Almabtrieb in Bayern
Almabtrieb in Bayern: warum das Vieh im Herbst geschmückt von der Alm kommt, was Aufkranzen und Fuikl bedeuten, wann Almabtriebe sind und wo man sie erlebt.
Im September kehrt in Bayern das Vieh von den Almen zurück: Zwischen Mitte September und Mitte Oktober finden die Almabtriebe statt, im Allgäu die Viehscheide. Am 8. September ist der kleine Frauentag, am 29. September Michaeli, früher ein Termin für Pacht, Zins und Dienstbotenwechsel. Mit Michaeli begann nach altem Brauch die Arbeit bei Kunstlicht.
Wenn eine Kranzkuh mit Spiegeln, Glocken und einem Kopfschmuck aus Zweigen und Bändern ins Dorf zieht, weiß man in den bayerischen Bergen: Der Sommer ist vorbei, und er ist gut ausgegangen. Geschmückt wird nämlich nur, wenn auf der Alm niemand ums Leben gekommen ist, weder Mensch noch Tier. Der September ist der Monat dieser Heimkehr.
Zwischen Mitte September und Mitte Oktober, je nach Höhenlage und Witterung, kehren die Herden ins Tal zurück. Fast überall heißt das Almabtrieb, im Allgäu Viehscheid. Der Unterschied ist mehr als ein Wort: Beim Viehscheid werden die Tiere einer Gemeinschaftsalpe nach dem Abtrieb aufgeteilt und ihren Besitzern zurückgegeben. Seit etwa der Jahrtausendwende gibt es solche Feste sogar außerhalb der Alpen, etwa den Weideabtrieb in Ginolfs in der bayerischen Rhön.
Am 8. September ist der kleine Frauentag, das Fest Mariä Geburt. Er bildet das Gegenstück zum großen Frauentag, Mariä Himmelfahrt am 15. August. Zwischen beiden liegt der größte Teil des Frauendreißigers, der alten Zeit der Kräutersammler. Am Monatsende steht Michaeli, und kurz danach beginnt die Saison von Erntedank und Kirchweih.
Alle drei Jahre gehört der September in München auch dem Handwerk: Beim Metzgersprung springen frisch freigesprochene Metzgergesellen an einem Sonntag in den Fischbrunnen am Marienplatz, zuletzt am 14. September 2025. Für das Münchner Oktoberfest, das als Volksfest eher in die Stadtgeschichte als ins bäuerliche Brauchtum gehört, verweisen wir auf die Schwesterseite und ihren Beitrag zum Oktoberfest.
Die Bauernregeln im September sind weniger berühmt als die des Frühsommers, dafür ist der September reich an Terminen. Der Michaelistag am 29. September war im Bauernjahr ein Stichtag: Miete, Pacht und Zins wurden fällig, Knechte und Mägde wurden eingestellt, und es begann die Zeit der Arbeit bei Kunstlicht und der Spinnstuben, die bis Lichtmess dauerte. Nach einem alten Bauernglauben verriet der Inhalt von Galläpfeln, die man um Michaeli öffnete, wie fruchtbar das kommende Jahr wird. In Augsburg lebt der Tag im Turamichele-Fest fort.
Wie viele Herbstregeln ist auch dieser Glaube eher ein Blick auf das kommende Jahr als auf das Wetter der nächsten Tage. Die Einordnung aller Lostage steht unter Bauernregeln.
Keine. Der nächste gesetzliche Feiertag ist der 3. Oktober, alle Termine stehen unter Feiertage in Bayern. Weiter geht es im Oktober.
Alle überlieferten Bauernregeln für diesen Monat, jede mit Fundstelle, stehen gesammelt unter Bauernregeln im September.
Almabtrieb in Bayern: warum das Vieh im Herbst geschmückt von der Alm kommt, was Aufkranzen und Fuikl bedeuten, wann Almabtriebe sind und wo man sie erlebt.
Metzgersprung am Münchner Fischbrunnen: wie Metzgerlehrlinge freigesprochen werden, woher der Brauch kommt, der Dreijahresturnus und der Sprung in Salzburg.
Viehscheid im Allgäu: was am Scheidplatz passiert, warum das Kranzrind nur nach einem guten Sommer geschmückt wird und welche Termine 2027 schon feststehen.
Freitag, 10. September 2027. Oberstdorf-Schöllang, Viehscheidplatz am südlichen Ortseingang, Landkreis Oberallgäu. Quelle: Veranstalter. Zum Brauch: Viehscheid im Allgäu
Montag, 13. September 2027. Oberstdorf, Scheidplatz beim Nordic Zentrum im Ried, Landkreis Oberallgäu. Quelle: Veranstalter. Zum Brauch: Viehscheid im Allgäu
Samstag, 18. September 2027. Krün, Dorfmitte, Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Quelle: Veranstalter. Zum Brauch: Almabtrieb in Bayern
Je nach Höhenlage und Wetter zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Die Herde wird nur dann festlich geschmückt, wenn der Almsommer ohne tödliche Unfälle bei Mensch und Tier verlaufen ist. Die Termine legen die Almbauern und Gemeinden jedes Jahr fest.
Der Almabtrieb ist der Weg der Tiere von der Alm ins Tal. Viehscheid nennt man im Allgäu das, was danach kommt: Auf Gemeinschaftsalpen wird die Herde aufgeteilt, und jeder Besitzer bekommt seine Tiere zurück.
Der Michaelistag am 29. September war ein wichtiger Termin für Miet-, Pacht- und Zinszahlungen und, wie Lichtmess, für das Einstellen von Knechten und Mägden. Mit ihm begann die Spinnstubenzeit, die bis Lichtmess dauerte.