Fastnacht in Franken
Fastnacht in Franken: wie die Prunksitzung aus Veitshöchheim entstand, was fränkische Fastnacht ausmacht und wo die großen Umzüge in Franken ziehen.
FebruarFasching in Bayern: alle Termine 2027 vom Unsinnigen Donnerstag bis Faschingsdienstag, Bräuche in Altbayern und Schwaben, Ferien und Feiertage.
Fasching heißt in Altbayern und weiten Teilen Schwabens die Zeit vor der Fastenzeit, die am Aschermittwoch endet. Die heißen Tage beginnen 2027 mit dem Unsinnigen Donnerstag am 4. Februar und enden mit dem Faschingsdienstag am 9. Februar 2027. Gefeiert wird bayernweit mit Bällen, Umzügen und Maskenbräuchen, in Schwaben oft als schwäbisch-alemannische Fasnet.
Wer im Februar durch ein oberbayerisches Dorf fährt, kann am selben Tag einem Gardetanz in der Turnhalle, einem Maskenzug mit geschnitzten Holzlarven und einem Wirtshaus voller Cowboys begegnen. Fasching in Bayern ist kein einheitliches Fest, sondern ein Flickenteppich aus drei Traditionen: dem altbayerischen Fasching, der schwäbisch-alemannischen Fasnet und der fränkischen Fastnacht. Gemeinsam ist allen nur das Ende: Am Aschermittwoch ist Schluss.
Fasching ist ohne die Fastenzeit nicht zu verstehen. Der Brauch richtet sich nach dem Ostertermin und endet, wenn die 40 Tage vor Ostern beginnen. Das bayerische Wissenschaftsministerium beschreibt Fasching, Fastnacht und Karneval in seinem Vorschlag für das Bundesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes deshalb als Brauchkomplex mit christlicher Prägung, dessen Ausdrucksformen von Ort zu Ort sehr verschieden sind.
Auch das Wort selbst erzählt davon. Fasching geht auf mittelhochdeutsch vast-schank zurück, das im Mittelalter den Ausschank von Bier und Wein rund um die Fastenzeit bezeichnete. Fastnacht dagegen setzt sich aus althochdeutsch fasta (Fastenzeit) und naht (Vorabend) zusammen. Ursprünglich war damit also nur der letzte Abend vor dem Fasten gemeint, heute die ganze närrische Woche.
Gern wird erzählt, der Fasching treibe auf heidnische Weise den Winter aus. Diese Deutung ist verbreitet, für Bayern aber nicht sauber belegt. Gesichert ist nur die Bindung an den christlichen Festkalender.
Die Faschingszeit im weiten Sinn beginnt in Bayern traditionell nach dem Dreikönigstag am 6. Januar. Genau in diesem Fenster tanzen etwa die Schäffler, deren Saison vom Dreikönigstag bis zum Faschingsdienstag reicht. Viele Vereine feiern zusätzlich den 11. November als Auftakt. Die heiße Phase sind aber die letzten sechs Tage.
| Tag | Datum 2027 |
|---|---|
| Unsinniger Donnerstag | Donnerstag, 4. Februar 2027 |
| Faschingssamstag | Samstag, 6. Februar 2027 |
| Faschingssonntag | Sonntag, 7. Februar 2027 |
| Rosenmontag | Montag, 8. Februar 2027 |
| Faschingsdienstag | Dienstag, 9. Februar 2027 |
| Aschermittwoch | Mittwoch, 10. Februar 2027 |
Die Rechnung ist einfach: Ostern fällt 2027 auf den 28. März, der Aschermittwoch liegt 46 Tage davor. Weil Ostern 2027 früh liegt, ist auch der Fasching kurz. Wer ein Jahr später plant: Der Faschingsdienstag 2028 fällt auf den 29. Februar.
Die bayerischen Schulen haben 2027 vom 8. bis 12. Februar frei. Offiziell heißen diese Tage Frühjahrs- oder Winterferien, im Sprachgebrauch sind es die Faschingsferien. Gesetzliche Feiertage sind die Faschingstage dagegen nicht: Artikel 1 des Bayerischen Feiertagsgesetzes nennt weder Rosenmontag noch Faschingsdienstag. Dass am Dienstagnachmittag in manchem Rathaus das Licht ausgeht, ist Gewohnheit, kein Recht. Der Aschermittwoch ist kein Feiertag, steht aber im Gesetz als stiller Tag, an dem öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen ab 2 Uhr nachts nur erlaubt sind, wenn sie den ernsten Charakter des Tages wahren.
Der Donnerstag vor dem Faschingssonntag heißt in Bayern, Tirol und Südtirol meist Unsinniger Donnerstag, mancherorts auch Lumpiger Donnerstag. In Bayerisch-Schwaben hört man Gumpiger (von schwäbisch gumpen, hüpfen, Späße machen) oder Glumpader Duuschde. Weil er in die Schulzeit fällt, ist er seit jeher der Tag, an dem Schüler ihren Lehrern Streiche spielen.
Aus dem Rheinland ist die Weiberfastnacht zugewandert, die auf denselben Donnerstag fällt. Ihr Ursprung wird nach Beuel bei Bonn verlegt, wo Wäscherinnen im 19. Jahrhundert ein eigenes Damenkomitee gründeten. Das Abschneiden von Krawatten kam erst nach 1945 auf. In Bayern laufen heute viele Partys unter dem Doppelnamen „Unsinniger Donnerstag und Weiberfasching“, der alte bayerische Name hat sich aber gehalten.
Im altbayerischen Fasching dominieren Ball und Saal. Faschingsgesellschaften mit Prinzenpaar und Garde, Feuerwehrbälle und Kinderfasching prägen den Kalender von Januar an. Auf der Straße ist es vergleichsweise ruhig, bis am letzten Wochenende die Faschingsumzüge durch die Ortskerne ziehen.
Eine ganz eigene Welt ist die Werdenfelser Fasnacht in Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Farchant, Wallgau und Krün. Dort ziehen die Maschkera durch die Wirtshäuser, Männer mit geschnitzten Holzmasken, den Larven. Sie verstellen ihre Stimme und raunzen statt zu reden, damit niemand sie erkennt. Manche Larven sind bis zu 300 Jahre alt. Auf venezianische Einflüsse wird gern verwiesen: Ende des 15. Jahrhunderts verlegten venezianische Kaufleute den Bozner Markt für fast 200 Jahre nach Mittenwald.
In München gehören zwei Bräuche fest zum Faschingsende. Am Faschingsdienstag tanzen die Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt, ein Brauch, der vor über hundert Jahren zwischen den Ständen begann und seit 1987 auf einer Bühne am Biergarten stattfindet. Wer tiefer in den Münchner Fasching mit Marktfrauen, Damischem Ritter und Straßenfasching einsteigen möchte, findet alles beim Schwesterprojekt Fasching in München. Alle sieben Jahre kommt außerdem der Schäfflertanz dazu, und mit dem Metzgersprung kennt München einen weiteren Zunftbrauch, der in die Faschingszeit fiel.
Westlich des Lechs ändert sich der Ton. Im Allgäu und am Bodensee wird schwäbisch-alemannische Fasnet gefeiert, mit Narrenzünften, Häs und Holzmaske. Typisch sind Hexen, Weißnarren mit bemaltem Gewand und Flecklesnarren in Kostümen aus tausenden Stoffstücken. Die meisten Narrenfiguren im Allgäu sind jünger als ihr Ruf: Gründungswellen gab es nach der Gründung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte 1924, nach dem Zweiten Weltkrieg und erneut ab den 1990er-Jahren.
Zum Ablauf gehören der Narrensprung, also der große Umzug, das Setzen eines Narrenbaums und oft ein Hemadglonker-Umzug im weißen Nachthemd. Am Ende wird die Fasnet verbrannt oder ersäuft. Lindau richtete 2026 ein Landschaftstreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte mit rund 40 Zünften und Kapellen aus. In Memmingen ziehen am Faschingssonntag Hexen, Guggenmusiken und Wagen durch die Altstadt, getragen von der Narrenzunft Stadtbachhexen.
Im Norden heißt das Fest Fastnacht, und dort hat es eine eigene Bühne, im wörtlichen Sinn: Die Fernsehsitzung aus Veitshöchheim kennt man weit über Franken hinaus. Die Besonderheiten der fränkischen Narretei, vom Fastnacht-Verband bis zum Würzburger Umzug, beschreibt die Seite Fastnacht in Franken. Einen Überblick über die Regionalkultur bietet Franken.
Umzüge sind der sichtbarste Teil des Faschings. Die großen Züge liegen fast immer am Faschingssonntag oder Faschingsdienstag, kleinere Gaudiwürmer verteilen sich über die Wochen davor. Typisch sind geschmückte Wagen, die das Lokalgeschehen aufs Korn nehmen, Musikkapellen und Garden. Termine veröffentlichen die Gemeinden und Faschingsvereine meist erst im Januar. Wer plant, schaut in den Februar-Kalender oder in die Termine.
Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, und Bayern hat dafür eigene Übergangsrituale. Das Fischessen am Aschermittwoch ist der kulinarische Schlussstrich, in den Wochen bis Ostern lockt die Starkbierzeit mit ihrem flüssigen Gegenentwurf zum Fasten. Ganz ernst nimmt man den Verzicht also auch hier nicht.
Der Unsinnige Donnerstag fällt 2027 auf den 4. Februar, der Faschingssonntag auf den 7. Februar, der Rosenmontag auf den 8. Februar und der Faschingsdienstag auf den 9. Februar. Am Aschermittwoch, dem 10. Februar 2027, ist der Fasching vorbei. Alle Daten hängen am Ostertermin, der 2027 auf den 28. März fällt.
Nein. Das Bayerische Feiertagsgesetz kennt weder Rosenmontag noch Faschingsdienstag als gesetzlichen Feiertag. Viele Betriebe und Behörden schließen am Faschingsdienstag früher, das ist aber freiwillig oder eine Regelung des Arbeitgebers. Der Aschermittwoch ist in Bayern kein Feiertag, wohl aber ein stiller Tag.
Die bayerischen Schulen haben 2027 vom 8. bis 12. Februar frei, also in der Woche von Rosenmontag bis Freitag nach Aschermittwoch. Offiziell heißen sie Frühjahrs- oder Winterferien, im Alltag sagt jeder Faschingsferien.
In Altbayern sagt man Fasching, in Franken eher Fastnacht oder Fasenacht, in Schwaben und im Allgäu Fasnet oder Fasnacht. Karneval ist das Wort des Rheinlands und in Bayern kaum gebräuchlich.
So heißt in Bayern der Donnerstag vor dem Faschingssonntag, im Rheinland als Weiberfastnacht bekannt. Er eröffnet die letzten tollen Tage, in Schulen ist er traditionell ein Tag für Streiche. In Bayerisch-Schwaben heißt er auch Gumpiger oder Glumpader Donnerstag.
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