Brauchtum in BayernBräuche, belegt erzählt
Feiertag · Ganz Bayern

Heilige Drei Könige

Heilige Drei Könige am 6. Januar: warum der Tag in Bayern Feiertag ist, was Epiphanias bedeutet, wie die Könige heißen und was Dreikönigswasser ist.

Kurz gesagt

Heilige Drei Könige, auch Dreikönigstag oder Epiphanias, ist am 6. Januar und in Bayern gesetzlicher Feiertag, ebenso in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt; 2027 fällt er auf einen Mittwoch. Die Kirche feiert die Erscheinung des Herrn und erinnert an die Sterndeuter, die dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten. In Bayern werden an diesem Tag Dreikönigswasser, Kreide und Weihrauch geweiht, die Sternsinger ziehen von Haus zu Haus, und die Raunächte gehen zu Ende.

Am Morgen des 6. Januar riecht es in manchen bayerischen Pfarrkirchen nach Weihrauch, und neben dem Taufbecken stehen Kanister mit frisch gesegnetem Wasser. Am Kirchenausgang liegen kleine Säckchen mit Kreide, Weihrauchkörnern und Kohle bereit, daneben die Spendenbüchse. Draußen klingeln Kinder mit Papierkronen an den Haustüren. Der Dreikönigstag ist in Bayern ein voller Feiertag, mit freiem Tag, Hochamt und einer ganzen Reihe von Hausbräuchen, und er schließt die Weihnachtswochen ab, die mit dem Advent begonnen haben.

Was feiert man an Heilige Drei Könige?

Kirchlich heißt der 6. Januar Erscheinung des Herrn, griechisch Epiphanie, in der evangelischen Kirche Epiphanias. Das Wort bedeutet Erscheinung und meint, dass Gott in Jesus Christus für die Welt sichtbar wird. In der westlichen Kirche hat das Fest drei Inhalte: die Anbetung durch die Sterndeuter aus dem Osten, die Taufe Jesu im Jordan und die Hochzeit zu Kana, bei der Jesus Wasser in Wein verwandelt. Im Volksmund hat sich der erste Inhalt durchgesetzt, deshalb sagt man in Bayern Heilige Drei Könige oder einfach Dreikönig.

Die Ostkirchen feiern an diesem Tag vor allem die Taufe Jesu, verbunden mit einer großen Wasserweihe. Die Armenisch-Apostolische Kirche begeht am 6. Januar sogar Weihnachten. In der katholischen Kirche ist Epiphanie ein Hochfest. Das Fest der Taufe des Herrn folgt am Sonntag danach, 2027 also am 10. Januar.

Ist Heilige Drei Könige in Bayern ein Feiertag?

Ja, und zwar im ganzen Land. Das Bayerische Feiertagsgesetz von 1980 führt in Artikel 1 „Heilige Drei Könige (Epiphanias)“ unter den landesweiten gesetzlichen Feiertagen, gleich nach Neujahr. Damit gilt an diesem Tag der Schutz der Sonn- und Feiertage, den das Gesetz schon im Titel trägt.

Bayern teilt diesen Feiertag mit Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und allen übrigen Ländern ist der 6. Januar ein gewöhnlicher Werktag. Auch in Österreich ist der Tag gesetzlich frei. 2027 fällt Heilige Drei Könige auf einen Mittwoch, 6. Januar 2027. Alle Termine des Jahres stehen unter Feiertage in Bayern.

Wer waren die Heiligen Drei Könige?

Wer im Matthäusevangelium nach Königen sucht, sucht vergeblich. Dort ist von Sterndeutern aus dem Osten die Rede, griechisch mágoi, die einem Stern nach Jerusalem und weiter nach Betlehem folgen, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen. Wie viele es waren und wie sie hießen, sagt der Text nicht. Die Dreizahl leitete man aus den drei Gaben ab.

