am 2. November ist der Gedenktag für alle Verstorbenen. Weil Allerheiligen in Bayern Feiertag ist, finden Friedhofsbesuch und Gräbersegnung meist schon am 1. November statt.
Was ist ein Allerheiligenstriezel?
Der Allerheiligenstriezel ist ein geflochtener Hefezopf, oft mit Hagelzucker bestreut, den Paten zu Allerheiligen ihren Patenkindern schenken. Regional heißt er auch Seelenzopf, Allerseelenzopf, Seelenwecken oder Strietzel. Verbreitet ist der Brauch von Österreich bis Bayern.
Wann ist Allerheiligen 2026?
Allerheiligen ist immer am 1. November, 2026 fällt es auf einen Sonntag. Allerseelen folgt am Montag, 2. November 2026. 2027 ist Allerheiligen ein Montag.
Almabtrieb in Bayern
Wann ist Almabtrieb in Bayern?
In den bayerischen Alpen kommt das Vieh meist zwischen Mitte September und Mitte Oktober ins Tal, im Berchtesgadener Land rund um Michaeli am 29. September. Feste Termine gibt es nur dort, wo ein Fest daran hängt, etwa in Krün; viele Almbauern entscheiden kurzfristig nach Wetter und Futter.
Wann ist Almabtrieb 2027?
Für 2027 hat die Alpenwelt Karwendel den Krüner Almabtrieb mit Dorffest und Bauernmarkt für Samstag, 18. September 2027, angekündigt. Im Berchtesgadener Land und am Königssee werden keine Termine im Voraus veröffentlicht, weil sie vom Verlauf des Almsommers abhängen.
Warum werden die Kühe beim Almabtrieb geschmückt?
Der Schmuck ist ein Zeichen des Danks und der Freude: Aufgekranzt wird nur, wenn den Menschen und Tieren auf der Alm über den Sommer nichts Schlimmes passiert ist. Gab es Unfälle oder Krankheit, kommt die Herde ohne Schmuck ins Tal.
Was ist der Unterschied zwischen Almabtrieb und Viehscheid?
Viehscheid ist der Allgäuer Name für den Almabtrieb. Im Mittelpunkt steht dort der Scheidplatz, an dem das Vieh vieler Bauern, das gemeinsam auf einer Alpe war, wieder getrennt und den Besitzern übergeben wird.
Was ist ein Almauftrieb?
Der Almauftrieb ist das Gegenstück im Frühsommer: Das Vieh wird auf die Hochweiden getrieben, wo es über den Sommer bleibt.
Aperschnalzen
Wann ist das Rupertigau-Preisschnalzen 2027?
Das Rupertigau-Preisschnalzen 2027 findet am Samstag, 30. Januar, und Sonntag, 31. Januar 2027 in Loig bei Wals im Salzburger Land statt. Veranstalter ist die Schnalzergruppe Loig, Beginn ist samstags um 11 Uhr und sonntags um 10 Uhr. 2026 war Kirchanschöring auf bayerischer Seite Gastgeber.
Was bedeutet Aperschnalzen?
*Aper* heißt im Alpenraum schneefrei, das Schnalzen soll der verbreitetsten Deutung nach den Winter vertreiben und den Boden aper machen. Andere sehen darin einen Fruchtbarkeitsbrauch, der die Saat unter dem Schnee wecken soll. Beide Deutungen sind volkstümlich, sicher belegt ist keine; auch die Idee eines Verständigungssignals in der Pestzeit ist nicht belegt.
Wie viele Schnalzer gehören zu einer Passe?
Eine Passe besteht immer aus einer ungeraden Zahl, meist aus neun Schnalzern. In der allgemeinen Klasse sind beim Preisschnalzen nur Passen mit sieben, neun oder elf Schnalzern zugelassen, in der Jugend mindestens sieben. Jeder schnalzt in zwei Durchgängen neun- oder elfmal.
Wie wird beim Preisschnalzen bewertet?
Sieben Preisrichter bewerten nach einem Punktesystem den gleichmäßigen Takt und die Lautstärke, ohne die Passe zu sehen. Hilfsmittel aller Art und Taktzeichen mit Armen oder Beinen sind verboten und führen zur Disqualifikation.
Barbarazweig
Wann schneidet man Barbarazweige?
Am Barbaratag, dem 4. Dezember, 2026 ein Freitag. Kirschzweige brauchen an einem hellen, nicht zu warmen Ort etwa drei Wochen bis zur Blüte und erreichen so den Heiligen Abend.
Welche Zweige eignen sich als Barbarazweige?
Traditionell Kirsche, oft auch Apfel. Daneben eignen sich Pfirsich, Pflaume, Johannisbeere, Schlehe, Kornelkirsche, Zaubernuss und Forsythie.
Was bedeutet es, wenn der Barbarazweig blüht?
Nach altem Glauben verheißt die Blüte Glück und ein gutes Jahr. In Schwaben deutete ein blühender Kirschzweig auf ein gutes Fruchtjahr und einem jungen Mädchen auf eine baldige Hochzeit.
Was tun, wenn der Barbarazweig nicht blüht?
Häufig fehlt der Kältereiz: Hat es vor dem Schneiden noch keinen Frost gegeben, hilft eine Nacht im Gefrierfach. Außerdem sollten die Zweige nicht neben der Heizung stehen und das Wasser alle zwei bis drei Tage gewechselt werden.
Wer war die heilige Barbara?
Eine frühchristliche Märtyrerin, die der Legende nach von ihrem Vater in einen Turm gesperrt und nach ihrer Taufe enthauptet wurde. Historisch ist sie kaum greifbar; sie zählt zu den Vierzehn Nothelfern und ist Patronin der Bergleute.
Bauernregeln und Lostage
Was ist ein Lostag?
Ein Lostag ist ein Tag im Bauernjahr, dessen Wetter nach altem Glauben das Wetter der folgenden Wochen anzeigt. Im Wort steckt Los im Sinn von Schicksal. Die Lostage richten sich nach dem Heiligenkalender, etwa Lichtmess am 2. Februar, Medardus am 8. Juni oder Siebenschläfer am 27. Juni.
Welche Bauernregeln stimmen?
Am besten schneiden Regeln ab, die eine typische Wetterlage über einen Zeitraum beschreiben, sogenannte Singularitäten. Die Siebenschläferregel trifft nach dem Deutschen Wetterdienst in etwa zwei von drei Jahren zu, wenn man den Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli betrachtet. Das Weihnachtstauwetter kommt in mehr als zwei Dritteln der Jahre, die Eisheiligen dagegen nur in etwa einem Drittel.
Was sind Schwendtage?
Schwendtage galten im Volksglauben als Unglückstage, an denen man nichts Wichtiges beginnen sollte. Anders als Lostage sagen sie kein Wetter voraus. Das Bayerische Wörterbuch belegt etwa für den Samerberg im Landkreis Rosenheim, dass der Judastag am 1. April als Schwendtag galt.
Woher kommen die Bauernregeln?
Sie entstanden aus wiederholten Beobachtungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Wetterweisheiten kennen schon Aristoteles, der römische Dichter Ovid und das Lukasevangelium. Großen Einfluss hatte die 1508 gedruckte Bauernpraktik eines anonymen ostschwäbischen Verfassers, die Wetterbeobachtung mit Volksglauben verband.
Was ist ein Bauernkalender?
Ein Kalender, der zu den Tagen des Jahres Lostage, Heiligenfeste und Bauernregeln verzeichnet, oft ergänzt um Mondphasen und Hinweise für Garten und Feld. Er steht in der Tradition der Bauernpraktik von 1508 und der späteren Volkskalender. Der Hundertjährige Kalender aus Oberfranken ist ein Sonderfall mit astrologischer Grundlage.
Warum passen viele Bauernregeln nicht mehr zum Datum?
Weil die gregorianische Kalenderreform von 1582 zehn Tage übersprang. Die meisten Sprüche wurden nicht angepasst und beziehen sich deshalb auf ein Datum, das heute gut eine Woche zu früh liegt. Der Siebenschläfer am 27. Juni entspricht nach altem Kalender etwa dem 7. Juli.
Bayerische Tracht
Woher kommt die bayerische Tracht?
Die bayerische Tracht geht auf ländliche Arbeits- und Festtagskleidung zurück, die sich ebenso wandelte wie die städtische Mode. Ihre heutige Gestalt ist aber jünger, als viele meinen: Sie wurde im späten 19. Jahrhundert von den Trachtenvereinen bewahrt, rekonstruiert und vereinheitlicht. Die Miesbacher Tracht etwa bildete sich erst um 1900 heraus.
Was gehört zur bayerischen Tracht für Männer?
Zur Gebirgstracht der Männer gehören die kurze Lederhose mit Hosenträgern, ein Leinenhemd, Weste und Joppe, Wollstrümpfe, feste Schuhe und ein Hut mit Schmuck wie Gamsbart, Adlerflaum oder Federn. Welche Farben, Stickereien und Hutformen gelten, legt der jeweilige Trachtenverein fest. Zur sogenannten Halbtracht gehört statt der Lederhose eine gestreifte Stoffhose.
Was gehört zur bayerischen Tracht für Frauen?
Die Grundform ist das Dirndl mit Mieder oder langärmeligem Leiblgwand, Rock, weißer Bluse und Schürze, dazu Strümpfe, schwarze Lederschuhe, je nach Region ein Trachtenhut und an Festtagen Schmuck wie das Geschnür am Mieder. In der Miesbacher Tracht tragen vor allem verheiratete Frauen zu hohen kirchlichen Festen das Miedergwand mit dem schwarzen Schnurhut.
Was bedeutet die Schleife am Dirndl?
Verbreitet ist die Regel, rechts gebunden heiße vergeben und links ledig. Historisch belegt ist dieser Code nicht: Der Trachtenverein Miesbach nennt ihn eine erfundene Tradition, für die Volkskundlerin Gesine Tostmann ist es Geschmackssache, ob die Schleife vorn oder hinten sitzt. Bei der echten Tracht entscheidet ohnehin der Verein, nicht die Beziehungslage.
Was ist der Unterschied zwischen Tracht und Landhausmode?
Tracht ist an eine Region gebunden und folgt festen, über Jahrzehnte gleichen Regeln für Schnitt, Farbe und Zubehör. Trachtenmode übernimmt Elemente davon, wechselt aber mit der Saison. Landhausmode greift nur noch in Ansätzen auf Trachten zurück und hat eine eigene Formensprache, das Wiesn-Dirndl aus dem Kaufhaus gehört in diese Kategorie.
Gibt es einen Unterschied zwischen bayerischer und schwäbischer Tracht?
Ja, denn eine einheitliche bayerische Tracht gibt es nicht. Die bekannte Gebirgstracht mit Lederhose stammt aus Oberbayern, Franken und Oberpfalz haben eigene historische und erneuerte Trachten, und in Bayerisch-Schwaben pflegen eigene Gauverbände die Trachten ihres Gebiets. Wer genau wissen will, was wohin gehört, fragt die Trachtenberatung des jeweiligen Bezirks.
Bayerische Volksmusik
Was ist Volksmusik?
Als Volksmusik bezeichnet man Musik, die in einer Region überliefert und von Laien gespielt, gesungen und getanzt wird, oft ohne festen Komponisten. Davon zu unterscheiden ist die volkstümliche Musik aus Fernsehen und Schlagerbranche, die sich an Volksmusik anlehnt, aber für den Markt produziert wird. Die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik fasst den Begriff bewusst weit und bezieht auch populäre Gebrauchsmusik ein.
Was ist ein Zwiefacher?
Der Zwiefache ist ein bayerischer Volkstanz, bei dem Dreher im Zweiertakt und Walzer im Dreiertakt einander abwechseln. Wer ihn tanzen will, muss die Melodie kennen, denn die Taktfolge wechselt von Stück zu Stück. Seit 2016 steht der Zwiefache im Landes- und Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes.
Was ist ein Gstanzl?
Ein Gstanzl ist ein kurzes Spottlied aus vier gereimten Zeilen, meist im Dreivierteltakt und in Mundart. Gute Sänger dichten es aus dem Stegreif und antworten aufeinander, bei Hochzeiten nimmt der Hochzeitslader damit die Gäste aufs Korn. Andernorts heißt es Schnaderhüpfl.
Welche bayerischen Lieder kennt jeder?
Zu den bekanntesten zählt die Bayernhymne von 1860, Text von Michael Öchsner, Melodie von Konrad Max Kunz. Weltweit bekannt ist auch „In München steht ein Hofbräuhaus“, das allerdings 1935 der Berliner Wilhelm Gabriel komponiert hat. Daneben gibt es viele Volkslieder, die Sammler wie der Kiem Pauli ab den 1920er Jahren aufgeschrieben haben.
Was ist eine Stubenmusik?
Eine Stubenmusik, bairisch Stubnmusi, ist eine kleine, leise Besetzung für kleine Räume, ursprünglich nur mit Saiteninstrumenten: Zither, Gitarre, Harfe, Hackbrett und gezupfter Kontrabass. Als ihr Erfinder gilt der Salzburger Tobi Reiser mit seinem 1953 gegründeten Quintett, in Bayern musizierte Wastl Fanderl schon um 1930 ähnlich.
Bayerischer Volkstanz
Wie heißt der bayerische Volkstanz?
Einen einzigen bayerischen Volkstanz gibt es nicht. Zu den bekanntesten gehören der Landler im Dreivierteltakt, der Zwiefache mit Taktwechsel, Dreher, Polka und Boarischer. Außerhalb Bayerns wird oft der Schuhplattler für den bayerischen Tanz schlechthin gehalten, er ist aber eine Vorführform und kein Gesellschaftstanz.
Was ist ein Boarischer?
Der Boarische, regional auch Rheinländer genannt, ist ein Paartanz im geraden Takt. Im Grundschritt folgen auf vier Wechselschritte, bei denen sich die Partner auseinander und wieder zueinander bewegen, vier schwungvolle Dreherschritte ohne Hüpfer. Er gehört zum Grundbestand jedes bayerischen Tanzabends.
Was ist der Unterschied zwischen Landler und Walzer?
Beide stehen im Dreivierteltakt. Der Landler wird mit einem flachen, ruhigen Gehschritt mit gleich langen Schritten getanzt, oft mit Armfiguren, während der Walzer ein schnellerer Drehtanz ist. Die Forschung nimmt an, dass sich der Walzer aus dem Landler entwickelt hat, um 1805 waren beide eigenständige Gattungen.
Wo kann man bayerischen Volkstanz lernen?
Volkstanzkurse bieten Volkshochschulen, Trachtenvereine, Volkstanzkreise und die Volksmusikstellen des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege an, meist ohne Vorkenntnisse und ohne festen Partner. Für Schulen und Gruppen stellt der Landesverein nach und nach kostenlose Unterrichtsmaterialien zu 25 bayerischen Volks- und Rundtänzen bereit. Am schnellsten lernt man aber bei offenen Tanzabenden mit Tanzleitung.
Ist der Zwiefache schwer zu tanzen?
Die Schritte selbst sind einfach: Walzerschritt und Dreherschritt. Schwierig ist, dass die Musik zwischen Dreier- und Zweiertakt wechselt, oft unregelmäßig, und jeder Zwiefache seine eigene Folge hat. Viele Stücke haben deshalb kurze Liedtexte, die beim Merken helfen.
Blasiussegen
Wann gibt es den Blasiussegen?
Am 3. Februar, dem Gedenktag des heiligen Blasius, 2027 ist das ein Mittwoch. Weil der Tag direkt auf Mariä Lichtmess folgt, spenden manche Pfarreien den Segen schon am 2. Februar oder am Sonntag danach. Die Termine stehen in der Gottesdienstordnung der Pfarrei.
Warum werden beim Blasiussegen Kerzen gekreuzt?
Eine eindeutige Erklärung für die Kreuzform ist nicht überliefert. Die Kerzen selbst verweisen auf die Legende, nach der eine Witwe dem gefangenen Blasius Nahrung und eine Kerze brachte und er sie bat, jedes Jahr in seinem Gedenken eine Kerze zu opfern. Gesegnet werden die Kerzen vor dem Segen, oft zusammen mit der Kerzenweihe an Lichtmess.
Wie lautet der Text des Blasiussegens?
Eine verbreitete Formel lautet: Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen. Das Benediktionale der deutschsprachigen Bistümer kennt daneben weitere Fassungen, die allgemeiner um Gesundheit und Heil oder um den Schutz des Lebens bitten.
Wer war der heilige Blasius?
Ein Arzt, der Bischof von Sebaste im römischen Armenien wurde, dem heutigen Sivas in der Türkei. Er starb in einer Christenverfolgung als Märtyrer, nach dem Ökumenischen Heiligenlexikon um 316, nach anderen Angaben schon um 300. Seit dem 14. Jahrhundert zählt er zu den 14 Nothelfern und wird bei Halsleiden angerufen.
Wie erklärt man Kindern den Blasiussegen?
Am einfachsten über die Legende: Ein Junge hatte eine Fischgräte verschluckt und drohte zu ersticken, Bischof Blasius betete für ihn, und das Kind wurde gerettet. Der Segen ist ein Gebet, in dem man Gott bittet, auf die Gesundheit aufzupassen. Er ersetzt aber nicht den Besuch beim Arzt.
Böllerschießen und Böllerschützen in Bayern
Wie wird man Böllerschütze?
Nach den Hinweisen des Bayerischen Sportschützenbunds braucht man in der Regel ein Mindestalter von 21 Jahren, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Kreisverwaltungsbehörde und einen Lehrgang bei einem anerkannten Träger, der mit einer Prüfung vor dem Gewerbeaufsichtsamt endet. Danach beantragt man die Erlaubnis nach Paragraf 27 Sprengstoffgesetz. Sie wird grundsätzlich nur für das Schießen im Namen oder Auftrag eines Vereins erteilt.
Muss man Böllerschießen anmelden?
Ja. Jedes Böllerschießen ist nach den Hinweisen des Sportschützenbunds mindestens 48 Stunden vorher bei der zuständigen Polizeidienststelle anzuzeigen, die Gemeinde ist vorher zu verständigen. Sie kann bei Zeit und Ort mitreden, etwa während eines Gottesdienstes oder neben einem Krankenhaus. Bei größeren Veranstaltungen empfiehlt sich die schriftliche Meldung.
Was ist der Unterschied zwischen Handböller und Standböller?
Der Handböller ist ein kurzes Gerät mit großem Kaliber, das der Schütze in der Hand hält. Der Standböller steht am Boden, ist deutlich größer und wird aus Abstand ausgelöst. Dazwischen liegt der Schaftböller, auch Prangerstutzen genannt, der wie ein Gewehr an der Schulter abgefeuert wird.
Wann schießen die Weihnachtsschützen in Berchtesgaden?
Vom 17. Dezember an schießen die Berchtesgadener Weihnachtsschützen täglich um 15 Uhr das Christkind an. Am Heiligen Abend krachen die Böller von 23.30 Uhr bis Mitternacht vor der Christmette, an Silvester verabschieden sie das alte Jahr und begrüßen das neue.
Wann ist das Böllerschießen auf dem Oktoberfest?
Am letzten Wiesntag um 12 Uhr stellen sich rund 60 Böllerschützen in Tracht auf den Stufen unter der Bavaria auf und schießen das Fest ab. Schon zum Auftakt gibt es nach dem Anstich einen kleineren Salut mit zwölf Schuss.
Brautentführung
Wie läuft eine Brautentführung ab?
Wenn der Bräutigam abgelenkt ist, bringen Trauzeugen oder Freunde die Braut in ein nahes Wirtshaus und bestellen dort Runden, ohne zu zahlen. Der Bräutigam sucht sie, oft mit einem Teil der Gesellschaft. Wenn er sie gefunden hat, begleicht er die Zeche, löst die Braut aus und alle kehren zur Feier zurück.
Was muss der Bräutigam bei der Brautentführung tun?
Der Bräutigam muss die Braut finden, die offene Rechnung übernehmen und sie auslösen. Dafür verlangen die Entführer oft kleine Aufgaben, etwa Spiele, Versprechen für die Ehe oder das Knien auf einem Holzscheit. Wie hart die Bedingungen ausfallen, liegt bei den Entführern, und Maß halten gehört zum guten Ton.
Was ist der Unterschied zwischen Brautentführung, Brautstehlen und Brautverziehen?
Es gibt keinen, die drei Wörter bezeichnen denselben Brauch. Welches man hört, hängt von der Gegend ab, Brautentführung ist die allgemeine Bezeichnung. Mit dem Brautraub, also einer Entführung gegen den Willen der Braut, hat der Hochzeitsbrauch nichts zu tun.
Woher kommt der Brauch der Brautentführung?
Verlässliche Angaben zu Herkunft und Alter gibt es nicht. Verbreitet sind mehrere Deutungen: als Mahnung an den Bräutigam, auf seine Frau aufzupassen, als Wettstreit zwischen Ledigen und Verheirateten oder als Erinnerung an ein angebliches Herrenrecht der ersten Nacht. Keine davon ist belegt, und das Herrenrecht, auf das sich die letzte beruft, ist selbst nur eine angebliche Überlieferung.
Gibt es Alternativen zur Brautentführung?
Ja, viele Paare verzichten heute darauf oder lassen sie bewusst ersetzen. Hochzeitslader bieten etwa einen gemeinsamen Volkstanz an, andere Entführer reservieren Tische, klären die Rechnung vorab oder bauen eine Schnitzeljagd mit Hinweisen. Wichtig ist, dass das Brautpaar vorher sagt, ob es den Brauch überhaupt will.
Charivari
Was bedeutet das Wort Charivari?
Charivari ist ein französisches Wort für Lärm, Radau oder Katzenmusik und kam in der napoleonischen Zeit in den deutschen Sprachraum. Es geht auf das altfranzösische chalivali zurück, das im 14. Jahrhundert Lärm mit Töpfen und Pfannen bezeichnete. Warum ausgerechnet eine Schmuckkette so heißt, ist nicht sicher geklärt, naheliegend ist das Klimpern der vielen Anhänger.
Wie trägt man ein Charivari an der Lederhose?
Beim Mann sitzt das Charivari vorn über dem Hosentürl, also dem Latz der Lederhose. Die klassische Herrenkette ist etwa 33 Zentimeter lang. Ursprünglich hing die Kette am Knopfloch der Weste, daher sieht man sie bei manchen Trägern auch dort.
Wie trägt man ein Charivari am Dirndl?
Frauen tragen eine feinere Kette mit kleinen Anhängern, etwa gegossenen Fuchsköpfen, Rehgeweihen oder Münzen. Sie wird am Dirndlmieder oder am Bund der Schürze befestigt. Im Alltag kombinieren manche Frauen sie inzwischen auch mit Bluse, Jeans und Janker.
Was ist ein Charivari wert?
Das hängt fast ganz von den Anhängern ab: Silbergehalt der Kette, Alter der Münzen, Edelsteine und vor allem seltene Jagdtrophäen. Alte, über Generationen gewachsene Stücke können nach Angaben in der Literatur mehr als 10.000 Euro wert sein. Ein neues Charivari aus dem Trachtengeschäft kostet einen Bruchteil davon, hat aber eben noch keine Geschichte.
Was sind Grandln am Charivari?
Grandln, auch Grandeln, sind die Eckzähne des Rothirschs, die nur einige Hirscharten im Oberkiefer tragen. Jäger brechen sie als Trophäe aus, als Schmuck sind solche Zähne schon seit der Altsteinzeit bekannt. Am Charivari zählen sie zu den klassischen jagdlichen Anhängern.
Christbaumloben
Was ist Christbaumloben?
Christbaumloben ist ein Besuchsbrauch der Weihnachtszeit: Man geht bei Bekannten vorbei, begutachtet den Christbaum und lobt ihn so überschwänglich wie möglich. Als Dank schenkt der Gastgeber einen Schnaps ein. Kritik am Baum ist dabei nicht vorgesehen, gelobt wird jeder.
Wann geht man zum Christbaumloben?
Üblich sind die Tage nach Heiligabend, vor allem die Zeit zwischen den Jahren bis Silvester. Mancherorts, etwa im Tiroler Außerfern, ziehen die Lober schon am ersten Weihnachtsfeiertag los. Angemeldet wird man traditionell nicht, wer kommt, der kommt.
Woher kommt der Brauch Christbaumloben?
Eine genaue Ersterwähnung ist nicht bekannt. Nach einer Darstellung des Goethe-Instituts wird der Brauch seit dem späten 19. Jahrhundert gepflegt, also seit der Zeit, in der der Christbaum auch in katholischen Bauernstuben üblich wurde. Erklärt wird er mit dem Winter als der einzigen Jahreszeit, in der auf dem Land Zeit für Besuche blieb.
Welche Sprüche passen zum Christbaumloben?
Feste Formeln gibt es nicht, gefragt ist Einfallsreichtum. Gelobt wird alles: der gerade Wuchs, das satte Grün, die Spitze, der Schmuck, sogar ein schiefer Stamm lässt sich als besonders charaktervoll preisen. Je ernster das Lob vorgetragen wird, desto besser kommt es an.
Warum gibt es beim Christbaumloben Schnaps?
Der Schnaps ist der Lohn für das Lob, so gehört es zum Brauch. Dazu werden oft Plätzchen oder Weihnachtsgebäck gereicht. Weil an einem Abend mehrere Bäume an der Reihe sein können, regeln Gruppen das Heimkommen am besten vorher, etwa zu Fuß oder mit einem nüchternen Fahrer.
Eisheilige
Wann sind die Eisheiligen 2027?
Die Eisheiligen fallen jedes Jahr auf den 11. bis 15. Mai. 2027 beginnen sie mit Mamertus am Dienstag, 11. Mai, und enden mit der Kalten Sophie am Samstag, 15. Mai 2027. Christi Himmelfahrt liegt 2027 schon am 6. Mai, Pfingsten am 16. Mai, direkt nach den Eisheiligen.
Wie heißen die Eisheiligen?
Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (15. Mai), die als Kalte Sophie bekannt ist. Zusammen nennt man sie auch Gestrenge Herren; als Eismänner gelten meist nur Pankratius, Servatius und Bonifatius.
Wie viele Eisheilige gibt es?
Je nach Gegend drei, vier oder fünf. Die drei Kernheiligen sind Pankratius, Servatius und Bonifatius. Im Norden zählt Mamertus dazu, im Süden, also auch in Bayern, gehört die Kalte Sophie am 15. Mai fest dazu.
Wann sind die Eisheiligen vorbei?
Nach dem Kalender am Abend des 15. Mai mit der Kalten Sophie. Weil sich die Regel auf den julianischen Kalender bezieht, verweisen Meteorologen darauf, dass sie eigentlich gut eine Woche später gelten müsste. Eine Garantie gegen Frost ist auch danach nicht gegeben.
Was kommt nach der Kalten Sophie?
Im Gartenjahr der Zeitpunkt, an dem Tomaten, Gurken, Paprika und Balkonblumen traditionell ins Freie dürfen. Im Wetterkalender folgt im Juni die Schafskälte als nächster bekannter Kälterückfall, danach der Siebenschläfer am 27. Juni.
Englmarisuchen in Sankt Englmar
Wann ist das Englmarisuchen?
Das Englmarisuchen findet jedes Jahr am Pfingstmontag statt. Der Festzug begann 2026 nach dem bei einem Veranstaltungsportal veröffentlichten Programm um 9 Uhr am Kirchplatz, die Figur wurde gegen 9.45 Uhr am Kapellenberg gefunden. Pfingstmontag ist 2027 der 17. Mai, das genaue Programm veröffentlicht die Gemeinde Sankt Englmar.
Wer war der selige Engelmar?
Engelmar stammte aus einer Bauernfamilie und wurde in Passau in einer Einsiedlerkolonie zum Eremiten ausgebildet. Er zog sich auf die Höhe des Bayerwaldes zurück und wurde dort der Legende nach von einem neidischen Gefährten erschlagen, als Todesjahr gilt 1100. Ein reisender Priester fand den Leichnam an Pfingsten unter Schnee und Reisig.
Was passiert beim Englmarisuchen?
Ein Festzug in historischer Kleidung mit Reitern zieht zum Kapellenberg. Ein Jäger sucht dort die überlebensgroße Holzfigur des Seligen unter Reisig und birgt sie, ein Geistlicher betet, es folgt eine Feldmesse. Danach bringt eine Bittprozession die Figur auf einem Ochsenwagen in die Pfarrkirche.
Seit wann gibt es das Englmarisuchen?
Wann der Brauch entstand, ist nicht bekannt, vermutet wird die Barockzeit. Der erste Nachweis eines Englmari-Wagens stammt von 1850, die erste literarische Erwähnung von 1861. Bis 1906 gehörte das Spiel zur Fronleichnamsprozession, seither findet es am Pfingstmontag statt.
Erlanger Bergkirchweih
Wann ist die Bergkirchweih 2027?
Die 272. Erlanger Bergkirchweih findet laut Stadt Erlangen vom 13. bis 24. Mai 2027 statt. Sie beginnt traditionell am Donnerstag vor Pfingsten und dauert zwölf Tage. 2026 lief sie vom 21. Mai bis 1. Juni.
Wie lange geht die Bergkirchweih jeden Tag?
Die Keller öffnen nach Angaben eines Veranstaltungsportals für 2026 werktags um 10 Uhr und am Wochenende um 9.30 Uhr, Ausschankschluss ist täglich um 23 Uhr. Unbegleitete Jugendliche unter 16 Jahren müssen laut Stadt um 22 Uhr das Gelände verlassen. Die genauen Zeiten für 2027 gibt die Stadt Erlangen vor dem Fest bekannt.
Wo ist der Anstich der Bergkirchweih?
Der Oberbürgermeister sticht am Eröffnungsdonnerstag das erste Fass an, nach Angaben der Stadt seit Jahren vor dem Henninger Keller. 2026 war das nach Angaben eines Veranstaltungsportals um 17 Uhr. Ab dann wird auf allen Kellern ausgeschenkt.
Welche Lieder sind auf der Bergkirchweih verboten?
Ein formelles Verbot gibt es nicht. Die Gleichstellungsstelle der Stadt veröffentlichte 2026 eine Liste von zwölf Liedern, darunter Layla, das Donaulied und Skandal im Sperrbezirk, die Wirte und Schausteller nach Möglichkeit nicht spielen sollen. Gedacht ist sie als Orientierung, Anlass waren Berichte über sexuelle Belästigung im Jahr davor.
Was kostet die Maß auf der Bergkirchweih?
2026 kostete die Maß nach Angaben eines Veranstaltungsportals auf den meisten Kellern 14 Euro, im Goldmann Keller 12 Euro. Die Preise für 2027 legen die Wirte jedes Jahr neu fest.
Erntedankfest in Bayern
Wann ist Erntedank in Bayern?
Erntedank fällt in Bayern in der Regel auf den ersten Sonntag im Oktober. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat diesen Termin 1972 empfohlen, die evangelische Kirche feiert am ersten Sonntag nach Michaelis, was fast immer derselbe Tag ist. 2027 ist das der 3. Oktober.
Warum feiern wir Erntedank?
Erntedank ist ein Dankfest für die Früchte des Jahres. Es erinnert daran, dass Nahrung nicht selbstverständlich ist und von Arbeit, Wetter und, im christlichen Verständnis, von Gottes Segen abhängt. Viele Gemeinden verbinden den Gottesdienst deshalb mit einer Sammlung für Bedürftige.
Was bedeutet die Erntekrone?
Die Erntekrone ist ein Gebinde aus Getreideähren, meist aus vier Bögen, die oben zusammenlaufen, geschmückt mit Bändern und Blumen. Sie wurde früher mit dem letzten Erntewagen eingebracht. Heute steht sie in Kirchen und auf Dorfplätzen oder wird bei Erntedankumzügen mitgeführt.
Wie wird Erntedank gefeiert?
Im Mittelpunkt steht der Erntedankgottesdienst vor einem mit Feldfrüchten, Brot und Obst geschmückten Altar. Die Gaben gehen danach oft an Tafeln oder soziale Einrichtungen. In manchen Orten gibt es zusätzlich Umzüge, Pfarrfeste oder die Segnung einer Erntekrone.
Ist Erntedank ein Feiertag?
Nein, Erntedank ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Weil das Fest auf einen Sonntag gelegt ist, braucht es auch keinen eigenen freien Tag. In der Zeit des Nationalsozialismus war der Erntedanktag dagegen ab 1934 gesetzlicher Feiertag.
Ist Erntedank das deutsche Thanksgiving?
Beide Feste danken für die Ernte, haben aber eine unterschiedliche Geschichte. Thanksgiving ist in den USA ein staatlicher Feiertag im November, das deutsche Erntedankfest ist ein kirchliches Fest im Frühherbst ohne gesetzlichen Feiertagsstatus.
Fasching in Bayern
Wann ist Fasching 2027 in Bayern?
Der Unsinnige Donnerstag fällt 2027 auf den 4. Februar, der Faschingssonntag auf den 7. Februar, der Rosenmontag auf den 8. Februar und der Faschingsdienstag auf den 9. Februar. Am Aschermittwoch, dem 10. Februar 2027, ist der Fasching vorbei. Alle Daten hängen am Ostertermin, der 2027 auf den 28. März fällt.
Sind Rosenmontag und Faschingsdienstag in Bayern Feiertage?
Nein. Das Bayerische Feiertagsgesetz kennt weder Rosenmontag noch Faschingsdienstag als gesetzlichen Feiertag. Viele Betriebe und Behörden schließen am Faschingsdienstag früher, das ist aber freiwillig oder eine Regelung des Arbeitgebers. Der Aschermittwoch ist in Bayern kein Feiertag, wohl aber ein stiller Tag.
Wann sind die Faschingsferien in Bayern 2027?
Die bayerischen Schulen haben 2027 vom 8. bis 12. Februar frei, also in der Woche von Rosenmontag bis Freitag nach Aschermittwoch. Offiziell heißen sie Frühjahrs- oder Winterferien, im Alltag sagt jeder Faschingsferien.
Was sagt man in Bayern zu Fasching?
In Altbayern sagt man Fasching, in Franken eher Fastnacht oder Fasenacht, in Schwaben und im Allgäu Fasnet oder Fasnacht. Karneval ist das Wort des Rheinlands und in Bayern kaum gebräuchlich.
Was ist der Unsinnige Donnerstag?
So heißt in Bayern der Donnerstag vor dem Faschingssonntag, im Rheinland als Weiberfastnacht bekannt. Er eröffnet die letzten tollen Tage, in Schulen ist er traditionell ein Tag für Streiche. In Bayerisch-Schwaben heißt er auch Gumpiger oder Glumpader Donnerstag.
Faschingskrapfen
Was ist der Unterschied zwischen Krapfen und Berliner?
Sachlich keiner: Krapfen, Berliner, Pfannkuchen und Kreppel bezeichnen dasselbe runde Hefegebäck, in Fett ausgebacken und meist mit Marmelade gefüllt. Unterschiedlich ist nur das Wort, je nach Region. In Bayern und Österreich sagt man Krapfen, im Westen und Südwesten Deutschlands Berliner.
Wie heißen Krapfen in Berlin?
In Berlin und im Osten Deutschlands heißt der Krapfen Pfannkuchen. Das Wort Berliner ist, wie Pfannkuchen, eine Kurzform von Berliner Pfannkuchen und vor allem im Westen gebräuchlich. Wer in Berlin einen Pfannkuchen bestellt, bekommt also einen Krapfen.
Wer hat den Krapfen erfunden?
Einen Erfinder gibt es nicht. Gebäck dieser Art ist seit dem Mittelalter belegt, ein in Fett gebackenes Teigbällchen beschrieb schon der Römer Cato. Die Geschichte von der Wiener Bäckerin Cäcilie Krapf ist eine Legende.
Wann gibt es Krapfen?
In Bayern gehören Faschingskrapfen in die Faschingszeit, also in die Wochen zwischen Dreikönig und Faschingsdienstag. 2027 endet diese Saison am 9. Februar, am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Der Name Faschingskrapfen sagt es schon: Das Gebäck ist an den Fasching gebunden.
Wo sagt man Krapfen?
Krapfen oder Faschingskrapfen sagt man in Bayern, in Österreich und in Südtirol. In Hessen heißt die lautliche Variante Kräppel oder Kreppel, in Baden-Württemberg sagen manche Fastnachtsküchle. Je nach Zählung gibt es bis zu zehn Wörter für dasselbe Gebäck.
Fastnacht in Franken
Wann kommt Fastnacht in Franken 2027?
Einen offiziellen Sendetermin für 2027 hat der Bayerische Rundfunk noch nicht veröffentlicht. Üblich ist ein Freitagabend kurz vor dem Faschingswochenende, 2026 lief die Sitzung am 6. Februar ab 19 Uhr live. Da der Faschingssonntag 2027 auf den 7. Februar fällt, liegt die Sendung voraussichtlich Ende Januar oder Anfang Februar; der Termin wird hier ergänzt, sobald der BR ihn nennt.
Wo findet Fastnacht in Franken statt?
Die Sitzung findet in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim im Landkreis Würzburg statt. Nur die allererste Ausgabe 1987 kam aus Lichtenfels in Oberfranken, seitdem ist Veitshöchheim der feste Ort.
Wo läuft Fastnacht in Franken im Fernsehen?
Die Sendung läuft live im BR Fernsehen, dem Dritten Programm des Bayerischen Rundfunks, und anschließend in der Mediathek. Sie gilt laut BR als erfolgreichste Sendung eines Dritten Programms; 2023 sahen bundesweit 3,8 Millionen Menschen zu.
Wie bekommt man Karten für Fastnacht in Franken?
Karten sind knapp, für die Sitzung gibt es nur knapp 600. Nach Angaben aus dem Jubiläumsbuch zur Sendung von 2012 gingen gut 300 Karten in den freien Verkauf, bei etwa 10.000 Interessenten. Die übrigen Plätze vergeben Verband und Sender an Vereine und Gäste.
Was ist der Fastnacht-Verband Franken?
Der Fastnacht-Verband Franken wurde 1953 gegründet und gehört zum Bund Deutscher Karneval. Ihm sind über 300 Vereine angeschlossen. Er betreibt in Kitzingen die Deutsche Fastnachtakademie, gleich neben dem Deutschen Fastnachtmuseum.
Fensterln und Kammerfensterln
Was bedeutet fensterln?
Fensterln bedeutet, dass ein junger Mann nachts zum Fenster seiner Angebeteten steigt, meist mit einer Leiter, um mit ihr zu sprechen und um sie zu werben. Das Wort kann auch umschreibend für eine heimliche Liebesbeziehung unverheirateter Leute stehen. In Altbayern und Österreich sagt man dazu auch Kammerfensterln.
Was heißt fensterln gehen?
Fensterln gehen heißt, sich nachts zum Fenster einer jungen Frau aufzumachen, um sie zu besuchen. Dazu gehörten früher eingeübte Sprüche, auf die die Umworbene mit festen Gegenreden antwortete. Ob der Besucher eingelassen wurde, entschied sie, und meist blieb es beim Gespräch am Fenster.
Ist Fensterln in Bayern heute noch üblich?
Kaum. Junge Leute können sich heute offen treffen und wohnen oft nicht mehr bei den Eltern, damit fehlt der Anlass. Fensterln taucht vor allem noch als Gaudi, im Volkstheater und in Liedern auf. Wer heute uneingeladen in fremde Fenster steigt, riskiert außerdem eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.
Was war der Streit um das Fensterln in Passau?
2015 wurde an der Universität Passau ein Fensterl-Wettbewerb im Rahmen eines Sportfests abgesagt, weil Frauen von der Teilnahme ausgeschlossen sein sollten. Die Absage löste bundesweit eine heftige Debatte aus. Volkskundlich interessant war vor allem die Kritik, dass dabei ein Brauch als unveränderlich dargestellt wurde.
Fingerhakeln
Was ist Fingerhakeln?
Fingerhakeln ist ein Zweikampf am Tisch: Beide Gegner haken je einen Finger in einen etwa zehn Zentimeter langen Lederriemen und ziehen auf ein Signal hin. Wer den anderen über die Mittellinie zu sich zieht, gewinnt. Ein Kampf dauert oft nur wenige Sekunden und entscheidet sich über Kraft, Technik und Schmerzaushalten.
Mit welchem Finger macht man Fingerhakeln?
Erlaubt ist jeder Finger außer dem Daumen, bevorzugt wird aber mit dem Mittelfinger gehakelt. Der Hakler legt den Finger durch den Lederriemen, der Gegner hakt am anderen Ende ein. Bei Meisterschaften startet jeder Hakler nur in einer Klasse.
Welche Regeln gelten beim Fingerhakeln?
Gekämpft wird an einem genormten Tisch von 109 Zentimeter Länge, beide Hakler sitzen auf Hockern und dürfen während des Kampfes nicht aufstehen. Hinter jedem sitzt ein Auffänger, ein Kampfgericht aus Schiedsrichter, Ansager, Schreiber und Beisitzer wacht über den Ablauf. Bei Meisterschaften gilt ein erweitertes K.-o.-System, ausgeschieden ist man erst nach der zweiten Niederlage.
Ist Fingerhakeln gefährlich?
Verletzungen gehören dazu: Abschürfungen am Finger sind normal, auch ausgekugelte Finger kommen vor. Deshalb sind Tischkanten gepolstert, und die Auffänger sorgen dafür, dass ein Hakler nach dem Ruck nicht vom Hocker stürzt. Für Kinder gibt es eigene, längere und dünnere Riemen.
Ist Fingerhakeln bayerisches Armdrücken?
Nein, auch wenn beide am Tisch stattfinden. Beim Armdrücken wird der Arm des Gegners auf die Tischplatte gedrückt, beim Fingerhakeln zieht man ihn über den Tisch. Gemeinsam ist beiden nur der Kraftvergleich im Sitzen, Regeln und Verband sind völlig verschieden.
