Erlanger Bergkirchweih
Bergkirchweih Erlangen: 2027 vom 13. bis 24. Mai, seit 1755 an den Felsenkellern am Burgberg. Termin-Regel, Keller, Anstich, Bierbegräbnis und Liederdebatte.
Franken umfasst in Bayern die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken, die ab 1803 schrittweise bayerisch wurden. Die Region spricht Ostfränkisch und ist konfessionell gemischt, weil sich die Reformation hier stark ausbreitete. Typische Bräuche sind die Kerwa mit Kirchweihbaum, die Osterbrunnen der Fränkischen Schweiz, die Lindenkirchweih in Limmersdorf und die Fastnacht in Franken.
In Franken wird die Frage, ob man Bayer sei, gern mit einer Gegenfrage beantwortet. Das hat Gründe. Die Region war jahrhundertelang ein Flickenteppich aus Fürstbistümern, Reichsstädten, Markgrafschaften und Rittergütern und wurde erst unter Napoleon bayerisch. Ihr Brauchtum hat diese Vielfalt bewahrt und sieht oft ganz anders aus als das altbayerische.
Franken ist ein Kulturraum mit rund fünf Millionen Einwohnern, dessen Grenzen nirgends amtlich festgelegt sind. Am ehesten deckt er sich mit dem Gebiet der ostfränkischen Mundarten. Der größte Teil liegt in Bayern, in den Regierungsbezirken Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken, kleinere Teile in Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen.
Bayerisch wurde Franken in Etappen. Ab 1803 kamen unter napoleonischem Druck geistliche Herrschaften und Reichsstädte durch Säkularisation und Mediatisierung, 1806 folgten Nürnberg und das zuvor preußische Ansbach, 1810 Bayreuth, 1814 nach dem Wiener Kongress Würzburg und Aschaffenburg. Die heutigen Bezirksnamen gibt es seit 1838. Vorher hatte der Fränkische Reichskreis von 1512 bis 1806 einen gemeinsamen Rahmen gebildet.
Wichtig für das Verständnis des Brauchtums ist die Reformation. Sie breitete sich in Franken weit aus, viele Reichsstädte und Reichsritter wurden evangelisch, andere Gebiete kehrten in der Gegenreformation zum Katholizismus zurück. Franken ist deshalb bis heute konfessionell gemischt, und das zeigt sich bis in den Feiertagskalender, etwa bei Mariä Himmelfahrt, das nur in überwiegend katholischen Gemeinden gesetzlicher Feiertag ist.
Ostfränkisch ist für bairische Ohren sofort erkennbar. Die harten Konsonanten sind fast überall weich geworden, t klingt wie d, k wie g, p wie b. Zwischen Vokalen wird aus dem g gern ein ch und aus dem b ein w, Vochel statt Vogel und Gawel statt Gabel, und aus dem Bruder wird ein Brurer. Dazu kommt das rollende Zungenspitzen-R. Vom Bairischen trennt das Fränkische unter anderem das ihr und euch, wo der Altbayer ees und enk sagt. Fachleute unterscheiden Unterostfränkisch etwa um Würzburg, Schweinfurt und Coburg, Oberostfränkisch in weiten Teilen Ober- und Mittelfrankens und Südostfränkisch im Westen Mittelfrankens. Um Nürnberg liegt eine breite Übergangszone mit vielen bairischen Wörtern.
Das fränkische Fest schlechthin ist die Kerwa. Anders als in Altbayern, wo viele Orte am dritten Oktobersonntag feiern, verteilt sie sich in Franken von April bis Oktober über die Dörfer und dauert meist von Donnerstag bis Montag. Am Samstag wird der Kirchweihbaum aufgestellt, organisiert wird das Fest meist von den Kirchweihburschen. Mehr dazu unter Kirchweih. Eine besondere Form ist die Lindenkirchweih in Limmersdorf, bei der auf einer Tanzlinde getanzt wird, die möglicherweise schon 1648 gepflanzt wurde. Das Fest ist seit 1729 belegt und steht seit 2014 im bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.
Im Frühjahr gehört Franken den Osterbrunnen. Der Brauch kommt aus der Fränkischen Schweiz, ist seit 1913 schriftlich belegt und hat sich seit den 1980er-Jahren weit über Franken hinaus verbreitet. Im Winter ist Fastnacht in Franken, bekannt vor allem durch die Fernsehsitzung aus Veitshöchheim, die der BR seit 1987 überträgt. An Martini kommt hier der Pelzmärtel, eine dem heiligen Martin gleichgesetzte Figur, und am Karfreitag zieht in Lohr am Main eine bekannte Prozession durch die Stadt.
Auch beim Immateriellen Kulturerbe ist Franken gut vertreten: Ins bayerische Landesverzeichnis kamen 2022 etwa die Mainfähren und das Coburger Friedensdankfest in Meeder, ins bundesweite Verzeichnis 2025 das Goldschlägerhandwerk in Schwabach. Und eine der berühmtesten Wetterquellen überhaupt stammt von hier: Der Hundertjährige Kalender geht auf Mauritius Knauer zurück, Abt des oberfränkischen Klosters Langheim, der um 1652 bis 1658 das Wetter beobachtete. In der Rhön feiert Ginolfs einen Weideabtrieb nach Art der Almabtriebe.
Wer sich für die Familienfeste interessiert: Die regionalen Formen sind unter Hochzeitsbräuche in Bayern gesammelt, das Übrige unter Bräuche im Lebenslauf.
Bergkirchweih Erlangen: 2027 vom 13. bis 24. Mai, seit 1755 an den Felsenkellern am Burgberg. Termin-Regel, Keller, Anstich, Bierbegräbnis und Liederdebatte.
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Der Hundertjährige Kalender stammt aus Kloster Langheim in Oberfranken. Wer ihn schrieb, wie der Planetenzyklus funktioniert und was er wirklich vorhersagt.
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Am bekanntesten sind die Kerwa, die in vielen Dörfern zwischen April und Oktober meist von Donnerstag bis Montag gefeiert wird, und die Osterbrunnen der Fränkischen Schweiz. Dazu kommen Besonderheiten wie die Lindenkirchweih in Limmersdorf mit ihrer Tanzlinde, der Pelzmärtel als Martinsfigur und die Fernsehsitzung Fastnacht in Franken aus Veitshöchheim.
Fränkisch gehört zu den ostfränkischen Mundarten. Typisch ist, dass t wie d, k wie g und p wie b klingt, dazu kommen Formen wie Vochel für Vogel oder Brurer für Bruder und das rollende Zungenspitzen-R. Man unterscheidet Unterostfränkisch um Würzburg und Coburg, Oberostfränkisch in großen Teilen Ober- und Mittelfrankens und Südostfränkisch im Westen Mittelfrankens.
Schrittweise ab 1803. Zuerst kamen geistliche Gebiete und Reichsstädte durch Säkularisation und Mediatisierung, 1806 Nürnberg und Ansbach, 1810 Bayreuth und 1814 Würzburg und Aschaffenburg. Die Namen Ober-, Mittel- und Unterfranken tragen die Bezirke seit 1838.
Ja, Franken hat eigene Formen, die sich von den altbayerischen unterscheiden. Eine ausführliche Übersicht mit regionalen Formen steht auf der Seite zu den Hochzeitsbräuchen in Bayern.
Stand: 21. Oktober 2026.