Als Könige dargestellt werden die Sterndeuter seit dem 6. Jahrhundert. Etwa aus dieser Zeit stammen auch erste Formen der Namen, die bis heute gelten: Caspar, Melchior und Balthasar. Das Salzburger Landesinstitut für Volkskunde übersetzt sie mit Schatzmeister, Gottesschutz und Lichtkönig.

Für den Kult im deutschen Sprachraum entscheidend war das Jahr 1164. Der Legende nach hatte die heilige Helena die Gebeine der Weisen gefunden und nach Konstantinopel gebracht, Ende des 4. Jahrhunderts kamen sie nach Mailand. Nachdem Friedrich Barbarossa Mailand unterworfen hatte, ließ sein Kanzler Rainald von Dassel die Reliquien nach Köln übertragen. Der Dreikönigsschrein im Kölner Dom löste Fernwallfahrten aus, die Könige wurden Patrone der Reisenden und Pilger. Drei Kronen als Wappen oder Gasthauszeichen erinnern nach Angaben des Salzburger Landesinstituts bis heute an den Weg der Reliquien.

Gold, Weihrauch und Myrrhe

Die Gaben nennt das Evangelium ausdrücklich: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gedeutet wurden sie im Lauf der Jahrhunderte immer wieder neu. Eine gängige Lesart sieht im Gold das Metall der Könige, im Weihrauch ein Zeichen der Verehrung und in der Myrrhe einen Hinweis auf Selbstdisziplin. In einem Brief für Kinder aus dem Erzbistum München und Freising wird Myrrhe als Medizin erklärt und die Gaben auf arme, traurige und kranke Kinder bezogen. Die Dreizahl der Geschenke wiederum wurde gern als Hinweis auf die Dreifaltigkeit verstanden.

Dreikönigswasser, Kreide und Weihrauch

Der wichtigste Hausbrauch des Tages beginnt in der Kirche. Im Gottesdienst am 6. Januar werden Wasser, Kreide und Weihrauch gesegnet. Das Dreikönigswasser erinnert an die Taufe Jesu, Kreide und Weihrauch an den Besuch der Weisen. Viele Pfarreien im Erzbistum München und Freising stellen Säckchen mit Kreide, Weihrauch und Kohle bereit, das Wasser kann man gegen eine Spende mitnehmen.

Zu Hause folgt eine kleine Feier: Man segnet die Räume mit dem Wasser, räuchert mit dem geweihten Weihrauch und schreibt mit der Kreide den Haussegen an den Türstock, für das neue Jahr 20*C+M+B+27. Die Buchstaben stehen für Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus, werden aber oft auch als Anfangsbuchstaben der drei Königsnamen gelesen. Das Räuchern knüpft an den alten Hausbrauch der Raunächte an, der unter Räuchern in den Rauhnächten ausführlich beschrieben ist.

Sternsinger am Dreikönigstag

Den Segen an die Tür schreiben in den meisten Orten nicht die Hausbewohner selbst, sondern Kinder in Königsgewändern. Die Sternsinger ziehen rund um den 6. Januar von Haus zu Haus, singen, sagen ihren Spruch auf und sammeln für Kinderprojekte weltweit. Wann sie wo unterwegs sind, wie die Aktion entstand und was C+M+B im Einzelnen bedeutet, steht auf der eigenen Seite zum Sternsingen.

Ende der Raunächte und Hochneujahr

Mit dem Dreikönigstag enden die Rauhnächte. Die Nacht vom 5. auf den 6. Januar gilt vielerorts als letzte und wichtigste von ihnen, 2027 ist das die Nacht von Dienstag auf Mittwoch. In Süddeutschland und im Alpenraum galt der 6. Januar im Volksbrauch außerdem als Hochneujahr, auch Großneujahr oder Oberster genannt. Die verbreitete Erklärung, der Tag sei einst offizieller Jahresbeginn gewesen, gilt inzwischen als zweifelhaft: Nach Angaben der Wikipedia ist keine Urkunde bekannt, die den 6. Januar im Heiligen Römischen Reich als amtlichen Neujahrstag nennt, und die frühesten Nennungen des Hochneujahrs reichen ins 14. Jahrhundert zurück.

Dreikönigsbräuche in Bayern

Neben Weihe und Sternsingen hat der Tag regionale Eigenheiten. In Franken gilt das Stärk' antrinken, wörtlich das Antrinken von Stärke, als beliebter Brauch rund um den 6. Januar; in Oberfranken trinkt man sich die Stärke am Vorabend oder am Abend des Dreikönigstags an. Weit über Bayern hinaus bekannt ist der Dreikönigskuchen, in den eine Bohne, eine Mandel oder eine Münze eingebacken wird. Wer sie findet, ist für einen Tag König. Den Bohnenkönig erwähnt schon 1534 der Theologe Sebastian Franck, und während des Wiener Kongresses wählte man bei Hof sogar einen.

In Bayern beginnt nach Dreikönig traditionell die Faschingszeit, und in der schwäbisch-alemannischen Fasnet gilt der 6. Januar als ihr Auftakt. Wie das in Altbayern, Franken und Schwaben heute aussieht, erklärt die Seite Fasching in Bayern.

Wann ist die Weihnachtszeit vorbei?

Liturgisch endet die Weihnachtszeit mit dem Fest der Taufe des Herrn am Sonntag nach Dreikönig. Im bayerischen Brauchtum hält sich eine ältere Grenze: Krippe und Christbaum bleiben vielerorts bis Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen. Wer nach dem Fest der Taufe des Herrn abschmückt, 2027 also ab dem 11. Januar, ist kirchlich auf der sicheren Seite, wer bis Lichtmess wartet, hat die Tradition hinter sich. Alle Bräuche des Monats stehen unter Januar im Jahreskreis.

Häufige Fragen

Ist der 6. Januar in Bayern ein Feiertag?

Ja. Das Bayerische Feiertagsgesetz zählt Heilige Drei Könige (Epiphanias) zu den gesetzlichen Feiertagen, die im ganzen Land gelten. Geschäfte bleiben geschlossen, es gilt der Schutz der Sonn- und Feiertage. 2027 fällt der 6. Januar auf einen Mittwoch.

In welchen Bundesländern ist der 6. Januar ein Feiertag?

In drei Bundesländern: Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. In allen anderen Ländern, also auch in Nordrhein-Westfalen und Hessen, ist der Dreikönigstag ein normaler Arbeitstag. In Österreich ist der 6. Januar ebenfalls gesetzlicher Feiertag.

Wie heißen die Heiligen Drei Könige?

Nach der Überlieferung Caspar, Melchior und Balthasar. In der Bibel stehen diese Namen nicht, sie setzten sich erst in späteren Jahrhunderten durch. Gedeutet werden sie gern so: Caspar als Schatzmeister, Melchior als Gottesschutz, Balthasar als Lichtkönig.

Was brachten die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind?

Gold, Weihrauch und Myrrhe, so steht es im Matthäusevangelium. Gold gilt als Metall der Könige, Weihrauch als Zeichen der Verehrung, Myrrhe galt als Arznei. Dass es drei Besucher waren, schloss man später aus der Zahl der Gaben.

Was ist Dreikönigswasser?

Weihwasser, das am 6. Januar im Gottesdienst gesegnet wird, zusammen mit Kreide und Weihrauch. Die Gläubigen nehmen es gegen eine Spende mit nach Hause, wo es für den Haussegen gebraucht wird. Es erinnert an die Taufe Jesu, die zu den Festinhalten von Epiphanias gehört.

Warum feiert man Heilige Drei Könige am 6. Januar?

Der 6. Januar ist ein sehr altes Datum für das Fest der Erscheinung des Herrn. In der Ostkirche entstand es spätestens im 2. Jahrhundert, im Westen wurde es nach gängiger Annahme erst ab dem 4. Jahrhundert gefeiert, nachdem dort Weihnachten am 25. Dezember eingeführt war. Im Westen trat dabei der Besuch der Sterndeuter in den Vordergrund.

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