Fischessen am Aschermittwoch
Darf man am Aschermittwoch Fleisch essen?
Nach katholischem Kirchenrecht ist der Aschermittwoch ein Fast- und Abstinenztag: Wer das 14. Lebensjahr vollendet hat, verzichtet auf Fleisch. Fasten im engeren Sinn, also nur eine sättigende Mahlzeit am Tag, gilt für Erwachsene vom vollendeten 18. bis zum vollendeten 60. Lebensjahr. Staatlich verboten ist Fleisch natürlich nicht, es handelt sich um eine religiöse Regel.
Warum isst man am Aschermittwoch Fisch?
Das kirchliche Abstinenzgebot verbietet Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte fallen nicht darunter. Hering war früher billig, gut haltbar und überall zu bekommen, deshalb wurde er zur klassischen Fastenspeise. Dass gerade Fisch gegessen werden muss, schreibt die Kirche aber nicht vor; die Regel ist eigentlich vegetarisch gemeint.
Welcher Fisch kommt am Aschermittwoch auf den Tisch?
Klassisch ist der Hering, sauer eingelegt, als Rollmops oder in Sahne mit Apfel und Zwiebel, dazu Pellkartoffeln. In Bayern steht außerdem gern Steckerlfisch auf der Karte. Welcher Fisch es wird, ist Geschmack und Regionalgewohnheit.
Warum isst man freitags Fisch?
Der Freitag erinnert an den Karfreitag, den Todestag Jesu. Katholiken sollen an jedem Freitag des Jahres ein Bußopfer bringen, traditionell den Verzicht auf Fleisch. So wurde der Freitag zum Fischtag, auch in Kantinen, die mit Kirche wenig zu tun haben.
Ist der Aschermittwoch in Bayern ein Feiertag?
Nein, der Aschermittwoch ist kein gesetzlicher Feiertag. Das Bayerische Feiertagsgesetz führt ihn aber als stillen Tag: Von 2 Uhr bis 24 Uhr sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur erlaubt, wenn sie den ernsten Charakter des Tages wahren.
Freinacht
Was ist in der Freinacht erlaubt?
Die Freinacht ist kein rechtsfreier Raum, auch in dieser Nacht gelten alle Gesetze. Alles, was etwas beschädigt oder andere gefährdet, ist dagegen strafbar, etwa Rasierschaum auf dem Autolack, ausgehängte Gartentüren, umgeworfene Mülltonnen oder entfernte Gullydeckel.
Warum heißt es Freinacht?
Der Name meint eine Nacht, in der sich die Dorfjugend mehr herausnehmen durfte als sonst. Der Begriff stammt aus Oberbayern und bezeichnete ursprünglich Nächte vor bestimmten Feiertagen. Erst später verengte er sich in Bayern auf die Nacht zum 1. Mai.
Gibt es neben dem 30. April noch andere Freinächte?
Früher ja. Für den Landkreis Fürstenfeldbruck sind als Freinächte auch die Nacht auf den 1. April, die Nacht vom Karsamstag auf Ostersonntag, die Nacht auf Georgi am 23. April und die Nacht vor Pfingstsonntag überliefert. Heute ist in Bayern fast nur noch die Nacht zum 1. Mai gemeint.
Was hat die Freinacht mit dem Maibaum zu tun?
Viel. Zu den bekanntesten Freinachtsbräuchen gehört es, den Maibaum des Nachbardorfs zu stehlen oder den eigenen zu bewachen. Außerdem tragen Burschen herumliegende Gegenstände aus offenen Höfen zum Maibaum, wo die Besitzer sie am Morgen suchen müssen.
Ist die Freinacht dasselbe wie die Walpurgisnacht?
Es ist dieselbe Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, und selbst das bayerische Justizministerium verwendet beide Namen nebeneinander. Unter dem Wort Freinacht stehen in Bayern aber Schabernack und Maibaum im Vordergrund. Regional heißt die Nacht auch Hexennacht oder Lausbubennacht.
Fronleichnam in Bayern
Ist Fronleichnam in Bayern ein Feiertag?
Ja. Fronleichnam steht in Art. 1 des Bayerischen Feiertagsgesetzes unter den Feiertagen, die im ganzen Freistaat gelten, anders als Mariä Himmelfahrt, das nur in überwiegend katholischen Gemeinden frei ist. Arbeitsfrei ist der Tag also auch in evangelisch geprägten Gegenden Frankens.
Wann ist Fronleichnam 2027?
Fronleichnam 2027 fällt auf Donnerstag, den 27. Mai 2027. Das Fest liegt immer 60 Tage nach Ostersonntag; 2027 ist Ostern am 28. März. Viele nutzen den Freitag danach als Brückentag.
Was feiert man an Fronleichnam?
Die katholische Kirche feiert die bleibende Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie, also im geweihten Brot. Der Name kommt vom mittelhochdeutschen vrône lîcham, des Herrn Leib. Die Schreibung Frohnleichnam mit h ist deshalb falsch.
Haben an Fronleichnam in Bayern die Geschäfte offen?
Grundsätzlich nein. Nach dem Ladenschlussgesetz müssen Verkaufsstellen an Feiertagen für Kunden geschlossen bleiben, und Fronleichnam ist in ganz Bayern gesetzlicher Feiertag. Sonderregeln gelten nur für bestimmte Verkaufsstellen.
Ist Fronleichnam ein stiller Feiertag in Bayern?
Nein. Stille Tage sind in Bayern nach Art. 3 des Feiertagsgesetzes unter anderem Karfreitag, Allerheiligen, Volkstrauertag und Buß- und Bettag. Fronleichnam gehört nicht dazu, Tanz- und Musikveranstaltungen sind deshalb nicht wie an stillen Tagen eingeschränkt.
Funkenfeuer
Wann ist Funkenfeuer?
Funkenfeuer brennen am Funkensonntag, dem ersten Sonntag nach Aschermittwoch, der auch erster Fastensonntag heißt. Weil Aschermittwoch 2027 auf den 10. Februar fällt, ist der Funkensonntag 2027 am 14. Februar. Einige Allgäuer Gemeinden feiern bereits am Samstag, 13. Februar 2027. Die genauen Uhrzeiten geben die Gemeinden und Funkenzünfte kurz vorher bekannt.
Was ist ein Funkenfeuer?
Ein Funkenfeuer ist ein großes Brauchfeuer am Ende der Fasnacht. Die Dorfjugend sammelt Holz und ausgediente Christbäume und schichtet daraus einen Turm oder eine Pyramide auf, den Funken. Bei Einbruch der Dunkelheit wird er angezündet, oft begleitet von Musik, Glühwein und Gebäck.
Warum wird beim Funkenfeuer eine Hexe verbrannt?
Die Funkenhexe ist eine Strohpuppe an der Spitze des Funkens, im Allgäu teils mit Schießpulver gefüllt, damit sie beim Abbrennen knallt. Volkskundler datieren die Figur ins 19. Jahrhundert und erklären sie aus der Fasnacht, nicht aus der Hexenverfolgung der frühen Neuzeit. Weil die Assoziation dennoch naheliegt, verzichten inzwischen manche Funkenzünfte auf die Puppe.
Welche Bedeutung hat das Funkenfeuer?
Verbreitet ist die Deutung als Winteraustreibung aus vorchristlicher Zeit, wissenschaftlich belegt ist sie nicht. Fachleute sehen den Brauch eher als Abschluss der Fasnacht zum alten Fastenbeginn, der sogenannten Alten Fasnacht. Praktisch diente das Feuer auch dazu, Abfallholz und alte Christbäume loszuwerden.
Was sind Funkenküchle?
Funkenküchle sind ein schwäbisch-alemannisches Schmalzgebäck, das traditionell beim Entzünden des Funkens gereicht wird, meist zusammen mit Glühwein. Im Allgäu kennt man sie auch als Ausgezogene. Name und Rezept unterscheiden sich von Ort zu Ort.
Further Drachenstich
Wann ist der Drachenstich in Furth im Wald 2027?
Laut Drachenstich-Festspiele e.V. dauern die Festspiele 2027 von Samstag, 31. Juli, bis Sonntag, 15. August. Premiere ist am 31. Juli, weitere Aufführungen am 1., 4. bis 8. und 11. bis 15. August, jeweils um 20 Uhr. Der historische Festzug ist am Sonntag, 8. August 2027.
Wie lange dauert der Drachenstich?
Eine Aufführung dauert nach Angaben des Veranstalters etwa 135 Minuten ohne Pause. Gespielt wird unter freiem Himmel bei jedem Wetter, die Tribünen sind nicht überdacht und Schirme nicht erlaubt. Der Festzug dauert rund 90 Minuten.
Wie heißt der Drache von Furth im Wald?
Der heutige Drache heißt Tradinno und ist seit 2010 im Einsatz. Er ist 15,5 Meter lang, 4,5 Meter hoch, wiegt elf Tonnen und ist als größter vierbeiniger Schreitroboter der Welt im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.
Wann gibt es Tickets für den Drachenstich 2027?
Der Vorverkauf soll laut Veranstalter voraussichtlich Ende November 2026 beginnen, Datum und Preise werden noch bekanntgegeben. Kinder von 4 bis 14 Jahren erhalten einen Nachlass von 6 Euro, Gruppen bekommen jede 16. Karte kostenlos.
Seit wann gibt es den Further Drachenstich?
Der erste Beleg stammt aus dem Further Ratsbuch von 1590, damals als Teil der Fronleichnamsprozession. Nach wiederholten Eingriffen der Kirche wurde der Drachenstich 1879 zum eigenständigen Festspiel.
Gebirgsschützen
Wer ist der Patron der Gebirgsschützen?
Patronin der Bayerischen Gebirgsschützen ist die Gottesmutter Maria als Patrona Bavariae, die Schutzfrau Bayerns. Ihr Bild ziert die Fahnen der meisten Kompanien. Ihr zu Ehren feiern die Gebirgsschützen jedes Jahr den Patronatstag, ihr höchstes Fest.
Wann ist der Patronatstag der Gebirgsschützen?
Der Patronatstag fällt auf den Sonntag, der dem kirchlichen Fest Patrona Bavariae am 1. Mai am nächsten liegt, meist also auf den ersten Sonntag im Mai. Der Ort wechselt jedes Jahr zwischen den Kompanien. Das genaue Datum veröffentlicht der Bund der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien in seinem Terminkalender.
Wo ist der Patronatstag 2026 und 2027?
Der Patronatstag 2026 fand am Sonntag, 3. Mai 2026, in Traunstein statt. Für 2027 nennt der Bund Beuerberg als Austragungsort. Ein bestätigtes Datum für 2027 lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.
Wie viele Gebirgsschützenkompanien gibt es in Bayern?
Nach Angaben des Bundes gehören ihm 48 Kompanien in sechs oberbayerischen Landkreisen an, zusammen rund 12.000 Mitglieder. Gegliedert ist der Bund in fünf Gaue beziehungsweise Bataillone. Das größte ist das Bataillon Inn-Chiemgau mit 17 Kompanien.
Was ist das Bundesschießen der Gebirgsschützen?
Das Bundesschießen ist der jährliche Schießwettbewerb des Bundes, 2026 wurde es zum 63. Mal ausgetragen. Es findet im Herbst an drei Tagen auf mehreren Schießständen statt, 2026 in Kreuth, Bad Tölz und Partenkirchen. Die Ergebnisse veröffentlicht der Bund für das Gesamtfeld und für jede Kompanie.
Sind Gebirgsschützen und Böllerschützen dasselbe?
Nein. Gebirgsschützen sind historische Kompanien mit eigener Tracht, Fahne und Salutschützen, die mit Gewehren schießen. Böllerschützen feuern Böller ohne Geschoss ab, sind meist in Schützenvereinen organisiert und brauchen dafür eine Erlaubnis nach dem Sprengstoffgesetz.
Georgiritt
Wann ist der Georgiritt in Traunstein 2027?
Der Traunsteiner Georgiritt findet jedes Jahr am Ostermontag statt, 2027 ist das der 29. März. Den genauen Ablauf und die Uhrzeiten für 2027 veröffentlicht der St. Georgs-Verein Traunstein im Frühjahr, ein offizieller Termin lag zum Stand dieser Seite noch nicht vor.
Wie läuft der Georgiritt in Traunstein ab?
Die Reiterprozession mit rund 500 Pferden zieht von der Stadt zum Ettendorfer Kircherl auf einem Hügel im Nordosten Traunsteins. Dort werden Pferde und Reiter gesegnet. Nach der Rückkehr wird auf dem Stadtplatz der historische Schwerttanz aufgeführt.
Was ist der Schwertertanz in Traunstein?
Ein historischer Schwerttanz, der in Traunstein erstmals 1530 belegt ist. Er geriet in Vergessenheit, wurde in den 1920er Jahren neu choreographiert und wird seit 1926 zusammen mit dem Georgiritt auf dem Stadtplatz aufgeführt.
Wo gibt es Georgiritte in Bayern?
Neben Traunstein unter anderem in Tittmoning, Tüßling, Lauterbach bei Heldenstein, Stein an der Traun, Ruhpolding und Mittenwald in Oberbayern, auf dem Auerberg bei Bernbeuren, in Unterbechingen in Schwaben sowie in Effeltrich und Kammerstein in Franken. Die Termine folgen jeweils einer festen örtlichen Regel.
Wer war der heilige Georg?
Georg soll um das Jahr 303 als Märtyrer gestorben sein. Seine Verehrung kam aus der Ostkirche nach Westeuropa, in Bayern wurde er vor allem durch die Legende vom Drachentöter bekannt und als einer der Nothelfer angerufen. Sein Gedenktag ist der 23. April.
Was ist der Unterschied zwischen Georgiritt und Leonhardiritt?
Beides sind Pferdewallfahrten mit Segnung. Der Georgiritt gehört ins Frühjahr und ehrt den heiligen Georg, der Leonhardiritt oder die Leonhardifahrt findet im November um den Leonhardstag statt und ehrt den heiligen Leonhard. Im Chiemgau rahmen beide das Brauchjahr regelrecht ein.
Goaßlschnalzen
Wie lernt man Goaßlschnalzen?
Am besten in einer Schnalzergruppe eines Trachtenvereins, wo Erfahrene Technik und Takt vermitteln. Die Grundbewegung ist eine liegende Acht, die man mit der Schnur in die Luft zeichnet, ohne den eigenen Körper zu treffen. Das gelingt Anfängern selten auf Anhieb, deshalb empfiehlt sich Geduld und Abstand zu Zuschauern.
Wie entsteht der Knall beim Goaßlschnalzen?
Der Knall entsteht in der Luft, nicht durch einen Schlag auf den Boden. Bei der schnellen Richtungsänderung beschleunigt das Schnurende, der Schmitz, so stark, dass es die Schallgeschwindigkeit übersteigt. Messungen von 1998 ergaben laut einem Bericht rund 2.000 Kilometer pro Stunde.
Wo kann man eine Goaßl kaufen?
Gute Goaßln werden traditionell von Hand gefertigt: ein Stecken aus Fichtenholz und eine gedrehte Hanfschnur, die ein Seiler herstellt. Seiler mit diesem Handwerk gibt es nur noch wenige, genannt werden etwa Werkstätten in Garmisch-Partenkirchen und Traunstein. Viele Schnalzer lassen sich über ihren Verein beraten oder fertigen den Stecken selbst.
Was ist der Unterschied zwischen Goaßlschnalzen und Aperschnalzen?
Aperschnalzen ist ein Winterbrauch im Rupertiwinkel, bei dem Gruppen von neun Schnalzern zwischen dem 26. Dezember und dem Faschingsdienstag mit sehr langen Goaßln schnalzen. Goaßlschnalzen ist dagegen nicht an eine Jahreszeit gebunden und wird oft als Vorführung im Takt zur Musik gezeigt.
Seit wann gibt es die Bayerische Meisterschaft im Goaßlschnalzen?
Die erste Bayerische Meisterschaft fand 1989 statt, hervorgegangen aus dem Miesbacher Vergleichsschnalzen, das es seit 1972 gab. Gewertet wird nach den Miesbacher Richtlinien von 1989, die 2002 geändert wurden. Es gibt Einzel-, Doppel- und Gruppenwettbewerbe.
Haberfeldtreiben
Was ist ein Haberfeldtreiber?
Ein Haberfeldtreiber, kurz Haberer, war ein Teilnehmer an einem Haberfeldtreiben. Die Haberer kamen meist aus Bauern-, Handwerker- und Arbeiterkreisen, trafen sich nachts vermummt oder mit geschwärzten Gesichtern und schworen Verschwiegenheit. Angeführt wurden sie vom Haberfeldmeister, der die Rügeverse vortrug.
Was bedeutet Haberfeldtreiben?
Inhaltlich bedeutet Haberfeldtreiben, jemanden nachts öffentlich an den Pranger zu stellen, mit Lärm und Spottversen. Woher das Wort kommt, ist ungeklärt. Die Forschung kennt rund zwanzig Deutungen, eine verweist auf die alte Wendung, jemanden auf die Haberwaid zu schlagen, also eine Geliebte sitzen zu lassen.
Was geschah beim Haberfeldtreiben in Miesbach 1893?
In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1893 zogen bis zu 200 Haberer nach Miesbach. Gendarmen rückten unter Führung des Bezirksamtmanns gegen sie vor und schossen nach einer Warnung scharf, das Treiben wurde abgebrochen. Es war das letzte große Haberfeldtreiben, die anschließenden Verhaftungen und Prozesse brachen dem Brauch das Genick.
Woher kommt das Lied Der Haberfeldtreiber?
Das Lied war in Bayern zunächst durch den Volkssänger Hanse Schoierer bekannt. Die Oberpfälzer Band Troglauer brachte 2010 eine Neuaufnahme heraus, die 2010 und 2011 zum Wiesn-Hit wurde. Mit dem historischen Brauch hat das Lied vor allem den Namen gemeinsam.
Gibt es heute noch Haberfeldtreiben?
Als Rügebrauch nicht. Versuche einer Wiederbelebung gab es bis 1922, sie scheiterten. Der Name lebt aber weiter: 2008 und 2009 nannten Milchbauern ihre Protestaktionen in Niederbayern und vor der Staatskanzlei in München Haberfeldtreiben, und in Miesbach wird der Brauch bei Festen als historisches Schauspiel nachgestellt.
Heilige Drei Könige
Ist der 6. Januar in Bayern ein Feiertag?
Ja. Das Bayerische Feiertagsgesetz zählt Heilige Drei Könige (Epiphanias) zu den gesetzlichen Feiertagen, die im ganzen Land gelten. Geschäfte bleiben geschlossen, es gilt der Schutz der Sonn- und Feiertage. 2027 fällt der 6. Januar auf einen Mittwoch.
In welchen Bundesländern ist der 6. Januar ein Feiertag?
In drei Bundesländern: Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. In allen anderen Ländern, also auch in Nordrhein-Westfalen und Hessen, ist der Dreikönigstag ein normaler Arbeitstag. In Österreich ist der 6. Januar ebenfalls gesetzlicher Feiertag.
Wie heißen die Heiligen Drei Könige?
Nach der Überlieferung Caspar, Melchior und Balthasar. In der Bibel stehen diese Namen nicht, sie setzten sich erst in späteren Jahrhunderten durch. Gedeutet werden sie gern so: Caspar als Schatzmeister, Melchior als Gottesschutz, Balthasar als Lichtkönig.
Was brachten die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind?
Gold, Weihrauch und Myrrhe, so steht es im Matthäusevangelium. Gold gilt als Metall der Könige, Weihrauch als Zeichen der Verehrung, Myrrhe galt als Arznei. Dass es drei Besucher waren, schloss man später aus der Zahl der Gaben.
Was ist Dreikönigswasser?
Weihwasser, das am 6. Januar im Gottesdienst gesegnet wird, zusammen mit Kreide und Weihrauch. Die Gläubigen nehmen es gegen eine Spende mit nach Hause, wo es für den Haussegen gebraucht wird. Es erinnert an die Taufe Jesu, die zu den Festinhalten von Epiphanias gehört.
Warum feiert man Heilige Drei Könige am 6. Januar?
Der 6. Januar ist ein sehr altes Datum für das Fest der Erscheinung des Herrn. In der Ostkirche entstand es spätestens im 2. Jahrhundert, im Westen wurde es nach gängiger Annahme erst ab dem 4. Jahrhundert gefeiert, nachdem dort Weihnachten am 25. Dezember eingeführt war. Im Westen trat dabei der Besuch der Sterndeuter in den Vordergrund.
Heiliges Grab
Was ist ein Heiliges Grab?
Eine Kulisse in der Kirche, die das Grab Christi darstellt. In der Mitte liegt eine Figur des toten Christus in einer Grabnische, ringsum steht gemalte oder gebaute Architektur wie auf einer Theaterbühne. Darüber befindet sich oft ein Schrein für die Monstranz, beleuchtet wird das Ganze mit bunten Glaskugeln und Lampen.
Wann wird das Heilige Grab aufgebaut?
In der Karwoche. Zu sehen ist die Grabesruhe vor allem am Karfreitag und Karsamstag bis zur Osternacht, 2027 am 26. und 27. März. Manche Pfarreien bauen schon am Gründonnerstag auf, andere zeigen in der Fastenzeit zunächst eine Ölbergszene und legen den Leichnam erst am Karfreitag ins Grab.
Was bedeuten die Glaskugeln am Heiligen Grab?
Die Kugeln sind mit gefärbtem Wasser gefüllt und werden von hinten mit Kerzen oder Lampen beleuchtet, so entsteht das typische farbige Dämmerlicht. Sie stammen von den Schusterkugeln ab, mit denen Handwerker früher das Kerzenlicht verstärkten. In Aschau stehen fünf rote Kugeln vor dem Grab für die fünf Wunden Christi.
Wann ist das Heilige Grab in Höglwörth zu sehen?
Das Grab in der Klosterkirche Höglwörth bei Anger wird nur alle drei Jahre in der Karwoche aufgebaut und ist dann am Karfreitag und Karsamstag zu sehen. Ob es im kommenden Jahr wieder steht, erfährt man vorab bei der Pfarrei Anger oder bei der Berchtesgadener Tourist-Information.
Was hat das Heilige Grab mit Jerusalem zu tun?
Vorbild aller Heiligen Gräber ist das Grab Christi in der Jerusalemer Grabeskirche. Im Lauf der Jahrhunderte entstanden überall Nachbildungen, in Bayern vor allem als Kulissen für die Karwoche. Das Grab in Höglwörth zeigt sogar die Grabeskirche selbst.
Hochzeitsbräuche in Bayern
Welche Hochzeitsbräuche gibt es in Bayern?
Bekannt sind der Hochzeitslader mit seinem bebänderten Stab, das Baumstammsägen vor der Kirche, das Spalierstehen der Vereine, die Brautentführung und der Ehrentanz. Vor dem Haus stellen Freunde oft einen Hochzeitsbaum auf. In Franken kamen der Brautwagen mit der Aussteuer und der Polterabend hinzu, in der Oberpfalz und im Bayerischen Wald das Schenken mit Gstanzln.
Was bedeutet der Hochzeitsbaum?
Der Hochzeitsbaum ist ein geschmückter Stamm, den Freunde dem Paar vor der Hochzeit heimlich vors Haus stellen. Babykleidung, Storch und Wiege stehen für den erwarteten Nachwuchs, ein Schild nennt Namen, Datum und oft eine Frist von einem Jahr. Er ist vor allem in Oberbayern verbreitet und wird auch Kindsbaum genannt.
Warum sägt das Brautpaar einen Baumstamm durch?
Das Baumstammsägen gilt als Probe der Zusammenarbeit: Das Paar muss mit einer zweihändigen Zugsäge allein einen Stamm auf zwei Sägeböcken durchtrennen, und einer gibt den Takt vor. Es findet meist direkt vor der Kirche statt. Eine gesicherte Herkunft hat der Brauch nicht, er ist heute in ganz Deutschland verbreitet.
Was macht ein Hochzeitslader?
Der Hochzeitslader lud früher jeden Gast persönlich mit einem Ladspruch ein und schrieb Ort, Zeit und Mahlgeld an die Haustür. Heute führt er durch den Hochzeitstag, organisiert Kirchenzug, Ehrentanz und Geschenkübergabe und nimmt die Gäste mit gereimten Versen auf den Arm. Sein Erkennungszeichen ist der Stab mit farbigen Bändern.
Welche Hochzeitsbräuche gibt es in Franken?
In Unterfranken brachte der Brautwagen, auch Brautfuhre genannt, die Aussteuer der Braut ins neue Haus, wobei die Dorfjugend den Weg mit Seilen sperrte und Geld forderte. Zum Polterabend stellen etwa in Eltmann die Fichtlessteller junge Fichten an den Eingang des Festlokals. Im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes steht zudem der Evangelische Hochzeitszug aus der ehemaligen Grafschaft Wertheim.
Welche Hochzeitsbräuche sind vergessen?
Fast verschwunden sind der Kammerwagen oder Brautwagen mit der Aussteuer und der Hochzeitslader als Heiratsvermittler, selten geworden ist das Mahlgeld, mit dem die Gäste ihr Hochzeitsessen selbst bezahlten. Auch die Kreideschrift an der Haustür, mit der der Lader die Einladung festhielt, kennt man heute kaum noch.
Hundertjähriger Kalender
Wer hat den Hundertjährigen Kalender geschrieben?
Mauritius Knauer, geboren 1613 in Weismain, gestorben 1664 in Langheim. Er war Zisterzienser und ab 1649 Abt von Kloster Langheim bei Lichtenfels. Seinen Kalender nannte er Calendarium oeconomicum practicum perpetuum und schrieb ihn für die Güter seines Klosters, nicht für den Druck.
Warum heißt er hundertjähriger Kalender?
Nicht weil er hundert Jahre Beobachtungen enthält, sondern weil spätere Bearbeiter ihn als Vorhersage für ein Jahrhundert anboten. Die erste Ausgabe des Arztes Christoph von Hellwig galt den Jahren 1701 bis 1800. Der Titel Hundertjähriger Kalender setzte sich ab etwa 1720 durch.
Wie genau ist der Hundertjährige Kalender?
Aus meteorologischer Sicht sind seine Vorhersagen nicht haltbar. Die Grundannahme, das Wetter wiederhole sich in einem festen Zyklus, gilt als falsch. Knauers eigene Notizen sind dagegen ein wertvolles Zeugnis der Witterung in Oberfranken in den 1650er Jahren.
Was sagt der Hundertjährige Kalender für 2027?
Verschiedene Verlage geben jedes Jahr Ausgaben mit Monatsvorhersagen heraus, die aus dem Planetenzyklus abgeleitet sind. Eine Wetterprognose im heutigen Sinn ist das nicht. Für die Planung im Garten oder auf dem Feld taugen die Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes, keine Jahresregenten.
Hat der Hundertjährige Kalender etwas mit Bauernregeln zu tun?
Viele Ausgaben drucken Bauernregeln und Lostage mit ab, deshalb wird beides oft gemeinsam gesucht. Ihrem Ursprung nach sind es verschiedene Dinge: Bauernregeln sind mündlich überlieferte Erfahrungssätze, der Kalender ist ein gelehrtes Werk eines Abtes mit astrologischer Grundidee.
Hungerbaum
Was ist ein Hungerbaum in Bayern?
Ein Hungerbaum ist ein geschmückter Baum, den Freunde einem Paar in den Garten stellen, das seit sieben Jahren zusammen, aber nicht verheiratet ist. Er ist absichtlich unansehnlich, oft dürr und mit Gerümpel oder Kindersachen behängt. Gemeint ist eine unmissverständliche, spöttische Aufforderung zur Hochzeit.
Welche Regeln gelten beim Hungerbaum?
Nach der verbreiteten Regel muss das Paar die Freunde, die den Baum aufgestellt haben, am Jahrestag der Beziehung bewirten, mit Brotzeit, Bier oder einer kleinen Feier. Das wiederholt sich jedes Jahr, bis das Paar heiratet. Manche Bäume tragen ein Schild, das zur Hochzeit innerhalb eines Jahres auffordert.
Was hängt man an einen Hungerbaum?
In der älteren Überlieferung hing man altes Gerümpel an den Baum, etwa ein gebrochenes Wagenrad, einen verrotteten Kinderwagen oder ausgediente Küchengeräte. Heute sieht man oft Babykleidung, Spielzeug und einen Storch, dazu eine Tafel mit einem Spruch. Je hässlicher, desto deutlicher die Botschaft.
Gibt es den Hungerbaum auch zum 30. Geburtstag?
Der Hungerbaum gilt nach den Beschreibungen aus Oberbayern Paaren, nicht Singles, und hängt an der Dauer der Beziehung, nicht am Alter. Für runde Geburtstage gibt es in Bayern eigene Geburtstagsbäume, die mit Fotos und Anspielungen auf den Jubilar geschmückt werden. Beides wird im Netz gern vermischt.
Ist der Hungerbaum ein alter Brauch?
Das ist umstritten. Eine im Brauchwiki des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege festgehaltene Überlieferung aus dem Raum Wasserburg führt ihn auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Der Volkskundler Michael Ritter vom selben Verein bezeichnet ihn dagegen als Neo-Brauch, der sich erst seit einigen Jahrzehnten ausbreitet.
Immaterielles Kulturerbe in Bayern
Was ist immaterielles Kulturerbe?
Lebendige Traditionen wie Bräuche, Feste, Musik, Tanz, Theater, überliefertes Wissen und Handwerkstechniken, die eine Gemeinschaft von Generation zu Generation weitergibt. Anders als ein Baudenkmal ist dieses Erbe nur im Moment des Tuns sichtbar, also nur, solange Menschen es ausüben.
Welche bayerischen Bräuche sind immaterielles Kulturerbe?
Im Bayerischen Landesverzeichnis stehen unter anderem die Tölzer und die Kreuther Leonhardifahrt, der Georgiritt mit Schwerttanz in Traunstein, der Kötztinger Pfingstritt, der Kirchseeoner Perchtenlauf, das Wolfauslassen im Bayerischen Wald, die Kirwa im Amberg-Sulzbacher Land, die Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Land und der Chinesenfasching in Dietfurt.
Ist der Schäfflertanz immaterielles Kulturerbe?
Nein, Stand Oktober 2026 ist der Münchner Schäfflertanz im Bayerischen Landesverzeichnis nicht aufgeführt. Aus München verzeichnet sind etwa der Viktualienmarkt als Handelsbrauch, das Münchner Marionettentheater und das Oktoberfest-Landesschießen.
Wie viele Einträge hat das Bundesweite Verzeichnis?
Laut Deutscher UNESCO-Kommission umfasst das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes derzeit 168 Einträge, 2025 kamen 18 dazu. Ein großer Teil der bayerischen Einträge ist zugleich bundesweit verzeichnet, darunter die Tölzer Leonhardifahrt, der Zwiefache und der Kirchseeoner Perchtenlauf.
Wie wird ein Brauch immaterielles Kulturerbe?
Die Trägergruppe selbst bewirbt sich in einer der Bewerbungsrunden, die alle drei Jahre stattfinden. Nötig sind das offizielle Antragsformular, zehn aktuelle Fotos und zwei fachliche Begleitschreiben von Sachkundigen, die nicht zur Trägergruppe gehören. Die nächste Runde beginnt voraussichtlich im April 2028.
Josefitag
Ist der Josefstag in Bayern ein Feiertag?
Nein, heute nicht mehr. Der 19. März war in Bayern von 1621 bis 1968 gesetzlicher Feiertag, wurde dann aber gestrichen. Das geltende Bayerische Feiertagsgesetz führt ihn nicht auf, Schulen und Geschäfte haben normal geöffnet.
Wann ist Josefstag 2027?
Der Josefstag ist jedes Jahr am 19. März. 2027 fällt er auf einen Freitag, also mitten in die Fastenzeit, nur zwei Tage vor Palmsonntag am 21. März.
Was ist der Josefstag?
Der Josefstag ist der Gedenktag des heiligen Josef, des Ehemanns Marias und Ziehvaters Jesu, der nach dem Neuen Testament Zimmermann in Nazareth war. Die Kirche feiert ihn als Hochfest. Für alle, die Josef, Josefa oder Josefine heißen, ist der Tag zugleich Namenstag.
Welche Bräuche gibt es am Josefitag in Bayern?
Verbreitet sind Namenstagsfeiern für die Sepps und Josefinen, ein Festgottesdienst und mancherorts ein Fastentrunk mit Josefi-Bock. Im Kloster Andechs bekamen Namensträger 2025 gegen Ausweis eine Maß Freibier. Früher galt Josefi zudem als Tag, an dem die Gartenarbeit begann.
Wann hat der Josef Namenstag?
Der katholische Namenstag von Josef ist der 19. März. Daneben gibt es seit 1955 den Gedenktag Josef der Arbeiter am 1. Mai, der Hauptnamenstag bleibt aber der 19. März.
Kathreintanz
Was bedeutet Kathrein stellt den Tanz ein?
Der Spruch erinnert daran, dass der Advent früher als Bußzeit galt, in der öffentliche Tanzveranstaltungen verboten waren. Mit dem Kathreintag am 25. November endete deshalb die Tanzsaison, erst nach Dreikönig durfte wieder getanzt werden. Der Kathreintanz war die letzte Gelegenheit davor.
Wann ist Kathreintanz?
Der Kathreintanz findet traditionell am letzten Samstag vor dem 25. November statt, dem Gedenktag der heiligen Katharina. 2026 fällt der 25. November auf einen Mittwoch, viele Kathreintänze sind daher am Samstag, 21. November. Örtliche Veranstalter weichen teils ab.
Wann ist der Münchner Kathreintanz 2026?
Der Münchner Kathreintanz findet am Samstag, 21. November 2026, von 19 bis 23.30 Uhr im Hofbräuhaus am Platzl statt, Einlass ist ab 18 Uhr. Veranstalter ist Volkskultur in München, die Fachstelle des städtischen Kulturreferats. Tanzvorkenntnisse sind nicht nötig, vorab gibt es kostenlose Übungsabende.
Gilt im Advent heute noch ein Tanzverbot?
Nein, ein allgemeines Tanzverbot im Advent gibt es nicht mehr. In Bayern sind nur noch die gesetzlich stillen Tage geschützt, im November etwa Allerheiligen, der Volkstrauertag, der Buß- und Bettag und der Totensonntag, dazu der Heilige Abend ab 14 Uhr. Der Kathreintanz lebt als Brauch weiter, nicht als Pflicht.
Kindsbaum und Bräuche zur Geburt
Was ist ein Kindsbaum bei der Hochzeit?
Der Kindsbaum, auch Hochzeitsbaum genannt, ist ein Stamm oder Bäumchen, das Freunde einem frisch verheirateten Paar vors Haus stellen. Er ist mit Babykleidung, Fläschchen, Spielzeug und meist einem Storch geschmückt, dazu kommt eine Tafel mit Namen und einem Spruch. Ist nach einem Jahr kein Kind unterwegs, muss eine Seite die andere zum Essen oder zur Brotzeit einladen.
Was bedeutet Lumpenmacherei?
Lumpenmacherei ist ein Schild, das nach der Geburt eines Buben am Elternhaus aufgestellt wird, oft mit Stofffetzen behängt. Lump steht im Bairischen für einen frechen, ungehorsamen Buben. In Teilen Oberbayerns heißt dasselbe Schild Zipfelmacherei, eine deutlich derbere Anspielung.
Was bedeutet Bixnmacherei?
Bixnmacherei ist das Gegenstück für Mädchen: ein Schild, meist mit leeren Konservendosen behängt, das die Geburt einer Tochter anzeigt. Ein Bixnmacher war ursprünglich ein Vater, der nur Töchter hatte. Das Wort Bixn ist mehrdeutig und gilt Sprachforschern als abwertend.
Was ist ein Weisertwecken?
Der Weisertwecken ist ein langes, verziertes Weißbrot, das Verein, Nachbarn oder Paten der Wöchnerin nach der Geburt eines ersten Sohnes bringen. Er soll die Mutter stärken und dafür sorgen, dass im Haus das Brot nie ausgeht. In Schechen bei Rosenheim maß ein solcher Wecken 2012 rund neun Meter.
Welche Sprüche schreibt man auf einen Kindsbaum?
Üblich sind kurze, gereimte Verse mit den Namen des Paares, dem Hochzeitsdatum und der Frist von einem Jahr. Der Ton ist frech, aber nicht verletzend, Mundart ist gern gesehen. Beispiele in eigenen Worten stehen weiter unten auf dieser Seite.
Kirchweih in Bayern: Kirta und Kerwa
Wann ist Kirchweih in Bayern?
In Ober- und Niederbayern ist die Kirchweih, die Kirta, meist am dritten Sonntag im Oktober, mit dem Kirchweihmontag als zweitem Festtag. 2026 fiel sie auf den 18. Oktober, 2027 ist es der 17. Oktober. In Franken, der Oberpfalz und Schwaben halten viele Orte an ihrem eigenen Kirchweihtermin fest, der über das ganze Jahr verteilt sein kann.
Was bedeutet Kirchweih?
Kirchweih ist der Jahrestag der Weihe einer Kirche. Ursprünglich feierte jede Pfarrei an ihrem eigenen Tag, meist um das Patrozinium. Aus dem kirchlichen Gedenktag wurde mit der Zeit ein großes weltliches Fest mit Essen, Musik, Tanz und Markt.
Warum feiert man Kirchweih am dritten Sonntag im Oktober?
Bis 1866 feierte in Altbayern jede Pfarrei um ihr eigenes Patrozinium, und weil man gern auch bei den Nachbarn mitfeierte, waren der Obrigkeit Feste und Alkohol zu viel geworden. Seit 1866 gilt deshalb ein gemeinsamer Termin, der dritte Sonntag im Oktober. Im Volksmund heißt er Allerweltskirta.
Was isst man an Kirchweih?
Klassisch sind Gänse- oder Entenbraten mit Knödeln und Blaukraut am Kirtasonntag. Dazu gehört Schmalzgebäck, die Kirchweihnudeln oder Auszognen, in Altbayern oft schlicht Kirtanudeln oder Kiachl genannt. In Franken stehen je nach Ort Küchle, Braten und Kirchweihbier im Mittelpunkt.
Was ist eine Kirtahutschn?
Die Kirtahutschn ist eine große Kirchweihschaukel, ein drei bis fünf Meter langes Brett, das an zwei Ketten im Gebälk von Stadel oder Tenne hängt. Mehrere Leute sitzen darauf und schaukeln gemeinsam. Früher gehörte sie zu fast jeder Kirta, heute sieht man sie nur noch gelegentlich.
Klausentreiben
Wann ist Klausentreiben?
Die Klausen ziehen am 5. und 6. Dezember, also am Vorabend und am Tag des heiligen Nikolaus. Am 4. Dezember, dem Barbaratag, sind die Bärbele unterwegs. In Sonthofen kommen ein Klausenmarkt und in manchen Jahren zusätzliche Umzüge hinzu.
Wer darf beim Klausentreiben mitlaufen?
In der Regel nur ledige junge Männer, die einem örtlichen Klausenverein angehören. In Sonthofen gilt ein Mindestalter von 16 Jahren; die genauen Regeln bestimmt jeder Verein selbst.
Was sind Bärbele?
Bärbele sind unverheiratete junge Frauen, die sich am Barbaratag als alte Hexen verkleiden und mit Ruten, Besen und Schellen durch die Straßen ziehen. Sie fegen symbolisch das Schmutzige aus dem Ort.
Ist das Klausentreiben gefährlich?
Für Zuschauer, die respektvollen Abstand halten und die Klausen nicht provozieren, ist es weitgehend ungefährlich. Rutenhiebe gehören zum Brauch, Verletzungen sind nach Angaben der Polizei die Ausnahme.
Was bedeutet das Klausentreiben?
Über Herkunft und Bedeutung gibt es zahlreiche Theorien und keine gesicherte Antwort. Heute versteht man es als Nikolausbrauch, bei dem das Wilde und Böse lärmend ausgetrieben wird.
Klöpfelnächte
Wann sind die Klöpfelnächte 2026?
Die Klöpfelnächte fallen auf die Donnerstage im Advent. 2026 beginnt der Advent am 29. November, die drei Klöpfeldonnerstage sind damit der 3., 10. und 17. Dezember. Der vierte Donnerstag ist 2026 Heiligabend, und an ihm ging man nach altem Glauben ohnehin nicht, weil sonst der Teufel mitgehe.
Was singt man beim Klöpfeln?
Gesungen werden Klöpfellieder, die der Familie Glück, Gesundheit und eine gute Ernte wünschen, daneben Advents- und Krippenlieder. Die Texte sind von Ort zu Ort verschieden und werden mündlich weitergegeben, im Werdenfelser Land ebenso wie im Rupertiwinkel. Eine einheitliche Fassung gibt es nicht.
Was gibt man den Klöpflern?
Früher gab die Bäuerin Lebensmittel: Nüsse, Kletzen (gedörrte Birnen), Äpfel, Eier, Mehl, Schmalzgebäck, manchmal eine Wurst. Heute sind es meist Plätzchen, Mandarinen, Schokolade und etwas Geld. Viele Gruppen spenden den Erlös inzwischen für einen guten Zweck.
Woher kommt das Klöpfeln?
Die ältesten Belege aus dem 15. Jahrhundert zeigen das Klöpfeln als Orakel- und Neujahrsbrauch. Seit dem frühen 16. Jahrhundert ist es als Heischebrauch von Kindern und armen Leuten beschrieben. Die Deutung als Herbergssuche von Maria und Josef ist kirchlich und später hinzugekommen. Ein heidnischer Ursprung wird oft behauptet, ist aber nicht belegt.
Ist Klöpfeln dasselbe wie Anklöpfeln oder Klöcklsingen?
Im Kern ja. Anklöpfeln heißt es vor allem in Tirol, Anklöckeln oder Klöcklsingen im Salzburger Land und im Berchtesgadener Land, Klöpfeln in Oberbayern. Im Bayerischen Wald gab es mit dem Spießreggageh eine eigene Spielart, in Bayerisch-Schwaben den Klopferstag zu Beginn des Advents.
Krampuslauf
Was ist ein Krampus?
Der Krampus ist der teufelsähnliche Begleiter des heiligen Nikolaus. Er straft symbolisch die unartigen Kinder, muss aber dem Nikolaus gehorchen.
Wann kommt der Krampus?
Traditionell am Abend des 5. Dezember, dem Krampustag, zusammen mit dem Nikolaus, mancherorts auch am 6. Dezember. Öffentliche Krampusläufe finden in den Wochen um den Nikolaustag statt.
Woher kommt der Krampus?
Der Brauch stammt aus dem katholischen Alpenraum und hängt an den Nikolausbräuchen der Klosterschulen, wo verkleidete Gabenbringer seit 1555 belegt sind. Bildlich knüpft er an Darstellungen des gezähmten Teufels an.
Wie sieht der Krampus aus?
Er trägt ein zottiges Fellgewand, eine geschnitzte Holzmaske mit zwei Hörnern, schwere Kuhglocken, Ketten und eine Rute. Masken mit vier und mehr Hörnern gehören dagegen meist zu Perchten.
Was ist der Unterschied zwischen Krampus und Perchten?
Der Krampus gehört zum Nikolaus und damit in den Advent. Die Perchten gehören in die Raunächte zwischen Weihnachten und Dreikönig und haben mit dem Nikolaus ursprünglich nichts zu tun. Heute vermischen sich beide Gestalten vielerorts.
Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt
Welche Kräuter gehören in den Kräuterbuschen?
Eine verbindliche Liste gibt es nicht, die Auswahl wechselt von Ort zu Ort. Häufig genannt werden Königskerze, Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Wermut, Salbei, Spitzwegerich, Arnika, Dost, Goldrute, Mädesüß und Baldrian, dazu Getreideähren und Gartenblumen. Die Königskerze steht in der Mitte und ragt über den Strauß hinaus.
Wie viele Kräuter kommen in einen Kräuterbuschen?
Mindestens sieben Pflanzenarten sind die Regel, die Sieben steht für die Schöpfungstage und die sieben Sakramente. Ebenso üblich sind neun, zwölf oder noch mehr Kräuter. Für Teile Oberbayerns sind Buschen mit über 70 Arten überliefert.
Was macht man mit dem Kräuterbuschen nach der Weihe?
Der geweihte Buschen wird getrocknet und als Haussegen im Herrgottswinkel, am Hauseingang oder unter dem Dach aufbewahrt. Nach altem Volksglauben warf man bei Gewitter ein paar Kräuter ins Herdfeuer, mischte sie dem Vieh ins Futter oder räucherte damit in den Raunächten. Den alten Buschen verbrennt man, wenn im nächsten August ein neuer kommt.
Wann ist Kräuterweihe?
Die Kräuterweihe findet am Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August statt, meist im Festgottesdienst am Vormittag. 2027 fällt der 15. August auf einen Sonntag.
Warum werden an Mariä Himmelfahrt Kräuter geweiht?
Nach einer Legende fanden die Apostel das Grab Marias leer, nur Blumen und Kräuter lagen noch darin. Zugleich fällt der Tag in die Zeit, in der viele Heilpflanzen blühen und die erste Ernte eingebracht wird. Die Kirche deutet die Segnung als Dank dafür, dass die Kräfte der Natur ein Geschenk Gottes sind.
Leichenschmaus
Was ist ein anderes Wort für Leichenschmaus?
Regional gebräuchlich sind nach einer Zusammenstellung der Wikipedia Leichentrunk oder Leichtrunk in Süddeutschland, Kremess in Altbayern, Totenmahl in Ostösterreich, Reuessen im Rheinland und Leichenimbiss im Saarland und in der Pfalz. Neutraler klingen Trauerkaffee, Beerdigungskaffee oder Traueressen. Totenschmaus wird ebenfalls verwendet.
Warum heißt es Leichenschmaus?
Das Wort verbindet die Leiche, also den Verstorbenen, um dessen Begräbnis es geht, mit dem Schmaus als festlichem Essen. Gemeint ist das Mahl anlässlich der Beerdigung, kein Essen am Toten. Ältere Fachliteratur spricht vom Leichenmahl, so etwa Albert Freybe in seinem Buch über das alte deutsche Leichenmahl von 1909.
Wer zahlt den Leichenschmaus?
Zum Leichenschmaus lädt die Familie des Verstorbenen ein, sie trägt auch die Kosten. Häufig wird das Essen aus dem Nachlass bezahlt. Für die Gäste ist die Einladung eine Geste des Danks, nicht eine Rechnung, die man teilt.
Wer wird zum Leichenschmaus eingeladen?
Eingeladen werden Verwandte, enge Freunde und Nachbarn, früher ausdrücklich auch die Sargträger und Gäste mit weiter Anreise. Auf dem Land kommt oft noch die ganze Trauergemeinde mit ins Wirtshaus, in der Stadt meist nur der erweiterte Familienkreis.
Muss es nach der Beerdigung einen Leichenschmaus geben?
Nein, der Leichenschmaus ist ein Brauch und keine Pflicht. Manche Familien verzichten darauf oder feiern nur im kleinen Kreis, Fachleute für Bestattungskultur beobachten mit der Zunahme günstiger Bestattungen einen Bedeutungsverlust.
Leonhardiritt und Leonhardifahrt
Wann ist Leonhardi in Bad Tölz 2026?
Die Tölzer Leonhardifahrt ist immer am 6. November, 2026 also am Freitag, 6. November. Der Zug beginnt um 9 Uhr unter dem Geläut der Tölzer Kirchen und zieht hinauf zum Kalvarienberg. Gegen 13 Uhr endet er mit dem Schlusssegen an der Mühlfeldkirche, danach folgt das Goaßlschnalzen in der Marktstraße.
Was ist der Unterschied zwischen Leonhardiritt und Leonhardifahrt?
Beim Leonhardiritt stehen die Reiter im Mittelpunkt, die mit ihren Pferden um die Leonhardskirche ziehen und gesegnet werden. Bei der Leonhardifahrt kommen geschmückte Pferdegespanne mit Wagen dazu, etwa die Truhenwagen, in denen Frauen in Tracht sitzen. Viele Orte verbinden beides, die Namen werden im Alltag oft gleichbedeutend verwendet.
Wer war der heilige Leonhard?
Leonhard von Limoges soll um 500 gelebt und am Hof des Frankenkönigs Chlodwig gewirkt haben, belegt ist das nur durch die Legende. Er gilt als Patron der Gefangenen, der Gebärenden und vor allem des Viehs, besonders der Pferde. In Bayern war seine Verehrung so verbreitet, dass er im Volksmund als bayerischer Herrgott bezeichnet wurde.
Was bedeutet der Leonhardiritt?
Der Ritt um ein Heiligtum war ursprünglich eine Bitte um Schutz der Pferde vor Krankheit und Unglück, verbunden mit der Segnung von Tier und Mensch. Mit dem Rückgang der Pferde in der Landwirtschaft hat sich der Charakter verschoben. Heute ist der Leonhardiritt zugleich Wallfahrt, Trachtenumzug und Treffpunkt für Pferdehalter.
Wo gibt es Leonhardiritte in Bayern?
Die meisten Leonhardiritte und Leonhardifahrten finden im südlichen Oberbayern statt, etwa in Bad Tölz, Kreuth, Benediktbeuern, Fischbachau-Hundham, Schliersee-Fischhausen, Bad Feilnbach-Lippertskirchen, Oberwarngau, Peißenberg, Unterammergau, Schongau, Utting, Übersee und Fürstenfeldbruck. Die genauen Termine geben die Gemeinden und Pfarreien jedes Jahr bekannt.
Luzientag und Luziennacht
Wann ist Lucia?
Der Luzientag, auch Lucia-Fest oder Santa Lucia, ist jedes Jahr am 13. Dezember. 2026 fällt er auf einen Sonntag, den dritten Adventssonntag. Das bayerische Brauchtum knüpft an den Vorabend und an den Abend des Tages an.
Wer war die heilige Lucia?
Lucia stammte aus Syrakus auf Sizilien und starb dort 304 in der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod, weil sie ihren Glauben nicht aufgab. Ihre Lebensgeschichte ist vor allem Legende, historische Quellen sind spärlich. Sie gilt unter anderem als Patronin bei Augenleiden und der Blinden.
Was bedeutet der Name Lucia?
Lucia leitet sich vom lateinischen Wort lux für Licht ab und bedeutet etwa die Leuchtende. Darauf beruhen die vielen Lichterbräuche an ihrem Gedenktag, von den schwimmenden Häuschen in Fürstenfeldbruck bis zur Lichterkrone in Schweden.
Was ist das Luzienhäuschenschwimmen?
In Fürstenfeldbruck bauen Schulkinder im Advent beleuchtete Modelle Brucker Häuser aus Pappe, Holz und Transparentpapier. Am 13. Dezember werden sie nach einer Andacht auf dem Leonhardsplatz gesegnet und dann der Amper übergeben, beaufsichtigt von der Wasserwacht. 2026 findet das Luzienhäuschenschwimmen am Sonntag, 13. Dezember, ab 18 Uhr statt.
Wer ist die Schiache Luz?
Die Schiache Luz, also die hässliche Luz, ist eine Schreckgestalt der Luziennacht aus der Oberpfalz und dem Bayerischen Wald. Verkleidete Frauen gingen am Vorabend des 13. Dezember in die Stuben und drohten unfolgsamen Kindern, ihnen mit der Sichel den Bauch aufzuschneiden. Mit der Heiligen hat die Figur außer dem Namen nichts gemein, und heute wird sie wegen ihrer Wirkung auf Kinder weitgehend abgelehnt.
Was hat das schwedische Luciafest mit Bayern zu tun?
Wenig. Das schwedische Luciafest mit weiß gekleideten Mädchen und Kerzenkrone ist ein eigener Brauch, der erst im 20. Jahrhundert landesweit populär wurde. Gemeinsam sind nur der Gedenktag und das Lichtmotiv; in Bayern sind dafür Luzienhäuschen und Schiache Luz typisch.
Maibaum
Warum stellt man einen Maibaum auf?
Heute ist der Maibaum vor allem ein Zeichen der Dorfgemeinschaft: Wer ihn fällt, schmückt, bewacht und aufrichtet, zeigt, dass der Ort zusammenhält. Historisch gab es Ehrenmaibäume für Obrigkeiten und Offiziere, Liebesmaien für junge Frauen und seit dem 19. Jahrhundert den Ortsmaibaum der selbstständigen Gemeinden. Die verbreitete Deutung als uraltes Fruchtbarkeitssymbol ist nicht belegt.
Wann wird der Maibaum aufgestellt?
Traditionell am 1. Mai, in vielen Orten am Vormittag oder frühen Nachmittag mit anschließendem Maifest. Manche Gemeinden stellen am Vorabend oder am folgenden Wochenende auf. 2027 fällt der 1. Mai auf einen Samstag; die Uhrzeit veröffentlicht jeweils der Verein oder die Gemeinde.
Wie lange steht ein Maibaum in Bayern?
In Altbayern bleibt ein Ortsmaibaum meist mehrere Jahre stehen, häufig drei bis fünf, bis er morsch wird oder die Standsicherheitsprüfung nicht mehr besteht. Dann wird ein neuer aufgestellt und der alte oft in Stücken versteigert. Kleine Liebesmaien stehen dagegen nur den Mai über.
Wann wird der Maibaum geklaut?
Gestohlen wird in den Wochen vor dem 1. Mai, solange der gefällte Baum noch liegt und bewacht werden muss. Gefährdet ist er vor allem im April. Ein bereits aufgestellter Baum gilt nach den ungeschriebenen Regeln als tabu.
Warum heißt der Maibaum Maibaum?
Der Name kommt schlicht vom Termin: Der Baum wird zum 1. Mai aufgestellt. Ältere Belege sprechen auch vom Maien, womit sowohl der große Dorfbaum als auch das grüne Bäumchen vor dem Haus einer Angebeteten gemeint sein konnte.
Mariä Lichtmess
Wann ist Lichtmess 2027?
Mariä Lichtmess fällt immer auf den 2. Februar, 2027 auf einen Dienstag. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Tag in Bayern seit 1912 nicht mehr, Geschäfte und Schulen sind also geöffnet.
Was wird an Mariä Lichtmess gefeiert?
Die Kirche feiert die Darstellung des Herrn: Maria und Josef bringen das Kind 40 Tage nach der Geburt in den Tempel, wo der greise Simeon und die Prophetin Hanna es erkennen. Simeon nennt Jesus dabei ein Licht für die Völker, daher kommen Kerzenweihe und Lichterprozession. Der ältere Name Mariä Reinigung erinnert an die jüdische Vorschrift, nach der eine Mutter 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes ein Reinigungsopfer brachte.
Was bedeutet Lichtmess für Bauern und Dienstboten?
Für das Gesinde war Lichtmess der Zahltag des Jahres. Knechte und Mägde bekamen ihren Jahreslohn und ihr Dienstbuch und konnten den Hof wechseln oder per Handschlag für ein weiteres Jahr bleiben. Danach folgten freie Tage, die Schlenkeltage oder Schlenklweil.
Welche Bauernregeln gibt es zu Lichtmess?
Die bekanntesten lauten: Lichtmess trüb ist dem Bauern lieb. Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist's zu Lichtmess mild und rein, wird's ein langer Winter sein. Im Kern sagen sie alle dasselbe: Ein heller Lichtmesstag verheißt einen langen Winter.
Wann baut man den Christbaum und die Krippe ab?
Liturgisch endet die Weihnachtszeit in der katholischen Kirche mit dem Fest der Taufe des Herrn im Januar. Im Brauchtum bleiben Krippe und Christbaum aber vielerorts bis Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen, weil dieser Tag bis zur Liturgiereform den weihnachtlichen Festkreis abschloss.
Marterl, Bildstock und Wegkreuz
Was ist der Unterschied zwischen Marterl und Bildstock?
Ein Bildstock ist eine Säule oder ein Pfeiler aus Holz oder Stein mit einem gemalten oder geschnitzten Andachtsbild. Ein Marterl war ursprünglich enger gefasst: ein Kreuz oder eine Bildtafel an einem Unglücksort, oft mit einer Darstellung des Geschehens. Im bayerischen Sprachgebrauch werden beide Wörter heute weitgehend gleichbedeutend verwendet.
Warum heißt es Marterl?
Das Wort ist eine bairisch-österreichische Verkleinerungsform von Marter. Es geht über Märtyrer auf das griechische mártys zurück, das Zeuge oder Blutzeuge bedeutet. Im 15. Jahrhundert meinte Marter vor allem Darstellungen der Passion Christi.
Werden heute noch Marterl aufgestellt?
Ja. Angehörige errichten bis heute Kreuze an Unfallstellen, und seit dem späten 19. Jahrhundert erinnern Marterl auch an Verkehrstote. Daneben entstehen neue Bildstöcke als Dank, etwa 2003 in Dürrnhaar bei Aying für eine glückliche Heimkehr aus dem Golfkrieg. Die Form ist oft moderner, der Anlass derselbe wie vor Jahrhunderten.
Was ist ein Wegkreuz?
Ein Wegkreuz steht an einem Weg, an einer Kreuzung oder am Feldrand, meist als Kruzifix aus Holz, Stein oder Metall. Errichtet wurde es nach Unglücks- und Todesfällen, aus Dank für eine Rettung oder zum Schutz vor Unheil. Steht es in der Feldflur und dient Flurumgängen, spricht man auch vom Flurkreuz oder Feldkreuz.
Martinsumzug und Martinsgans
Wann ist Martinsumzug?
Der Martinstag ist der 11. November, 2026 ein Mittwoch. Viele Martinsumzüge finden genau an diesem Abend statt, andere an einem Abend in den Tagen davor oder danach. Den Termin legen Kindergarten, Schule oder Pfarrei vor Ort fest.
Warum isst man an Martini eine Gans?
Der Martinstag war über Jahrhunderte Zinstag: Pacht, Zehnt und Abgaben wurden fällig, oft in Naturalien, darunter Gänse. Zugleich war Martini der letzte große Schmaus vor der alten Fastenzeit vor Weihnachten. Die Legende, schnatternde Gänse hätten Martins Versteck verraten, ist erst seit dem 16. Jahrhundert belegt und gilt als nachträgliche Erklärung.
Ist der Martinstag in Bayern ein Feiertag?
Nein. Der 11. November ist in Bayern wie im übrigen Deutschland kein gesetzlicher Feiertag, Schulen und Geschäfte haben normal geöffnet. Er ist ein kirchlicher Gedenktag und ein Brauchtumstag.
Wer war der heilige Martin?
Martin von Tours wurde um 316 im Gebiet des heutigen Ungarn geboren und diente als römischer Soldat. Nach der Legende teilte er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler und ließ sich danach taufen. Später wurde er Bischof von Tours, er starb im November 397.
Was ist der Pelzmärtel?
Der Pelzmärtel, auch Pelzermärtel, ist eine Gabenbringer- und Schreckgestalt aus Franken und dem Ries. Je nach Ort kommt er am Martinstag oder um den Nikolaustag, prüft die Kinder und verteilt Nüsse, Äpfel oder Süßes. Besonders verbreitet ist er in evangelischen Gegenden.
Metzgersprung
Wann ist der nächste Metzgersprung in München?
Der Metzgersprung findet alle drei Jahre statt, zuletzt am Sonntag, 14. September 2025. Nach diesem Rhythmus wäre 2028 der nächste an der Reihe. Ein offizielles Datum hat die Metzgerinnung München noch nicht veröffentlicht.
Warum springen die Metzger in den Fischbrunnen?
Der Sprung in den Brunnen gilt als eine Art Taufe, mit der die neuen Gesellen ihre Lehrzeit und ihre Jugendsünden symbolisch abwaschen. Er ist mit der Freisprechung verbunden, also der offiziellen Entlassung aus der Lehre. Die Legende verknüpft den Brauch außerdem mit dem Ende einer Pestzeit in München.
Wie läuft der Metzgersprung ab?
Ein Festzug mit Zunftlade und Fahnen zieht vom Viktualienmarkt über einen Gottesdienst am Alten Peter zum Marienplatz. Nach dem Glockenspiel springen die Gesellen in weißen Gewändern mit Kälberschwänzen in den Fischbrunnen und spritzen die Umstehenden nass. Danach folgt die Freisprechungsfeier.
Gibt es den Metzgersprung auch in Salzburg?
Ja. In Salzburg steigen die neuen Fleischergesellen in ein großes Holzfass im Innenhof der Erzabtei St. Peter, als Teil der Faschingszeit. Der Brauch war dort lange unterbrochen und wurde 1984 wiederbelebt, 2026 fand er am 15. Februar statt.
Nikolaus und Krampus
Wann ist Nikolaus?
Der Nikolaustag ist am 6. Dezember, dem Gedenktag des heiligen Nikolaus von Myra. Den Stiefel stellen Kinder am Abend des 5. Dezember vor die Tür, und auch der Hausbesuch von Nikolaus und Krampus findet meist an diesem Vorabend statt. 2026 fällt der Nikolaustag auf einen Sonntag.
Warum kommt der Nikolaus mit dem Krampus?
Der Krampus ist der finstere Begleiter des Nikolaus im Ostalpenraum, mit Fellgewand, Hörnern, Maske und Rute. Er droht den unfolgsamen Kindern, muss dem Nikolaus aber gehorchen. Sein Name kommt vermutlich vom mittelhochdeutschen Krampen für Kralle oder vom bairischen Krampn für etwas Verdorrtes.
Was ist der Unterschied zwischen Krampus und Knecht Ruprecht?
Knecht Ruprecht ist der Nikolausbegleiter aus dem protestantisch geprägten Norden, meist ein bärtiger Mann in dunkler Kutte, der allein auftritt. Krampusse gehören in die katholischen Alpenländer und treten oft in Gruppen auf. Außerhalb der Gebiete der Gegenreformation hat sich dagegen Knecht Ruprecht durchgesetzt.
Was ist ein Kramperl?
Kramperl ist die verkleinernde Mundartform für den Krampus, gebräuchlich im bayerischen Alpenvorland, im Salzburger Land und in der Steiermark. Im Berchtesgadener Land führen die Kramperl im Fellkostüm die Gruppe der Buttnmandl an. Als Kletzenkramperl gibt es die Figur auch aus Dörrobst.
Warum stellt man zum Nikolaus Stiefel vor die Tür?
