Brauchtum in BayernBräuche, belegt erzählt
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Der Oktober in Bayern

Der Oktober ist in Bayern der Monat von Erntedank und Kirchweih. Erntedank wird meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, 2026 am 4. Oktober, 2027 am 3. Oktober. In vielen altbayerischen Orten ist am dritten Oktobersonntag Kirchweih, 2026 am 18. Oktober, 2027 am 17. Oktober. Ein bekannter Lostag ist der Gallustag am 16. Oktober.

Der Kirta, wie die Kirchweih in Altbayern heißt, ist ein Fest, über das man nicht lange redet, man feiert ihn einfach. Dass dieses Fest bei so vielen Gemeinden auf denselben Oktobersonntag fällt, ist keine Laune der Natur, sondern ein Verwaltungsakt aus dem 19. Jahrhundert.

Was prägt den Oktober in Bayern?

Am Anfang steht Erntedank. Die Kirchen werden mit Getreide, Obst und Gemüse geschmückt, mancherorts mit einer geflochtenen Erntekrone, und die Gaben gehen danach oft an Bedürftige. Einen biblischen Anlass hat das Fest nicht, und einen einheitlichen Termin gab es nie. In Deutschland hat sich der erste Sonntag im Oktober durchgesetzt.

Die Kirchweih erinnert an den Weihetag der Kirche und wird seit dem Mittelalter gefeiert. Bis 1866 beging jedes altbayerische Dorf sie zu seinem eigenen Termin, dann führte die Obrigkeit, die das viele Feiern für übertrieben hielt, einen gemeinsamen Tag ein, den dritten Sonntag im Oktober. Durchgesetzt hat sich das nicht überall: Das Bistum Würzburg etwa feiert am zweiten Sonntag im November, und in Franken und der Oberpfalz liegt die Kerwa oder Kirwa ohnehin übers Sommerhalbjahr verteilt. Mit dem Oktober endet diese fränkische Kirchweihsaison.

In den Bergen ziehen die letzten Herden ins Tal, der Almabtrieb läuft je nach Lage bis Mitte Oktober. Und am Monatsende richten viele Familien schon die Gräber für Allerheiligen her, mit Gestecken und Kerzen. Um den 1. November finden vielerorts auch Allerheiligenmärkte statt, im Altmühltal mit den rautenförmigen Lebkuchen, die dort Spitzl heißen.

Welche Bauernregeln gelten im Oktober?

Die Bauernregeln für Oktober schauen auf den Winter. Der bekannteste Lostag ist der Gallustag am 16. Oktober, den sich Gallus mit der heiligen Hedwig teilt. Die beiden, so die Regel, bringen das Schneewetter. Statistische Prüfungen haben gezeigt, dass Bauernregeln vor allem dort zutreffen, wo sie entstanden sind, und dass es zu vielen Lostagen auch widersprüchliche Sprüche gibt.

Mehr zur Herkunft der Lostage und zu ihrer Treffsicherheit steht unter Bauernregeln.

Welche Feiertage liegen im Oktober?

Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist der einzige gesetzliche Feiertag im Oktober, 2027 fällt er auf einen Sonntag. Alle Termine stehen unter Feiertage in Bayern. Mit dem November beginnt dann die dunkle Jahreshälfte.

Alle überlieferten Bauernregeln für diesen Monat, jede mit Fundstelle, stehen gesammelt unter Bauernregeln im Oktober.

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Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Warum ist Kirchweih in Bayern im Oktober?

Ursprünglich feierte jedes Dorf am Jahrestag seiner Kirchweihe oder um das Patrozinium. Weil die Obrigkeit die vielen Feste und das Trinken dabei für übertrieben hielt, wurde 1866 in Altbayern ein gemeinsamer Termin eingeführt, der dritte Sonntag im Oktober. Nicht alle hielten sich daran, und in Franken wird die Kerwa bis heute über das ganze Sommerhalbjahr verteilt gefeiert.

Welche Bauernregel gilt für den Gallustag?

Der 16. Oktober ist der Gedenktag des heiligen Gallus und der heiligen Hedwig. Die Regel dazu lautet: „Hedwig und Sankt Gall' machen das Schneewetter all.“ Um diesen Tag rechnete man also mit dem ersten Schnee.

Wann ist Erntedank?

Einen einheitlichen Termin gab es nie. In Deutschland feiern die evangelischen Kirchen Erntedank meist am ersten Sonntag im Oktober, die katholische Bischofskonferenz hat diesen Termin 1972 empfohlen. 2027 fällt er auf den 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit.