Fasching in Bayern
Fasching in Bayern: alle Termine 2027 vom Unsinnigen Donnerstag bis Faschingsdienstag, Bräuche in Altbayern und Schwaben, Ferien und Feiertage.
FebruarFischessen am Aschermittwoch in Bayern: warum Fisch statt Fleisch, woher das Heringsessen kommt, was die Kirche vorschreibt und wann Aschermittwoch 2027 ist.
Am Aschermittwoch, 2027 am 10. Februar, beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern, und in ganz Bayern kommt traditionell Fisch statt Fleisch auf den Tisch. Grund ist das kirchliche Abstinenzgebot: Katholiken verzichten an diesem Tag auf Fleisch, Fisch ist ausgenommen. Am bekanntesten ist das Heringsessen in Wirtshäusern, Vereinen und Familien.
Am Faschingsdienstag um Mitternacht ist der Spuk vorbei, und am nächsten Mittag sitzen dieselben Leute, die eben noch als Piraten durchs Dorf gezogen sind, vor einem Teller mit saurem Hering. Das Fischessen am Aschermittwoch ist einer der wenigen Bräuche, die in ganz Bayern gleichermaßen gelten, in Altbayern wie in Franken und Schwaben. Es ist der kulinarische Schlussstrich unter den Fasching und der erste Schritt in die Fastenzeit.
Der Aschermittwoch eröffnet die Fastenzeit vor Ostern. Sie umfasst 40 Fastentage, gezählt ohne die Sonntage, weshalb sie 46 Kalendertage lang ist. Die Zahl 40 hat ein biblisches Vorbild: Jesus fastete der Überlieferung nach 40 Tage in der Wüste. Weil die Sonntage seit dem 5. Jahrhundert vom Fasten ausgenommen sind, rückte der Beginn auf einen Mittwoch vor.
Seinen Namen hat der Tag vom Aschenritus. Im Gottesdienst zeichnet der Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn, als Zeichen der Vergänglichkeit. Seit dem 12. Jahrhundert stammt diese Asche aus den verbrannten Palmbuschen und Palmzweigen des Vorjahres, ein schöner Kreislauf durch das Kirchenjahr.
Aschermittwoch 2027 fällt auf den 10. Februar. Ostern ist 2027 am 28. März, die Fastenzeit dauert also vom 10. Februar bis Karsamstag, 27. März 2027.
Hinter dem Fischessen steht eine klare kirchliche Regel. Nach dem katholischen Kirchenrecht sind Aschermittwoch und Karfreitag Fast- und Abstinenztage. Abstinenz heißt: kein Fleisch. Fasten heißt: nur eine sättigende Mahlzeit am Tag, kleinere Mahlzeiten ohne sättigende Wirkung sind erlaubt. Die Abstinenz gilt ab dem vollendeten 14. Lebensjahr, das Fasten vom vollendeten 18. bis zum vollendeten 60. Lebensjahr.
Fisch und Meeresfrüchte zählen dabei nicht als Fleisch. So wurde der Fisch zur Fastenspeise schlechthin. Bemerkenswert: Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Abstinenz nicht auf Fisch ausgedehnt, verlangt aber auch nicht, dass man ihn isst. Streng genommen ist die Regel vegetarisch. Dass sich trotzdem der Fisch durchgesetzt hat, ist eine Frage von Gewohnheit, Angebot und Appetit.
Früher war der Kalender viel strenger. Abstinenz galt an allen Freitagen der Fastenzeit, am Karsamstag bis Mittag und an den Quatemberfreitagen, an manchen Tagen war nur eine einzige volle Mahlzeit erlaubt. Heute sind die strengen Tage auf Aschermittwoch und Karfreitag geschrumpft.
Der Hering hat sich nicht aus Feinschmeckerei durchgesetzt. Er war billig, als Salz- oder Sauerhering lange haltbar und auch weit weg vom Meer zu bekommen, er galt als Kost der armen Leute. Das machte ihn zum idealen Fastenfisch für ein Binnenland wie Bayern, in dem frischer Seefisch früher ein Luxus war.
Gegessen wird er bis heute in vielen Varianten: sauer eingelegt, als Rollmops, in Sahne mit Apfel, Gurke und Zwiebel, dazu Pellkartoffeln. Der Rollmops gilt nebenbei als bewährtes Katerfrühstück, was am Morgen nach dem Faschingsdienstag kein Nachteil ist.
Das Heringsessen, in Österreich und an der Grenze auch Heringsschmaus genannt, findet in Wirtshäusern, Pfarrheimen und Vereinsheimen statt. Für viele ist es der Moment, in dem sich die Narren des Vorabends wieder in ordentliche Bürger zurückverwandeln. Auch in Franken, wo die Fastnacht besonders vereinsstark ist, wird das Heringsessen als alljährlicher Brauch gepflegt.
In Bayern steht neben dem Hering auch der Steckerlfisch auf vielen Karten, also Fisch, der am Holzspieß über der Glut gegrillt wird. Der Hering bleibt aber die Leitfigur, schon weil er so gut zum Kater passt.
Das Abstinenzgebot ist eine katholische Regel. Die evangelischen Kirchen kennen keine Vorschrift, am Aschermittwoch oder Karfreitag Fisch zu essen. Manche evangelische Familien verzichten trotzdem auf Fleisch, als persönlichen Ausdruck ihres Glaubens.
Zur katholischen Fastenpraxis gehört außerdem das Fastenopfer: eine Spende für Hungernde und Bedürftige am Ende der Fastenzeit, bemessen nach den eigenen Möglichkeiten. Der Verzicht soll also nicht nur dem eigenen Seelenheil dienen, sondern auch anderen etwas bringen. Wer heute fastet, verzichtet übrigens oft gar nicht mehr auf Fleisch, sondern auf Zucker, Alkohol, Social Media oder das Auto, und das häufig auch ganz ohne religiöse Motive.
Das Fischessen ist nicht der einzige Aschermittwochsbrauch in Bayern.
Die Fastenzeit war in Bayern nie ganz so trocken, wie es klingt. Nach der gern erzählten Begründung bricht Flüssiges das Fasten nicht, und so brauten die Paulanermönche in München ein besonders kräftiges Bier. Daraus wurde die Starkbierzeit, die in die Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern fällt. Wer die Wochen vor Ostern im Überblick sucht, findet die Bräuche im Februar und im März, den Fasching davor auf der Seite Fasching in Bayern.
Der Aschermittwoch ist gewissermaßen der große Bruder eines viel häufigeren Fischtags: des Freitags. Der Freitag erinnert an den Karfreitag, den Todestag Jesu, und Schon seit den Anfängen des Christentums war es üblich, an diesem Wochentag zu fasten. Heute verlangt die Kirche an allen Freitagen des Jahres ein Bußopfer, das nicht mehr zwingend der Fleischverzicht sein muss. Der Fisch am Freitag ist trotzdem geblieben, in Kantinen wie in Familien.
Nach katholischem Kirchenrecht ist der Aschermittwoch ein Fast- und Abstinenztag: Wer das 14. Lebensjahr vollendet hat, verzichtet auf Fleisch. Fasten im engeren Sinn, also nur eine sättigende Mahlzeit am Tag, gilt für Erwachsene vom vollendeten 18. bis zum vollendeten 60. Lebensjahr. Staatlich verboten ist Fleisch natürlich nicht, es handelt sich um eine religiöse Regel.
Das kirchliche Abstinenzgebot verbietet Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte fallen nicht darunter. Hering war früher billig, gut haltbar und überall zu bekommen, deshalb wurde er zur klassischen Fastenspeise. Dass gerade Fisch gegessen werden muss, schreibt die Kirche aber nicht vor; die Regel ist eigentlich vegetarisch gemeint.
Klassisch ist der Hering, sauer eingelegt, als Rollmops oder in Sahne mit Apfel und Zwiebel, dazu Pellkartoffeln. In Bayern steht außerdem gern Steckerlfisch auf der Karte. Welcher Fisch es wird, ist Geschmack und Regionalgewohnheit.
Der Freitag erinnert an den Karfreitag, den Todestag Jesu. Katholiken sollen an jedem Freitag des Jahres ein Bußopfer bringen, traditionell den Verzicht auf Fleisch. So wurde der Freitag zum Fischtag, auch in Kantinen, die mit Kirche wenig zu tun haben.
Nein, der Aschermittwoch ist kein gesetzlicher Feiertag. Das Bayerische Feiertagsgesetz führt ihn aber als stillen Tag: Von 2 Uhr bis 24 Uhr sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur erlaubt, wenn sie den ernsten Charakter des Tages wahren.
Fasching in Bayern: alle Termine 2027 vom Unsinnigen Donnerstag bis Faschingsdienstag, Bräuche in Altbayern und Schwaben, Ferien und Feiertage.
FebruarFastnacht in Franken: wie die Prunksitzung aus Veitshöchheim entstand, was fränkische Fastnacht ausmacht und wo die großen Umzüge in Franken ziehen.
FebruarStarkbierzeit in Bayern: wie die Paulanermönche das Fastenbier Salvator erfanden, was beim Derblecken am Nockherberg passiert und die Starkbierfeste 2027.
MärzPalmbuschen binden in Bayern: welche Zweige hineingehören, was am Palmsonntag geschieht, woher der Palmesel kommt und was mit dem alten Buschen passiert.
MärzStand: 21. Oktober 2026. Redaktion Brauchtum in Bayern, Chinesischer Turm e.V. Hinweise und Korrekturen an servus@brauchtum-in-bayern.de.