Der Nikolausstiefel geht auf den älteren Einlegebrauch zurück: Der Heilige beschenkte unerkannt in der Nacht, so wie er nach der Legende drei arme Jungfrauen heimlich mit Gold beschenkte. Gefüllt wurden Schuh oder Stiefel traditionell mit Nüssen, Äpfeln, Lebkuchen und später Schokolade.
Wie läuft ein Nikolausbesuch mit Krampus zu Hause ab?
Der Nikolaus kommt meist am Abend des 5. oder 6. Dezember mit dem Krampus, oft auch mit einem Engel, in die Stube und fragt die Kinder, ob sie brav waren und gefolgt haben. Er lobt und ermahnt, die Braven bekommen Gaben. Der Krampus steht drohend dabei, muss aber dem Nikolaus gehorchen.
Osterbräuche in Bayern
Welche Osterbräuche gibt es in Bayern?
Zu den bekanntesten gehören der geweihte Palmbuschen am Palmsonntag, die Ratschen, die von Gründonnerstag bis zur Osternacht die Glocken ersetzen, das Osterfeuer, die Speisenweihe mit dem Osterkorb, die geschmückten Osterbrunnen in Franken und der Emmausgang am Ostermontag. Dazu kommen Eierbräuche wie Eierpecken und das Ostereiersuchen.
Was kommt bei der Speisenweihe in den Osterkorb?
Typisch sind gefärbte Eier, Brot oder Osterfladen, Geräuchertes oder Schinken, Salz, Kren (Meerrettich) und ein gebackenes Osterlamm. Der Korb wird am Ostersonntag, mancherorts schon am Karsamstag, zur Segnung in die Kirche gebracht. Die geweihten Speisen eröffnen dann das Osterfrühstück.
Was ist der Emmausgang?
Der Emmausgang ist ein Spaziergang am Ostermontag, der an die beiden Jünger erinnert, die nach dem Lukasevangelium nach Emmaus gingen und unterwegs dem auferstandenen Jesus begegneten. Er beginnt oft an der Pfarrkirche und endet an einer Kapelle. Vielerorts ist daraus ein Familienausflug geworden.
Was hat es mit den roten Eiern zu tun?
In Bayern verband sich mit gefärbten Eiern auch ein alter Werbebrauch: Beim Oarbetteln bekamen Burschen bunte Eier, und ein rotes Ei hieß, dass die Umworbene grundsätzlich Interesse hatte. Eier vom Gründonnerstag, die Antlasseier, galten als besonders gesegnet.
Seit wann gibt es den Osterhasen?
Die erste bekannte Erwähnung stammt von 1682 aus einer Heidelberger Dissertation über Ostereier, die den Osterhasen als Fabel für Kinder abtut. Der Brauch war damals vor allem in der Pfalz, im Elsass und in Oberdeutschland bekannt. Andernorts brachten Kuckuck, Fuchs oder Hahn die Eier, in Teilen Bayerns früher auch der Ostergockel.
Osterbrunnen
Wo gibt es Osterbrunnen?
Das Kerngebiet ist die Fränkische Schweiz zwischen Forchheim, Bayreuth und Bamberg mit rund 200 Orten. Von dort hat sich der Brauch über ganz Franken und die Oberpfalz verbreitet, heute schmücken Orte in weiten Teilen Bayerns ihre Brunnen, außerdem viele Gemeinden in Thüringen, Sachsen, Hessen und Baden-Württemberg.
Wo steht der größte Osterbrunnen der Welt?
Den Titel beanspruchen mehrere Orte. Bieberbach in der Fränkischen Schweiz kam mit 11.108 handbemalten Eiern ins Guinness-Buch, Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz übertraf das 2005 mit 16.501 Eiern. In Baden-Württemberg schmücken Oberstadion und Schechingen ihre Brunnen inzwischen mit weit über 13.000 Eiern.
Wie lange sind die Osterbrunnen geschmückt?
In den meisten Orten von der Karwoche bis etwa zwei Wochen nach Ostersonntag. Manche beginnen schon um den Palmsonntag, viele bauen nach dem Weißen Sonntag oder dem zweiten Sonntag nach Ostern ab. Die genauen Zeiträume veröffentlichen die Gemeinden.
Was bedeutet der Osterbrunnen?
Er ist ursprünglich ein Dank für das Wasser. Auf der Hochfläche der Fränkischen Alb versickert der Regen im Kalkgestein, Brunnen und Zisternen waren lebenswichtig. Die Eier stehen für neues Leben und Auferstehung, das frische Grün für den Frühling.
Wie schmückt man einen Osterbrunnen?
Zuerst wird der Brunnen gründlich gereinigt, in Franken heißt das Fegen. Dann binden die Helfer frisches Fichten- oder Tannengrün zu Girlanden, befestigen sie an einem Gestell und hängen ausgeblasene, bemalte Eier hinein. Dazu kommen Papierbänder, Blumen und oft eine Krone aus Bögen, die Osterkrone.
Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz
Wo ist der größte Osterbrunnen in Franken?
In Bieberbach, einem Ortsteil von Egloffstein im Landkreis Forchheim. Der Brunnen trägt über 11.000 handbemalte Eier und steht mit 11.108 Eierschalen im Guinness-Buch. Den Rekord hat ihm zwischenzeitlich Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz streitig gemacht, Bieberbach holte sich den Titel zurück.
Wann sind die Osterbrunnen 2027 in der Fränkischen Schweiz geschmückt?
Nach der Regel von der Karwoche bis etwa zwei Wochen nach Ostern. Ostern ist 2027 am 28. März, rechnerisch reicht die Saison also vom 21. März bis zum 11. April 2027. Die Gemeinden legen ihre Zeiträume einzeln fest und veröffentlichen sie im Frühjahr.
Gibt es eine Karte oder Route für die Osterbrunnen?
Ja. Die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in Ebermannstadt gibt einen kostenlosen Osterbrunnen-Flyer heraus und bietet Routen zum Wandern, Radfahren und für das Auto an. Die Stadt Pottenstein beschreibt acht Osterbrunnen-Touren durch die Gegend.
Welche sind die schönsten Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz?
Das entscheidet jeder selbst, aber einige Namen fallen immer: Bieberbach wegen der schieren Größe, Kleingesee mit seinem jährlich wechselnden Motto, Engelhardsberg mit seinen drei Brunnen und die Städte Ebermannstadt und Forchheim mit mehreren geschmückten Brunnen. Wer Ruhe sucht, fährt besser in die kleinen Dörfer abseits der Busrouten.
Kann man die Osterbrunnen mit dem Bus besuchen?
Ja, über die Tourismuszentrale lassen sich halb- und ganztägige Busrundfahrten buchen, auch Reiseveranstalter bieten Osterbrunnenfahrten an. In Ebermannstadt werden Reisebusse während der Saison gebeten, den Busparkplatz am Oberen Tor zu nutzen.
Osterfeuer in Bayern
Wann ist Osterfeuer?
Das kirchliche Osterfeuer brennt zu Beginn der Osternacht, die frühestens nach Sonnenuntergang am Karsamstag beginnt und vor dem Morgengrauen des Ostersonntags endet. Viele Pfarreien feiern am Karsamstagabend, andere sehr früh am Ostersonntag. 2027 ist das die Nacht vom 27. auf den 28. März.
Warum macht man ein Osterfeuer?
In der Liturgie steht das Feuer für Christus, der als Licht die Dunkelheit des Todes besiegt. Am gesegneten Feuer wird die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen, von ihr nehmen die Gläubigen das Licht für ihre Kerzen. Die großen Brauchfeuer im Freien sind dagegen vor allem ein Fest der Dorfgemeinschaft.
Gibt es Osterfeuer in Bayern?
Ja, in jeder katholischen Pfarrei, die eine Osternacht feiert, brennt ein Osterfeuer vor der Kirche, meist klein und von der Pfarrei vorbereitet. Daneben gibt es Brauchfeuer von Vereinen. Eine bayerische Besonderheit sind die Judasfeuer, die vor allem zwischen Augsburg, Ingolstadt und München sowie in Unterfranken brennen.
Brennt das Osterfeuer am Karsamstag oder am Ostersonntag?
Beides kommt vor. Die Osternacht darf erst nach Einbruch der Dunkelheit beginnen und muss vor dem Morgen enden. Ob eine Pfarrei am Karsamstagabend oder am frühen Ostersonntag feiert, entscheidet sie selbst. Brauchfeuer und Judasfeuer werden meist am Karsamstag bei Sonnenuntergang entzündet.
Woher kommt das Osterfeuer?
Das älteste schriftliche Zeugnis ist ein Briefwechsel des Bonifatius mit Papst Zacharias aus dem Jahr 751, in dem ein Osterfeuer erwähnt wird. Ein heidnischer Frühlingsursprung wird oft behauptet, ist aber nicht belegt. Belegt ist die feste Verankerung in der Liturgie der Osternacht.
Wann darf man ein Osterfeuer machen?
Für das liturgische Feuer vor der Kirche sorgt die Pfarrei. Größere Brauchfeuer im Freien müssen vielerorts bei der Gemeinde angemeldet oder genehmigt werden, die Regeln unterscheiden sich von Ort zu Ort. Wer einen Holzstoß aufschichtet, sollte ihn vor dem Anzünden umsetzen, weil sich darin gern Kleintiere verkriechen.
Osterkerze
Wann wird die Osterkerze angezündet?
Zu Beginn der Osternacht, an dem Feuer, das vor der Kirche gesegnet wird. Die Osternacht beginnt frühestens nach Einbruch der Dunkelheit am Karsamstag und endet vor dem Morgen des Ostersonntags. 2027 ist das die Nacht vom 27. auf den 28. März.
Was steht auf der Osterkerze?
Ein Kreuz, über dem Kreuz der griechische Buchstabe Alpha, darunter Omega, und in den vier Feldern zwischen den Kreuzbalken je eine Ziffer der Jahreszahl, 2027 also 2, 0, 2 und 7. Dazu kommen meist fünf Wachsnägel oder Weihrauchkörner für die fünf Wunden Christi.
Was bedeutet Alpha und Omega auf der Osterkerze?
Alpha ist der erste, Omega der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Auf der Osterkerze stehen sie für Christus als Anfang und Ende von allem. Die Jahreszahl daneben wird meist so gedeutet, dass auch das laufende Jahr in diesen Bogen gehört.
Wie lange brennt die Osterkerze?
Von der Osternacht bis Pfingsten brennt sie möglichst in jedem Gottesdienst, 2027 also vom 27. März bis 16. Mai. Danach steht sie meist beim Taufbecken und wird bei jeder Taufe entzündet, auch außerhalb der Osterzeit. Bei Beerdigungen steht sie vielerorts neben dem Sarg.
Wie gestaltet man eine Osterkerze für zu Hause?
Am einfachsten mit den Zeichen der Kirchenkerze: Kreuz, Alpha und Omega, Jahreszahl und fünf rote Punkte für die Wunden. Dazu eignen sich Wachsplatten, die man zuschneidet und andrückt. Das Bistum Eichstätt regt in einer Familienkatechese an, die eigene Osterkerze an Ostern zu entzünden, etwa an einem kleinen Osterfeuer im Garten, und das Licht ins Haus zu tragen.
Palmbuschen
Was gehört in einen Palmbuschen?
Fast immer blühende Weidenzweige mit Kätzchen und immergrüner Buchs. Je nach Gegend kommen Haselzweige, Thuja, Wacholder, Eibe oder Stechpalme dazu. Geschmückt wird mit bunten Bändern, gefärbten Eiern, Brezen oder Papierblumen, im Berchtesgadener Land mit gehobelten Holzbändern.
Welche Zweige nimmt man für den Palmbuschen?
Den Kern bilden Salweidenzweige mit Kätzchen, die in Bayern Palmkätzchen oder Palmkatzerl heißen. Dazu kommt Buchs als Zeichen des immergrünen Lebens. Ältere Überlieferungen kennen Buschen aus sieben verschiedenen Pflanzen. Seidelbast, früher verbreitet, steht heute unter Schutz.
Was macht man mit dem alten Palmbuschen?
Der gesegnete Buschen kommt traditionell ins Haus, oft hinter das Kreuz im Herrgottswinkel, auf die Felder oder auf das Grab der Angehörigen. Den Buschen vom Vorjahr wirft man ungern in den Müll; die Kirche verbrennt alte Palmzweige und gewinnt daraus die Asche für den Aschermittwoch.
Wann verbrennt man den Palmbuschen?
Die Pfarrei verbrennt die alten Palmzweige vor dem Aschermittwoch. Aus ihrer Asche wird das Aschenkreuz gezeichnet, mit dem die Fastenzeit beginnt. Der Kreis vom Palmsonntag zum nächsten Aschermittwoch schließt sich also im Feuer.
Was ist ein Palmesel?
Ein meist lebensgroßer Holzesel mit einer Christusfigur, der seit dem Mittelalter bei Palmprozessionen mitgezogen wurde. Eine frühe Beschreibung steht in der Lebensgeschichte des heiligen Ulrich von Augsburg. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Brauch verboten, nur wenige Orte wie Kühbach bei Aichach halten bis heute daran fest.
Wann ist Palmsonntag 2027?
Palmsonntag 2027 fällt auf den 21. März 2027, eine Woche vor Ostersonntag am 28. März 2027. Der Palmsonntag ist immer der Sonntag vor Ostern und eröffnet die Karwoche.
Perchtenlauf
Was sind Perchten?
Perchten sind maskierte Gestalten, die in den Raunächten zwischen Weihnachten und Dreikönig umgehen. Man unterscheidet die segensreichen Schönperchten und die furchterregenden Schiachperchten.
Wann ist die Perchtennacht?
Die Perchtennacht ist die Nacht vom 5. auf den 6. Januar, die letzte der Raunächte vor Dreikönig. 2027 fällt sie auf die Nacht von Dienstag auf Mittwoch.
Warum gibt es Perchten?
Mit Glocken, Lärm und Masken sollen die Perchten den Winter austreiben, die Schönperchten bringen Segen für das neue Jahr. Eine vorchristliche Herkunft wird oft behauptet, ist aber nicht belegt.
Woher kommen die Perchten?
Der Name geht vermutlich auf das althochdeutsche „peraht“ für „leuchtend, glänzend“ zurück. Belegt ist das Perchtenlaufen in Bayern seit 1601 in Berchtesgaden; ältere Ursprungsthesen sind umstritten.
Wo gibt es Perchten in Bayern?
Vor allem in Oberbayern, etwa im Berchtesgadener Land, im Chiemgau und im Landkreis Ebersberg mit dem Kirchseeoner Perchtenlauf. Im benachbarten Salzburger Land und in Tirol ist der Brauch ebenfalls stark verbreitet.
Pfingstritt
Wann ist der Pfingstritt in Bad Kötzting?
Der Kötztinger Pfingstritt findet jedes Jahr am Pfingstmontag statt, 2027 demnach am 17. Mai. Er ist eingebettet in die Pfingstfestwoche, die am Pfingstsamstag beginnt und bis zum folgenden Wochenende dauert. Das genaue Programm veröffentlicht die Stadt Bad Kötzting.
Wann beginnt der Pfingstritt in Bad Kötzting?
Die Reiter brechen am Vormittag des Pfingstmontags unter Glockengeläut vom Stadtplatz auf. Nach dem Reitergottesdienst in Steinbühl beginnt um 12 Uhr der Rückweg. Die genaue Startzeit steht im jährlichen Programm der Stadt.
Wie verläuft die Route des Kötztinger Pfingstritts?
Die Strecke führt von Bad Kötzting durch das Zellertal zur Wallfahrtskirche St. Nikolaus in Steinbühl, rund sieben Kilometer entfernt, und auf ähnlichem Weg zurück. Unterwegs liest der Geistliche an vier Stationen das Evangelium und segnet die Fluren.
Wer wird Pfingstbraut in Bad Kötzting?
Die Pfingstbraut wählt der Pfingstbräutigam selbst, nachdem der Stadtpfarrer ihn auf Vorschlag des Stadtrats ernannt hat. Braut, Bräutigam und die beiden Brautführer müssen ledig, katholisch und in der Gemarkung Bad Kötzting wohnhaft sein. Die anschließende Pfingsthochzeit ist rein symbolisch.
Was passiert in der Pfingstfestwoche in Bad Kötzting außer dem Ritt?
Am Pfingstsamstag findet der Rosstag mit Pferdemarkt statt, am Pfingstsonntag ein Zugleistungswettbewerb für Kaltblüter und Haflinger. Dazu kommt ein Volksfest, das bis zum Wochenende nach Pfingsten dauert.
Politischer Aschermittwoch
Was ist der Politische Aschermittwoch?
So heißen die Kundgebungen, zu denen Parteien am Aschermittwoch in Hallen, Kellern und Wirtshäusern einladen. Typisch sind kämpferische, oft derbe Reden vor großem Publikum in Volksfeststimmung mit Bier. Der Brauch stammt aus Niederbayern und hat inzwischen Nachahmer in vielen Bundesländern.
Wann ist der Politische Aschermittwoch 2027?
Der Politische Aschermittwoch fällt immer auf den Aschermittwoch, 2027 also auf Mittwoch, den 10. Februar. Ort und Beginn der einzelnen Kundgebungen legen die Parteien selbst fest und geben sie in den Wochen davor bekannt.
Wo findet der Politische Aschermittwoch statt?
Die bekanntesten Schauplätze liegen in Niederbayern. In Passau ist es seit 2004 die Dreiländerhalle, in Vilshofen an der Donau der Wolferstetter Keller. Weitere Parteien laden in Städte wie Deggendorf, Landshut, Dingolfing oder Osterhofen ein.
Wo wird der Politische Aschermittwoch übertragen?
Das Bayerische Fernsehen berichtet seit Jahrzehnten in Sondersendungen über die Kundgebungen, schon 2002 lief ein eigener Abend unter dem Titel Der politische Aschermittwoch in Bayern. Viele Parteien streamen ihre Veranstaltungen zudem selbst im Internet. Das genaue Programm geben die Sender kurz vorher bekannt.
Woher kommt der Politische Aschermittwoch?
Er geht auf den Vieh- und Rossmarkt in Vilshofen an der Donau zurück, wo sich Bauern am Aschermittwoch trafen, um über Preise und Tagesfragen zu reden. Seit 1580 ist das belegt. Die erste politische Kundgebung hielt der Bayerische Bauernbund am 5. März 1919.
Ratschen
Warum wird an Ostern geratscht?
Weil die Kirchenglocken nach dem Gloria am Gründonnerstag verstummen und erst beim Gloria der Osternacht wieder läuten. Das Schweigen ist ein Zeichen der Trauer um Leiden und Tod Jesu. In dieser Zeit übernehmen die hölzernen Ratschen die Aufgabe der Glocken und rufen zum Gebet.
Wann wird geratscht?
Hauptsächlich an Karfreitag und Karsamstag, und zwar zu den Zeiten, zu denen sonst die Glocken läuten: früh, mittags und abends zum Angelus sowie vor den Gottesdiensten. Viele Orte haben eine eigene, über Generationen weitergegebene Ratschordnung mit festen Uhrzeiten.
Was ist eine Ratsche?
Im Brauch ist die Ratsche ein hölzernes Lärminstrument. Bei der Drehratsche schlägt beim Kurbeln eine Holzfeder von Zahn zu Zahn einer Walze und erzeugt ein lautes Knattern. Daneben gibt es Hammer-, Kasten-, Schub- und Turmratschen sowie einfache Klappern.
Wer darf ratschen?
Traditionell waren es die Ministranten, lange nur die Buben, die deshalb Ratschenbuben hießen. Heute ratschen in den meisten Pfarreien auch Mädchen mit, mancherorts alle Kinder, die stark genug sind, die Ratsche zu tragen.
Was bekommen die Ratschenkinder?
Am Karsamstag gehen die Kinder von Haus zu Haus und sammeln ihren Lohn ein. Früher waren das vor allem Eier, heute meist Geld und Süßigkeiten. Vielerorts wird alles gerecht geteilt, manche Gruppen spenden einen Teil an die Ministrantenkasse oder für einen guten Zweck.
Fliegen die Glocken wirklich nach Rom?
So erklärt es der Volksmund den Kindern: Die Glocken fliegen in den Kartagen nach Rom, um dort gesegnet zu werden, und kehren zur Osternacht zurück. Tatsächlich bleiben sie im Turm, sie schweigen aus liturgischen Gründen.
Räuchern in den Rauhnächten
Wann räuchert man in den Rauhnächten?
Überliefert sind vor allem drei Termine: die Christnacht, die Silvesternacht und die Nacht vor Dreikönig am 6. Januar. Manche Gegenden zählen die Thomasnacht vom 20. auf den 21. Dezember als vierte dazu. Ein festes Datum gab es nie, das regelte jede Gegend und oft jedes Haus selbst.
Womit wurde in den Rauhnächten geräuchert?
Auf die Herdglut in der Räucherpfanne kamen Weihrauchkörner und geweihte Kräuter, häufig Zweige aus dem Palmbuschen oder Kräuter aus dem geweihten Kräuterbuschen. Volkstümlich werden außerdem Wacholder, Beifuß und Myrrhe genannt. Entscheidend war, dass das Räucherwerk geweiht war.
Warum räuchert man in den Rauhnächten?
Im Volksglauben galten die Nächte um den Jahreswechsel als offen für Geister und Unholde, das Räuchern sollte Haus, Stall und Familie für das neue Jahr schützen und segnen. Kirchlich gedeutet steht der aufsteigende Weihrauch für das Gebet. Eine gesundheitliche Wirkung ist damit nicht verbunden und wird hier auch nicht behauptet.
Gibt es einen Spruch zum Räuchern in den Rauhnächten?
Einen einheitlichen Räucherspruch gibt es nicht. Überliefert ist, dass das Räuchern unter Gebet geschah und vielerorts mit einem gemeinsamen Rosenkranz endete. Kirchliche Räuchersegen, wie ihn etwa die Erzdiözese Wien veröffentlicht hat, schließen mit dem Vaterunser.
Wie oft räuchert man in den Rauhnächten, und muss man überhaupt?
Traditionell an drei, höchstens vier Abenden, nicht an allen zwölf. Wer es heute als Familienbrauch pflegt, folgt einer Tradition, keiner Pflicht. Moderne Räucheranleitungen mit einem eigenen Ritual für jede der zwölf Nächte sind in den historischen Brauchbeschreibungen nicht belegt.
Rauhnächte
Was ist eine Rauhnacht?
Eine der Nächte zwischen Heiligabend und Dreikönig, die im Volksglauben als besondere Zeit galten. Man räucherte Haus und Stall aus, ließ bestimmte Arbeiten ruhen und suchte nach Vorzeichen für das kommende Jahr.
Wann ist die erste Rauhnacht?
Nach heute verbreiteter Zählung die Christnacht vom 24. auf den 25. Dezember. Wer der älteren Überlieferung folgt, beginnt mit der Thomasnacht vom 20. auf den 21. Dezember, 2026 also in der Nacht von Sonntag auf Montag.
Wann ist die letzte Rauhnacht?
Die Nacht vom 5. auf den 6. Januar, der Vorabend des Dreikönigstags. In Bayern gilt sie vielerorts als die wichtigste Raunacht; 2027 fällt sie auf die Nacht von Dienstag auf Mittwoch.
Wie viele Rauhnächte gibt es?
Je nach Region drei bis zwölf. Ursprünglich waren es vier herausgehobene Nächte, heute zählt man meist zwölf.
Wie lange dauern die Rauhnächte?
In der heute üblichen Zählung rund zwei Wochen, von Heiligabend bis zum Dreikönigstag. Nach der älteren Zählung ab dem Thomastag sind es gut zweieinhalb Wochen.
Schreibt man Rauhnächte oder Raunächte?
Nach amtlicher Rechtschreibung „Raunächte“. Die Schreibung mit h ist älter und noch weit verbreitet, gilt aber nicht mehr als korrekt; als Nebenform ist „Rauchnacht“ belegt.
Rauhnächte: Bedeutung und Herkunft
Woher kommt der Name Rauhnächte?
Das ist ungeklärt. Die eine Deutung führt ihn auf „rau“ im Sinn von „haarig“ zurück, eine Anspielung auf fellbekleidete Dämonen, die andere auf das Räuchern. Die Wörterbücher entscheiden die Frage nicht einheitlich.
Sind die Rauhnächte heidnisch?
Eine vorchristliche Herkunft wird oft behauptet, ist aber nicht belegt. Die überlieferten Bräuche sind eng mit dem Kirchenjahr verbunden, geräuchert wurde mit geweihtem Weihrauch und gesegnet mit Weihwasser.
Was bedeuten die einzelnen Rauhnächte?
Nach einer alten Bauernregel stand jede der zwölf Nächte für das Wetter eines Monats im neuen Jahr. Die heute in Ratgebern verbreiteten Themen für jede einzelne Nacht lassen sich in den ausgewerteten volkskundlichen Quellen nicht nachweisen.
Welche spirituelle Bedeutung haben die Rauhnächte?
Im überlieferten Brauchtum ging es um Segen und Schutz für Haus und Hof im christlichen Sinn. Heute deuten viele die Zeit als Gelegenheit für Rückblick, Innenschau und Vorsätze; das ist eine moderne Lesart.
Rauhnächte: Rituale und Bräuche
Wann verbrennt man den ersten Wunsch in den Rauhnächten?
Beim Ritual der 13 Wünsche in der ersten Raunacht, meist der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. In jeder folgenden Raunacht wird ein weiterer Zettel verbrannt. Im überlieferten Brauchtum kommt dieses Ritual nicht vor.
Wie formuliert man die 13 Wünsche für die Rauhnächte?
Eine überlieferte Regel gibt es nicht, weil das Ritual jung ist. In der Beschreibung der Bremer Pastorin Sabine Kurth sind es Wünsche für das neue Jahr, die einem persönlich wichtig sind, jeder auf einem eigenen Zettel.
Was macht man in den Rauhnächten?
Überliefert sind vor allem das Ausräuchern von Haus und Stall, das Ruhen bestimmter Arbeiten und Orakel für das neue Jahr. Am Ende steht der Dreikönigstag, an dem die Sternsinger den Segen an die Türen schreiben.
Was sollte man in den Rauhnächten nicht tun?
Nach altem Volksglauben keine Wäsche waschen oder aufhängen, nicht spinnen, nähen, backen oder ausmisten. Die Verbote waren von Ort zu Ort verschieden.
Warum soll man in den Rauhnächten keine Wäsche waschen?
Nach dem Volksglauben konnten böse Geister aufgehängte Wäsche als Leichentücher für das neue Jahr nutzen, oder die Wilde Jagd verfing sich in den Leinen. Im Raum Kitzingen sollte das Verbot einen Todesfall in der Familie abwenden.
Schäfflertanz
Wann ist der nächste Schäfflertanz?
Der nächste reguläre Schäfflertanz in München findet 2033 statt, wieder vom Dreikönigstag bis zum Faschingsdienstag. Die meisten anderen Orte mit siebenjährigem Rhythmus haben 2026 getanzt und sind damit ebenfalls 2033 wieder an der Reihe. Einige Gruppen, etwa in Bad Griesbach im Rottal oder Eichstätt, tanzen in einem versetzten Turnus.
Warum findet der Schäfflertanz nur alle sieben Jahre statt?
Woher der siebenjährige Rhythmus kommt, ist nicht geklärt. Erzählt werden eine wiederkehrende Pest, die Glückszahl Sieben und ein Erlass von Herzog Wilhelm IV., keine dieser Erklärungen ist belegt. Fest steht nur, dass sich der Turnus im 18. Jahrhundert eingespielt hat.
Wie lange dauert ein Schäfflertanz?
Die Münchner Schäffler brauchen für einen Auftritt etwa eine halbe Stunde, genauer 25 bis 30 Minuten. Dabei tanzen 25 Schäffler, begleitet von zehn Musikanten mit Blasmusik. Während einer Saison kommen in München über 450 Auftritte zusammen.
Was bedeutet der Schäfflertanz?
Der Tanz gilt als Zeichen von Lebensfreude und Neubeginn nach schweren Zeiten. Die Kasperl schwärzen Zuschauern die Nase, was an die Pest erinnern und Glück bringen soll. Volkskundlich ist er ein Zunftbrauch, mit dem die Schäffler sich und ihr Handwerk in der Stadt zeigten.
Wo gibt es außer in München einen Schäfflertanz?
Unter anderem in Kelheim, Dinkelscherben, Nonnenhorn am Bodensee, Berchtesgaden, Ingolstadt, Mainburg, Geisenfeld, Pfaffenhofen an der Ilm, Partenkirchen, Großmehring, Geiselhöring und Wasserburg am Inn sowie im Landkreis München in Ismaning, Aschheim und Kirchheim. Viele dieser Gruppen entstanden im 19. und frühen 20. Jahrhundert, oft über Turnvereine.
Schuhplattler
Woher kommt der Schuhplattler?
Der Schuhplattler stammt aus dem Ostalpenraum, als Kerngebiete gelten Tirol, Südtirol, Salzburg und Oberbayern. Er hat sich aus dem Ländler entwickelt, einem Paartanz im Dreivierteltakt, bei dem der Bursche um das Mädchen warb. Geschichten über einen mittelalterlichen Ursprung oder den Balztanz des Auerhahns sind Legenden ohne Beleg.
Warum schlagen sich Schuhplattler auf die Oberschenkel?
Die Schläge auf Schenkel, Knie und Schuhsohlen sind der Kern des Tanzes und geben ihm den Namen: Geplattelt wird mit der flachen Hand. Die Schläge folgen festen Figuren im Takt der Musik und machen den Tanz hörbar. Die kurze Lederhose sorgt dafür, dass der Schlag auf den Schenkel ordentlich knallt.
Welche Musik spielt man zum Schuhplattler?
Klassisch wird zur Musik eines Ländlers im Dreivierteltakt geplattelt. Nur Marschplattler wie der bekannte Holzhacker verlassen den Dreivierteltakt. Für die Probe hat der Bayerische Trachtenverband eigens eine CD mit Plattlermusik herausgegeben.
Wie lernt man Schuhplattler?
Schuhplattler lernt man in der Regel im örtlichen Heimat- und Trachtenverein, wo ein Vorplattler die Jugend- und Aktivengruppe anleitet. Die Grundschritte und Schlagfolgen werden langsam eingeübt, bevor sie im Takt zusammenkommen. Wer als Anfänger einsteigt, sollte mit regelmäßigen Proben über eine ganze Saison rechnen.
Tanzen auch Frauen Schuhplattler?
Im überlieferten Plattler platteln nur die Burschen, die Dirndl drehen sich dazu, was der Trachtenverband als Dirndldrahn bezeichnet. Reine Frauengruppen, die selbst platteln, gibt es seit einigen Jahren vor allem in Österreich und Südtirol, in der Trachtenszene sind sie umstritten.
Schwäbisch-alemannische Fasnet in Bayern
Wann ist Fasnet, wann fängt sie an und wann ist sie vorbei?
Die Fasnetszeit beginnt traditionell nach dem Dreikönigstag, in Lindau etwa 2026 am 9. Januar mit dem Häsabstauben. Ihre Hochphase startet am Gumpigen oder Schmotzigen Donnerstag und endet in der Nacht vom Fasnetsdienstag auf den Aschermittwoch. 2027 sind das der 4. bis 9. Februar, am 10. Februar ist die Fasnet vorbei.
Wo sagt man Fasnet?
Fasnet ist das Wort der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, also in Württemberg, Oberschwaben, am Bodensee und im Allgäu. In Bayern hört man es vor allem westlich des Lechs, in Lindau und im Westallgäu. Im übrigen Altbayern sagt man Fasching, in Franken Fastnacht.
Was ist ein Narrensprung?
Der Narrensprung ist der große Umzug der Narrenzünfte, bei dem sich die Gruppen in festgelegter Reihenfolge mit ihren Figuren zeigen. Der Begriff stammt aus Rottweil. Gesprungen wird je nach Figur tatsächlich, nötig ist es für den Namen aber nicht.
Was kostet eine Fasnet-Maske?
Eine neu geschnitzte Holzlarve kostet mindestens mehrere hundert Euro, nach oben gibt es kaum eine Grenze. Weil Larve und Häs Jahrzehnte halten, werden sie oft in der Familie weitergegeben. Viele Zünfte stellen ihren Mitgliedern das Häs auch zur Verfügung.
Was ist die VSAN?
Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte wurde 1924 gegründet und ist die älteste bestehende Interessenvereinigung der Fastnacht in Deutschland. Auf ihre Initiative wurde die schwäbisch-alemannische Fastnacht 2014 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Auch die Narrenzunft Lindau ist Mitglied.
Siebenschläfertag
Wann ist Siebenschläfer 2027?
Der Siebenschläfertag ist jedes Jahr am 27. Juni, 2027 an einem Sonntag. Weil die Bauernregel älter ist als die Kalenderreform von 1582, liegt der eigentlich gemeinte Stichtag heute um den 7. Juli, 2027 ein Mittwoch. Meteorologen schauen deshalb auf den ganzen Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli.
Was sagt die Siebenschläfer-Bauernregel?
Dass das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen lang anhält. Bekannte Fassungen lauten: Regnet's am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag, oder: Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne. Gemeint ist weniger der einzelne Tag als die Großwetterlage, die sich um diese Zeit einstellt.
Stimmt die Siebenschläfer-Regel?
Erstaunlich oft, wenn man sie richtig liest. Bezogen auf den Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli trifft sie nach dem Deutschen Wetterdienst in etwa zwei von drei Jahren zu. Für Südbayern nennt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sogar rund 80 Prozent. Für das Wetter eines einzelnen Tages taugt sie dagegen nicht.
Warum heißt der Siebenschläfer Siebenschläfer?
Nach einer frühchristlichen Legende von sieben jungen Christen, die sich vor der Verfolgung in einer Höhle bei Ephesos versteckten, eingemauert wurden und erst nach rund 200 Jahren wieder aufwachten. Ihr Gedenktag ist der 27. Juni. Mit dem gleichnamigen Nagetier hat der Tag nichts zu tun.
Wann ist die Schafskälte und wann der Siebenschläfer?
Die Schafskälte kommt zuerst: Sie fällt meist zwischen den 4. und 20. Juni, am häufigsten um den 11. Juni, und bringt einen Kälterückfall. Der Siebenschläfer folgt am 27. Juni, meteorologisch maßgeblich ist bei ihm die Zeit bis Anfang Juli. Davor liegen im Mai die Eisheiligen.
Silvester und Neujahr in Bayern
Warum heißt Silvester Silvester?
Der Tag ist nach Papst Silvester I. benannt, der am 31. Dezember 335 gestorben ist und auf dessen Gedenktag das Datum fällt. Ein kirchliches Fest ist Silvester trotzdem nicht. Dass der 31. Dezember das Jahr beschließt, gilt seit der gregorianischen Kalenderreform von 1582.
Ist Bleigießen verboten?
Ja, Bleigieß-Sets dürfen seit 2018 in der EU nicht mehr verkauft werden. Die Chemikalienverordnung erlaubt in solchen Produkten höchstens 0,3 Prozent Blei, die Sets enthielten mehr als 70 Prozent. Als Ersatz hat sich das Wachsgießen durchgesetzt, alte Bleifiguren gehören in den Sondermüll.
Woher kommt der Brauch, an Silvester Lärm zu machen?
Verbreitet ist die Deutung, Lärm solle böse Geister des alten Jahres vertreiben, Kirchenpublikationen führen das auf germanische und römische Traditionen zurück. Sicher belegen lässt sich diese Herkunft nicht. Das Feuerwerk ist jünger, das erste deutsche Feuerwerk wird auf das Jahr 1506 datiert.
Was ist Neujahrsanblasen?
Beim Neujahrsanblasen ziehen Blaskapellen um den Jahreswechsel von Haus zu Haus und wünschen den Bewohnern mit Musik ein gutes neues Jahr. Die Bewohner bedanken sich mit einer Spende für die Kapelle. In Steingaden etwa spielt die Musikkapelle an Neujahr ein Ständchen auf dem Marktplatz und teilt sich dann in Gruppen auf.
Welche Glücksbringer gibt es zu Silvester?
Klassisch sind Hufeisen, Glücksschwein, Marienkäfer, Schornsteinfeger und eine Münze in der Tasche. Für das Hufeisen gibt es sogar eine Legende um Papst Silvester. Die Herkunftsgeschichten der anderen Glücksbringer sind meist volkstümlich und nicht belegt.
Sonnwendfeuer und Johannifeuer
Wann ist Sonnwendfeuer?
Sonnwendfeuer brennen um die Sommersonnenwende, die zwischen dem 20. und 22. Juni liegt, Johannifeuer in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni. Viele Vereine legen ihr Feuer auf das nächstgelegene Wochenende. 2027 fällt der Johannistag auf einen Donnerstag, der Vorabend also auf Mittwoch, den 23. Juni.
Was ist der Unterschied zwischen Sonnwendfeuer und Johannifeuer?
Der Unterschied liegt im Bezug: Das Sonnwendfeuer knüpft an die astronomische Sonnenwende an, das Johannifeuer an den Johannistag, das Geburtsfest Johannes des Täufers am 24. Juni. Im Brauch selbst sind beide Feuer kaum zu unterscheiden, oft werden die Namen gleichbedeutend verwendet.
Was bedeutet das Sonnwendfeuer?
Es feiert den längsten Tag des Jahres. Christlich gedeutet steht das Feuer für Christus als Licht, auf das Johannes der Täufer hinwies. Im Volksglauben galt das Johannifeuer als Schutz gegen Unheil, Hagel und Krankheit; der Sprung über die Glut sollte Glück und eine baldige Hochzeit bringen.
Ist das Sonnwendfeuer ein germanischer Brauch?
Das lässt sich nicht belegen. Volkskundler halten vorchristliche Wurzeln von Feuern zur Sonnenwende für möglich, schriftlich greifbar wird der Brauch aber erst im 12. Jahrhundert und bereits als Johannisfeuer. In der NS-Zeit wurden Sonnwendfeiern ideologisch missbraucht, was die germanische Deutung bis heute verzerrt.
Wo sieht man Bergfeuer in Bayern?
Bekannt sind die Johannifeuer rund um Mittenwald, Krün und Wallgau, die am Abend des 23. Juni nacheinander auf steilen Gipfeln aufflammen. Ein guter Aussichtspunkt ist der Kranzberg gegenüber von Mittenwald. Das berühmte Bergfeuer von Ehrwald liegt jenseits der Grenze in Tirol.
Starkbierzeit
Wann ist Starkbierzeit 2027?
Die Starkbierzeit beginnt nach dem Aschermittwoch, 2027 also nach dem 10. Februar, und endet spätestens zu Ostern am 28. März 2027. Das Starkbierfest am Nockherberg läuft 2027 vom 26. Februar bis 21. März, der Löwenbräukeller schenkt vom 12. Februar bis 20. März 2027 aus. Weitere Häuser veröffentlichen ihre Termine meist erst im Winter.
Wie viel Prozent hat Starkbier?
Rechtlich ist Starkbier ein Bier mit ab 16 Prozent Stammwürze. Die Münchner Fastenbiere liegen nach Angaben des Münchner Tourismusamts bei mindestens 18 Prozent Stammwürze und um 7,5 Prozent Alkohol. Ein normales Helles vom Fass hat rund 5 Prozent.
Was bedeutet Derblecken?
*Derblecken* ist bairisch und heißt so viel wie jemanden spöttisch aufziehen. Beim Starkbieranstich am Nockherberg werden Politiker aller Parteien in einer Fastenpredigt und einem Singspiel verspottet, während sie im Saal sitzen. Nach Angaben der Stadt München machte der Humorist Jakob Geis das Derblecken 1891 zur festen Tradition.
Warum heißt das Bier Salvator?
Die Paulanermönche nannten ihr Fastenbier zu Ehren ihres Ordensgründers Sankt-Vater-Bier. Aus dem Sankt Vater wurde im Volksmund Salvator. Viele Brauereien haben die Endung später übernommen und nennen ihre Starkbiere Triumphator, Maximator oder Optimator.
Warum gibt es in der Fastenzeit Starkbier?
Die Mönche beriefen sich auf den Grundsatz, dass Flüssiges das Fasten nicht bricht. Ein kräftiges, kalorienreiches Bier half ihnen über die Wochen ohne feste Nahrung. Aus diesem Fastenbier wurde später ein öffentlicher Ausschank und schließlich das Starkbierfest.
Steckerlfisch
Welcher Fisch wird für Steckerlfisch verwendet?
Am häufigsten ist heute die Makrele, weil sie günstig und fettreich ist und auf dem Grill saftig bleibt. Traditionell kamen heimische Weißfische und Renken auf das Steckerl, außerdem werden Forelle, Saibling, Lachsforelle und gelegentlich Zander gegrillt. An den Seen wie dem Chiemsee ist die Renke der klassische Fisch.
Wie isst man Steckerlfisch?
Steckerlfisch wird meist im Papier gereicht, in das er nach dem Grillen eingeschlagen wird, und direkt daraus gegessen, mit den Fingern oder einer Gabel. Wer sitzt, bekommt ihn auch auf dem Teller. Dazu gibt es Brezn oder Semmel.
Was isst man zu Steckerlfisch?
Die klassische Begleitung ist eine Breze oder Semmel. Wer sitzt, nimmt oft bayerischen Kartoffelsalat dazu, der mit Brühe und Essig angemacht wird und nicht mit Mayonnaise, außerdem Radieschen oder im Biergarten einen Radi.
Warum gibt es am Karfreitag Steckerlfisch?
Der Karfreitag ist wie der Aschermittwoch ein kirchlicher Fast- und Abstinenztag, an dem Katholiken auf Fleisch verzichten. Fisch ist davon ausgenommen. Deshalb passt der Steckerlfisch an diesen Tagen in den Kalender, auch wenn die eigentliche Grillsaison erst im Mai beginnt.
