Brauchtum in BayernBräuche, belegt erzählt
Jahreskreis

Brauchtumskalender Bayern: das Jahr in Bräuchen

Der bayerische Brauchtumskalender folgt im Kern dem Kirchenjahr, das mit dem ersten Advent beginnt und mit dem Christkönigssonntag endet. Dazu kommen die Lostage und Zinstermine des bäuerlichen Jahres, etwa Lichtmess am 2. Februar oder Martini am 11. November. Die Monatsseiten zeigen, welche Bräuche, Feiertage und Bauernregeln jeden Monat in Bayern prägen.

Wer früher auf einem bayerischen Hof lebte, brauchte keinen Wandkalender. Das Jahr hatte Haltepunkte, an denen sich alles ausrichtete: An Lichtmess bekamen Knechte und Mägde ihren Lohn und konnten den Dienstherrn wechseln, an Michaeli wurden Pacht und Zins fällig, und an Martini war das bäuerliche Wirtschaftsjahr zu Ende. Dazwischen lagen die Feste der Kirche, die den Takt für fast alles andere vorgaben.

Wie funktioniert der bayerische Brauchtumskalender?

Der Brauchtumskalender hat zwei Schichten. Die erste ist das Kirchenjahr. Es beginnt mit dem ersten Advent und gliedert sich in den Weihnachtsfestkreis, den Osterfestkreis und die Zeit im Jahreskreis. Feste wie Weihnachten oder Allerheiligen haben ein festes Datum, alles, was an Ostern hängt, wandert dagegen. 2027 fällt Ostern auf den 28. März, also früh, und damit rücken auch Fasching, Palmsonntag und Pfingsten nach vorn.

Die zweite Schicht ist das bäuerliche Jahr mit seinen Lostagen. Das sind Heiligentage, deren Wetter nach altem Volksglauben etwas über die kommenden Wochen oder die Ernte verrät. Was davon meteorologisch haltbar ist und was nicht, erklärt die Seite zu den Bauernregeln. Für den Kalender sind sie trotzdem wichtig, weil an ihnen Arbeit, Lohn und Feste festgemacht waren.

Welche Bräuche gehören zu welcher Jahreszeit?

Grob lässt sich das Jahr so lesen:

  • Winter: Die dunkle Zeit vom Advent bis Dreikönig ist die dichteste des Jahres, mit Klöpfelnächten, Nikolaus und Krampus, den Rauhnächten und den Sternsingern. Danach beginnt der Fasching.
  • Frühjahr: Fastenzeit und Starkbier, dann die Karwoche mit Palmbuschen und Ratschen, Ostern mit Osterfeuer und Osterbrunnen, schließlich der Maibaum.
  • Sommer: Pfingstritte, Fronleichnamsprozessionen, Sonnwendfeuer und der Almsommer, dazu in Franken die Hochsaison der Kerwa.
  • Herbst: Almabtrieb und Viehscheid, Erntedank, die Kirchweih, Allerheiligen, Leonhardi und Martini, bis Kathrein den Tanz einstellt und der Advent beginnt.

Wie nutzt man die Monatsseiten?

Für jeden Monat gibt es eine eigene Seite, vom Januar bis zum Dezember. Sie erzählt, was den Monat prägt, nennt die Feiertage, die wichtigsten Lostage und Bauernregeln und verlinkt alle Bräuche, die in diesen Wochen ihren Platz haben. Konkrete Veranstaltungstermine stehen im Terminkalender, die gesetzlichen Feiertage mit Datum unter Feiertage in Bayern.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wann beginnt das Kirchenjahr?

Das katholische und das evangelische Kirchenjahr beginnen mit dem ersten Adventssonntag, 2026 also am 29. November. Es endet katholisch mit dem Christkönigssonntag, evangelisch mit dem Ewigkeitssonntag, jeweils am Sonntag vor dem ersten Advent.

Welche Festkreise hat das Kirchenjahr?

Man unterscheidet den Weihnachtsfestkreis vom Advent bis zur Taufe des Herrn, den Osterfestkreis von der Fastenzeit über Ostern bis Pfingsten und die übrige Zeit im Jahreskreis. Weil Ostern auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt, wandern alle davon abhängigen Feste und Bräuche von Jahr zu Jahr.

Welche Feste gibt es in Bayern im Jahreslauf?

Zu den großen Festen zählen Dreikönig, Fasching, Ostern, der 1. Mai mit dem Maibaum, Fronleichnam, die Kirchweih im Herbst, Allerheiligen, Martini und die Adventszeit. Dazwischen liegen viele regionale Termine wie Leonhardifahrten, Almabtrieb und Viehscheid oder die fränkischen Osterbrunnen.