Brauchtum in BayernBräuche, belegt erzählt
Jahreskreis

Der Juni in Bayern

Der Juni ist in Bayern der Monat der Sonnwend- und Johannisfeuer um den 21. und 24. Juni. Seine Bauernregeln gehören zu den bekanntesten überhaupt: Medardus am 8. Juni, Gervasius am 19. Juni und der Siebenschläfer am 27. Juni sollen das Sommerwetter vorhersagen, dazu kommt die Schafskälte Mitte Juni.

Im Juni brennen auf bayerischen Anhöhen die Feuer, und an den Stammtischen wird über das Wetter gestritten wie sonst nur über Fußball. Beides hängt zusammen. Der Juni ist der Monat der Sonnenwende, und er ist der Monat, in dem die Bauernregeln die größten Versprechen machen: Wie das Wetter an einem bestimmten Tag ist, so soll es wochenlang bleiben.

Was prägt den Juni in Bayern?

Um die Sommersonnenwende am 21. Juni und den Johannistag am 24. Juni werden die Sonnwendfeuer entzündet, meist am Vorabend. Johannisfeuer sind seit dem 12. Jahrhundert belegt, häufiger ab dem 14. Jahrhundert. Dass sie ältere vorchristliche Sonnwendfeuer abgelöst haben, wird oft angenommen, ist aber nur eine Vermutung. Das Datum selbst ist eine Rechnung: Johannes wurde nach dem Lukasevangelium sechs Monate vor Jesus geboren, und so landete sein Fest nahe der Sonnenwende.

Johanni war auch ein Arbeitstermin. Um diesen Tag endet die Spargel- und Rhabarberernte, weshalb er den Spitznamen Spargelsilvester trägt. In den Bergen ist der Almsommer in vollem Gang, das Vieh kommt erst im Herbst wieder ins Tal, wenn Almabtrieb und Viehscheid anstehen.

2026 lag Fronleichnam am 4. Juni, 2027 fällt es schon in den Mai. Dafür ist in Franken Kirchweihzeit: Die Kerwa zieht dort von April bis Oktober durch die Dörfer, meist von Donnerstag bis Montag.

Welche Bauernregeln gelten im Juni?

Der Juni hat gleich mehrere große Lostage.

  • Medardus, 8. Juni: Regnet es an diesem Tag, soll es 40 Tage nass bleiben.
  • Schafskälte, etwa 11. bis 20. Juni: Kein Lostag, sondern eine Wetterlage. Zwischen 1921 und 1990 trat sie in 73 Prozent der Jahre auf, in den letzten 30 Jahren nur noch in einem Drittel.
  • Gervasius, 19. Juni: Auch hier droht die Regel 40 Tage Regen an, wenn es am Gedenktag regnet.
  • Johanni, 24. Juni: Lostag, an dem nach altem Glauben Schwärme von Johanniskäfern stabiles, warmes Wetter ankündigen.
  • Siebenschläfer, 27. Juni: Wie das Wetter an diesem Tag ist, so soll es sieben Wochen bleiben.

Beim Siebenschläfer lohnt der zweite Blick. Weil die Regel älter ist als die Kalenderreform von 1582, liegt der eigentliche Stichtag heute um den 7. Juli. Für diese Zeit hat sie im Süden eine beachtliche Trefferquote, die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nennt für Südbayern rund 80 Prozent und spricht von einer eher regionalen Regel für den süddeutschen Raum. Mehr unter Bauernregeln.

Welche Feiertage liegen im Juni?

2027 keiner, denn Fronleichnam fällt in den Mai. Alle Termine stehen unter Feiertage in Bayern. Weiter geht es im Juli.

Alle überlieferten Bauernregeln für diesen Monat, jede mit Fundstelle, stehen gesammelt unter Bauernregeln im Juni.

3Bräuche im Juni
Kirchenjahr

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Fronleichnam in Bayern: was gefeiert wird, warum der Tag landesweit Feiertag ist, wie Prozessionen ablaufen und wo es Besonderes wie die Seeprozession gibt.

Juni
Lostag

Siebenschläfertag

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Juni
Sommer

Sonnwendfeuer und Johannifeuer

Sonnwendfeuer und Johannifeuer in Bayern: woher die Feuer zur Sommersonnenwende kommen, was Johanni am 24. Juni bedeutet und wo Bergfeuer in den Alpen brennen.

Juni
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welche Bauernregel gilt für den 19. Juni?

Der 19. Juni ist der Gedenktag der Heiligen Gervasius und Protasius. Die Regel dazu lautet: „Wenn's regnet auf Gervasius, es vierzig Tage regnen muss.“ Eine ähnliche Regel gibt es für Medardus am 8. Juni.

Stimmt die Siebenschläfer-Regel?

Für den 27. Juni selbst nicht. Durch die Kalenderreform von 1582 entspricht der alte Lostag heute etwa der ersten Juliwoche, und für diesen Zeitraum trifft die Regel in Süddeutschland nach statistischen Auswertungen in rund 60 bis 70 Prozent der Fälle zu, für Südbayern werden sogar rund 80 Prozent genannt. Grund ist die Lage des Jetstreams, die sich im Frühsommer oft für Wochen stabilisiert. Für Norddeutschland taugt die Regel kaum.

Wann ist die Schafskälte?

Die Schafskälte ist ein Kälterückfall zwischen dem 4. und 20. Juni, am häufigsten um den 11. Juni. Sie heißt so, weil die Schafe zu dieser Zeit schon geschoren sind. In den letzten 30 Jahren ist sie nur noch in etwa einem Drittel der Jahre eingetreten.