Wie wird Steckerlfisch gewürzt?
Gewürzt wird traditionell schlicht. Viele Fischer und Wirte legen die Fische vorher in Salzlake ein oder bestreichen sie mit Öl, Salz und Gewürzen, beim Grillen wird mehrmals nachgepinselt, damit die Haut knusprig wird. Kräftige Mittelmeerkräuter sind eher unüblich.
Sternsinger
Was bedeutet C+M+B?
Die Buchstaben standen ursprünglich für die Namen der Heiligen Drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar. Heute werden sie als lateinischer Segensspruch gelesen: Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus. Die Jahreszahl wird geteilt davor und dahinter geschrieben, für 2027 also 20*C+M+B+27.
Was schreiben die Sternsinger an die Tür?
Mit gesegneter Kreide schreiben sie den Segen über die Tür oder an den Türstock, zum Beispiel 20*C+M+B+27. Der Stern erinnert an den Stern von Betlehem und steht für Christus, die drei Kreuze für die Dreifaltigkeit.
Wann kommen die Sternsinger 2027?
Das entscheidet jede Pfarrei selbst, üblich ist die Zeit zwischen dem 27. Dezember und dem dritten Freitag im Januar. In Bayern werden die Sternsinger am 29. Dezember 2026 in Dachau, Nordendorf und Amberg sowie am 30. Dezember 2026 in Bamberg, Eichstätt und Passau diözesan ausgesandt. Den Besuchstermin im eigenen Ort veröffentlicht das Pfarramt.
Was gibt man den Sternsingern?
Üblich ist eine Geldspende für die Sammelbüchse, die vollständig an das Kindermissionswerk geht, dazu oft Süßigkeiten für die Kinder selbst. Viele Pfarreien geben einen Teil der Süßigkeiten an soziale Einrichtungen weiter. Eine feste Summe gibt es nicht.
Wohin geht das Geld der Sternsinger?
Alle Spenden werden an das Kindermissionswerk Die Sternsinger in Aachen überwiesen, das jährlich rund 600 Projekte für Kinder in Not weltweit fördert. Über die Vergabe entscheidet eine Kommission. Seit 1959 kamen so mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammen.
Warum ist kein Sternsinger mehr schwarz geschminkt?
Lange wurde einer der drei Könige schwarz geschminkt. Die Träger der Aktion halten das nicht mehr für zeitgemäß und empfehlen, die Kinder gar nicht zu schminken. Ihr Motto lautet sinngemäß: Kommt so, wie ihr seid.
Tanz in den Mai
Wann ist Tanz in den Mai 2027?
Getanzt wird in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. 2027 ist das die Nacht von Freitag, 30. April, auf Samstag, 1. Mai 2027. Die Veranstaltungen selbst legen Vereine, Wirte und Clubs fest.
Warum feiert man Tanz in den Mai?
Der 1. Mai galt lange als Sommerbeginn, an ihm hingen Termine wie der Viehaustrieb, und der Vorabend bot Gelegenheit, ausgelassen zu feiern. Dazu kommt, dass der 1. Mai heute arbeitsfrei ist. Eine ungebrochene Linie zu einem heidnischen Frühlingsfest lässt sich nicht belegen.
Woher kommt der Name Walpurgisnacht?
Der Name verweist auf die heilige Walburga, deren Heiligsprechung am 1. Mai gefeiert wird; die Walpurgisnacht ist schlicht die Nacht davor. Die Abtei St. Walburg in Eichstätt betont, dass Hexenspuk und nächtliches Treiben keinen Zusammenhang mit der Verehrung der Heiligen haben.
Wie feiert man Tanz in den Mai in Bayern?
Auf dem Land meist mit einem Maitanz von Vereinen, oft verbunden mit dem Bewachen des Maibaums, der am 1. Mai aufgestellt wird. In Städten überwiegen Partys in Clubs und Hallen. Dazu kommt die Freinacht, in der Jugendliche harmlose Streiche spielen.
Was zieht man zum Tanz in den Mai an?
Bei Maifesten von Trachten- und Burschenvereinen sind Dirndl und Lederhose üblich, aber keine Pflicht. Bei Partys in Clubs und Hallen gibt es keinen Brauch zur Kleidung.
Totenbretter
Was steht auf Totenbrettern?
Auf den meisten Totenbrettern stehen Name, Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen, dazu ein Kreuz und oft ein kurzer Spruch. Die ältesten Bretter trugen nur drei eingeschnittene oder aufgemalte Kreuze. Viele Sprüche sind gereimt und bitten die Vorübergehenden um ein Vaterunser.
Warum ließ man Totenbretter verfaulen?
Nach einem verbreiteten Volksglauben fand die Seele des Verstorbenen erst Erlösung aus dem Fegefeuer, wenn sein Brett verfallen war. Deshalb verwendete man Weichholz wie Fichte und ließ die Bretter ungeschützt im Wetter stehen. Die aufwendig bemalten Bretter des 19. Jahrhunderts gelten als Abkehr von dieser Vorstellung.
Wo kann man Totenbretter im Bayerischen Wald sehen?
Totenbretter stehen etwa am Kalvarienberg in Regen, in Bodenmais, in Neukirchen beim Heiligen Blut, in Sankt Englmar und bei der Burgruine Runding. In Arrach gibt es eine Kulturführung zu Totenbrettern und Marterln. In der Oberpfalz sind Kemnath, Ödschönlind bei Bärnau und die Gegend um Vohenstrauß bekannt.
Wer macht heute noch Totenbretter?
Heute fertigen einzelne Schreiner, Holzbildhauer und Maler im Bayerischen Wald Totenbretter auf Bestellung, vom Rohholz bis zur handgemalten Beschriftung. Aufgebahrt wird darauf niemand mehr, die Bretter sind reine Gedenkzeichen. Wer eines aufstellen möchte, sollte vorab mit Grundeigentümer und Gemeinde sprechen.
Trachtenhut
Womit sind in Bayern die Trachtenhüte der Männer geschmückt?
Üblich sind der Gamsbart aus den Rückenhaaren der Gämse, Adlerflaum, Adlerfedern, Spielhahnfedern vom Birkhahn und je nach Gegend auch Reiherfedern. Welcher Schmuck gilt, legt der Trachtenverein fest, innerhalb eines Vereins tragen ihn alle gleich. Dazu kommen wenige Vereins- oder Ehrenabzeichen.
Was kostet ein Gamsbart?
Einen festen Preis gibt es nicht, denn ein Gamsbart ist Handarbeit aus einem Naturmaterial. Für einen Bart werden die Haare von mehreren Gamsböcken verarbeitet, ein Binder rechnet mit 30 bis 40 Stunden Arbeit. Große Bärte mit langem hellem Reif gehören deshalb zu den teuersten Stücken der Tracht, ein Hirschbart ist deutlich günstiger.
Wie trägt man einen Gamsbart richtig?
Der Gamsbart steckt in einer Metallhülse am Hut, wo genau, richtet sich nach Region und Verein. Nach der Überlieferung in der Miesbacher Tracht galt ein nach vorn geneigter Bart oder eine nach vorn geneigte Feder als Zeichen der Rauflust. Wer friedlich bleiben will, achtet also auf die Neigung.
Nimmt man den Trachtenhut in der Kirche ab?
Männer nehmen den Trachtenhut beim Betreten einer Kirche und bei kirchlichen Handlungen im Freien ab, sonst bleibt er wie eine Uniformmütze auf dem Kopf. Für Fahnenträger und stehende Musiker gelten Ausnahmen. Frauen behalten ihren Hut in der Regel auch in der Kirche auf.
Passt ein Trachtenhut zum Dirndl?
Zur Frauentracht gehört in vielen Gegenden ein eigener Hut, etwa der Miesbacher Hut oder der Priener Hut. Zum modischen Dirndl, wie es auf der Wiesn getragen wird, gehört er dagegen nicht. Der Gauverband Nordamerika etwa rät in seinen Trachtenrichtlinien ausdrücklich davon ab, ein Dirndl mit einem Trachtenhut zu kombinieren.
Trachtenvereine in Bayern
Was macht ein Trachtenverein?
Ein Trachtenverein sorgt dafür, dass die Tracht seiner Gegend in ihrer überlieferten Form getragen wird, und pflegt dazu Volkstanz, Schuhplattler, Volkslied, Mundart und Laienspiel. Seine Mitglieder rücken in Tracht zu Kirchenfesten, Prozessionen und Gaufesten aus. Ein großer Teil der Arbeit ist Jugendarbeit in Kinder- und Jugendgruppen.
Wie viele Trachtenvereine gibt es in Bayern?
2016 waren im Bayerischen Trachtenverband nach Auskunft des Kultusministeriums 788 Ortsvereine mit zusammen knapp 161.000 Mitgliedern organisiert, 2007 waren es noch 850 Vereine. Die Mitgliederzahl blieb dabei fast stabil. Zum 1. Januar 2026 weist der Verband für seine 22 Gauverbände zusammen rund 158.000 Mitglieder aus.
Wann wurde der erste Trachtenverein gegründet?
Als erster Trachtenverein Bayerns gilt der Verein, den der Lehrer Josef Vogl am 25. August 1883 in Bayrischzell mit anderen jungen Männern gründete. Er sollte die Volkstracht im Leitzachtal erhalten. Ein Vorläufer war die schon 1859 in Miesbach eingetragene Gesellschaft Gemüthlichkeit.
Was ist der Bayerische Trachtenverband?
Der Bayerische Trachtenverband ist der Dachverband der bayerischen Gauverbände und ihrer Ortsvereine. In seiner heutigen Form entstand er 2002 aus dem Zusammenschluss zweier Landesverbände, deren ältere Wurzeln bis 1909 und 1925 zurückreichen. Seine Geschäftsstelle liegt im Trachtenkulturzentrum Holzhausen bei Geisenhausen in Niederbayern.
Welcher Gauverband ist der größte?
Mit Abstand am größten ist der Gauverband I mit Sitz in Traunstein, der zum 1. Januar 2026 über 41.000 Mitglieder meldet. Er ist zugleich der älteste, gegründet 1890 in Bad Feilnbach. Es folgen der Oberlandler Gauverband in Miesbach und der Bayerische Inngau in Rosenheim mit jeweils rund 14.000 Mitgliedern.
Viehscheid im Allgäu
Was ist ein Viehscheid?
Viehscheid heißt im Allgäu der Almabtrieb. Der Name kommt vom Scheiden: Das Vieh vieler Bauern, das gemeinsam auf einer Alpe war, wird am Scheidplatz getrennt und den Besitzern zurückgegeben. Danach feiern Hirten, Bauern und Gäste gemeinsam.
Wann ist Viehscheid in Oberstdorf 2027?
Der Viehscheid in Oberstdorf ist am Montag, 13. September 2027, mit rund 1.000 Tieren von fünf Alpen. Schon am Freitag, 10. September 2027, ist der Viehscheid in Schöllang mit rund 600 Tieren. Beide Termine nennt der Tourismus Oberstdorf.
Wann ist Viehscheid in Oberstaufen?
Oberstaufen hat zwei Viehscheide, den Staufner Viehscheid mit Scheidplatz in Höfen und eine Woche später den Thaler Viehscheid in Thalkirchdorf. 2026 waren das der 11. und der 18. September. Die Termine für 2027 veröffentlicht Oberstaufen Tourismus rechtzeitig vor der Saison.
Wann sind die Viehscheide im Allgäu?
Die Allgäuer Viehscheide liegen zwischen Anfang September und Anfang Oktober, die meisten in der zweiten und dritten Septemberwoche. Die Allgäu GmbH veröffentlicht jedes Jahr eine Terminliste aller Orte.
Wo ist der schönste Viehscheid im Allgäu?
Eine objektive Antwort gibt es nicht. Groß und lebhaft sind die Scheide in Oberstdorf und Oberstaufen, ruhiger und dörflicher geht es an kleineren Scheidplätzen zu. Wer die eigentliche Arbeit sehen will, stellt sich an den Scheidplatz, wer die Herde erleben will, an die Strecke.
Wasservogel
Was ist der Wasservogel an Pfingsten?
So heißen in Altbayern die Burschen, die am Pfingstsonntag als Gruppe durchs Dorf ziehen, vor jedem Haus Strophen singen und dafür Eier, Geld oder eine Brotzeit bekommen. Dazu gehört, dass sie von Fenster oder Balkon aus mit Wasser übergossen werden. Der Brauch heißt Wasservogelsingen oder im Dialekt Wossavegl.
Wo gibt es das Wasservogelsingen in Bayern?
Heute vor allem im Landkreis Freyung-Grafenau und im nördlichen Landkreis Passau, etwa in Herzogsreut und um St. Oswald. Getragen wird er von Trachtenvereinen, Feuerwehren, Sportvereinen und Burschengruppen.
Was ist ein Pfingstochse?
Beim ersten Viehaustrieb auf die Sommerweide, der vielerorts um Pfingsten lag, wurde das kräftigste Tier mit Kränzen, Bändern und Blumen geschmückt und vorneweg getrieben. Aus diesem Brauch stammt die spöttische Redensart, jemand sei herausgeputzt wie ein Pfingstochse.
Welche Bräuche gibt es an Pfingsten in Bayern?
Neben dem Wasservogelsingen sind das vor allem die Pfingstritte wie der Kötztinger Pfingstritt, das Englmarisuchen in Sankt Englmar mit dem Auftritt des Pfingstl, das Pfingstlümmelfahren in der Oberpfalz, der geschmückte Pfingstochse beim Viehaustrieb und die Pfingstmaien aus Birkengrün.
Wann ist Pfingsten 2027?
Pfingstsonntag ist am 16. Mai 2027, Pfingstmontag am 17. Mai 2027. Pfingsten liegt immer 49 Tage nach Ostersonntag, der 2027 auf den 28. März fällt. Das Wasservogelsingen findet traditionell am Pfingstsonntagabend statt.
Weihnachten in Bayern
Wer bringt in Bayern die Geschenke, Christkind oder Weihnachtsmann?
In Bayern ist es traditionell das Christkind. Es löste in der Reformationszeit zuerst in evangelischen Gegenden den Nikolaus als Gabenbringer ab und setzte sich Anfang des 20. Jahrhunderts auch im katholischen Bayern durch. Der Weihnachtsmann, der aus der Nikolausfigur hervorging, ist eher in Nord- und Mitteldeutschland zu Hause.
Wie sagt man Frohe Weihnachten auf Bayerisch?
Geläufig sind Formen wie „Frohe Weihnachtn“, „Gsegnete Weihnachtn“ oder „A scheene Weihnacht“. Zum Jahreswechsel passt „A guads Neis“. Wie genau es klingt, hängt von der Gegend ab, im Allgäu und in Franken spricht man anders als in Niederbayern.
Ist Heiligabend in Bayern ein Feiertag?
Nein, gesetzliche Feiertage sind nur der erste und zweite Weihnachtstag am 25. und 26. Dezember. Heiligabend ist nach dem Bayerischen Feiertagsgesetz aber ein stiller Tag: Ab 14 Uhr sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur erlaubt, wenn sie den ernsten Charakter des Tages wahren.
Was ist das Frauentragen im Advent?
Beim Frauentragen wandert ein Bild oder eine Figur der schwangeren Maria im Advent von Haus zu Haus. Jede Familie behält sie eine Nacht und hält eine kurze Andacht, bevor sie die Figur weitergibt. Der Brauch erinnert an die Herbergssuche von Maria und Josef und endet an Heiligabend mit der Rückkehr der Figur in die Kirche.
Was ist die Christmette?
Die Christmette ist der nächtliche Gottesdienst in der Heiligen Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Traditionell wird sie als Mitternachtsmette gefeiert. Im Berchtesgadener Land schießen die Weihnachtsschützen die Mette mit Handböllern an.
Werdenfelser Fasnacht
Was ist die Bedeutung von Maschkera?
Maschkera ist das Werdenfelser Wort für Maskierte, und es bezeichnet zugleich den Brauch, die Masken und ihre Träger. Ein Maschkera trägt eine geschnitzte Holzlarve, ein Seidentuch über Haar und Stirn, einen Hut und alte Tracht. Er darf nicht erkannt werden und verstellt deshalb Stimme, Gang und Gesten.
Wann ist der Unsinnige Donnerstag in Mittenwald 2027?
Der Unsinnige Donnerstag fällt 2027 auf den 4. Februar. In Mittenwald ist es der höchste Faschingstag, an dem die Schellenrührer den großen Zug durch den Ort anführen. Die Uhrzeit gibt der Markt Mittenwald bekannt, in den Vorjahren begann der Zug um die Mittagszeit im Obermarkt.
Wer sind die Schellenrührer?
Die Schellenrührer sind zwölf maskierte Männer in Tracht, die große Kuhschellen auf dem Rücken tragen und damit läuten. Sie eröffnen den Zug am Unsinnigen Donnerstag. Nach örtlicher Deutung stehen sie für die zwölf Monate und sollen den Frühling wecken.
Was ist ein Gungl?
Gungln heißt das Treffen der Maschkera im Wirtshaus. An bestimmten Abenden der Faschingszeit, in Mittenwald montags, dienstags und donnerstags, kommen sie unangemeldet, fordern Frauen zum Tanz auf, singen oder spielen kleine Szenen und verschwinden wieder, ohne die Larve abzunehmen.
Wie alt sind die Werdenfelser Larven?
Manche Larven sind bis zu 300 Jahre alt. Als älteste gelten die Kirchenlarven, die vermutlich von Handwerkern geschnitzt wurden, die an Kirchenbauten der Gegend arbeiteten. Viele Larven werden bis heute in den Familien weitervererbt.
Die Wilde Jagd in den Rauhnächten
Was ist die Wilde Jagd?
Die Wilde Jagd ist ein Sagenmotiv: ein unsichtbares oder gespenstisches Heer aus Toten, Geistern und Tieren, das nachts mit großem Lärm über den Himmel jagt. Wer ihm begegnet, soll sich zu Boden werfen oder ins Haus flüchten. Der Begriff selbst geht auf Jacob Grimms Deutsche Mythologie von 1835 zurück.
Wann ist die Wilde Jagd unterwegs?
Vor allem in den Raunächten zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar. Nach dem Volksglauben bricht sie um die Mitte dieser Zeit, also um Silvester, auf und kommt am 6. Januar zur Ruhe. Manche Sagen nennen zusätzlich Fastnacht, die Fronfasten oder den Karfreitag.
Wer führt die Wilde Jagd an?
Das hängt von der Gegend ab. Im Norden ist es oft Wotan oder Hackelberg, in Mitteldeutschland Frau Holle, in Bayern und Österreich vor allem Frau Perchta. In Schwaben taucht ein Berchtold auf, in einzelnen Sagen auch Dietrich von Bern.
Hat die Wilde Jagd etwas mit Odin zu tun?
Namen wie Wuotes her und Wüetisheer erinnern an Wotan, und Jacob Grimm sah darin einen alten Götterglauben. Diese germanische Deutung ist bis heute verbreitet, in der Forschung aber umstritten. Andere Erklärungen verweisen auf Winterstürme, Totenvorstellungen oder Maskenumzüge.
Wolfauslassen im Bayerischen Wald
Wann ist Wolfauslassen?
Das Wolfauslassen gehört zum Martinstag am 11. November. In Rinchnach beginnt es am Abend des 9. November mit dem Anmelden in den Dörfern, am 10. November folgt ab 18 Uhr das Große Wolfauslassen im Ortskern, 2026 an einem Dienstag. In einzelnen Dörfern läuten Gruppen noch am Mittag des Martinstags, die Termine anderer Orte geben Gemeinden und Vereine selbst bekannt.
Was bedeutet Wolfauslassen?
Der Brauch geht auf die Hirten zurück, die am Ende der Weidezeit um Martini ihren Jahreslohn einforderten und dabei mit Glocken und Goaßlknallen durchs Dorf zogen. Der Name wird unterschiedlich gedeutet, meist mit der Vorstellung, dass das Vieh nun im Stall steht und die Weide wieder dem Wolf überlassen werden kann. Eine eindeutig belegte Erklärung gibt es nicht.
Wie schwer sind die Glocken beim Wolfauslassen?
Die Glocken sind zwischen etwa 20 und 90 Zentimetern hoch und können bis zu 35 Kilogramm wiegen. Benannt werden sie nach ihrer Höhe, ein 35er misst also 35 Zentimeter. Getragen werden sie an breiten Lederriemen, je nach Gegend über der Schulter oder um die Hüfte.
Was ist der Hirtenspruch beim Wolfauslassen?
Der Hirtenspruch ist der Spruch, den der Anführer der Gruppe, der Hirte, vor jedem Haus aufsagt, bevor der Hausherr das Hirtengeld gibt. Vorher und nachher wird geläutet. Es gibt zahlreiche örtliche und familiäre Fassungen, eine einheitliche Version existiert nicht.