Freinacht
Freinacht in Bayern: Was in der Nacht zum 1. Mai Brauch ist, woher die Freinacht kommt, welche Streiche geduldet werden und wo die Grenze zur Straftat liegt.
Im April stehen in Franken noch die Osterbrunnen, die bis etwa zwei Wochen nach Ostern geschmückt bleiben. Um den Georgitag am 23. April finden vor allem im südöstlichen Oberbayern Georgiritte mit Pferdesegnung statt, am Markustag am 25. April Bittprozessionen. Der Monat endet mit dem Tanz in den Mai und der Freinacht.
Im April zeigt Bayern zwei Seiten von sich, die man selten zusammen sieht. In der Fränkischen Schweiz hängen noch tausende bemalte Eierschalen über den Dorfbrunnen, während im Chiemgau schon die Pferde für den Georgiritt gestriegelt werden. Dazwischen liegt ein Monat, in dem das bäuerliche Jahr endgültig wieder anläuft.
In den meisten Jahren ist der April der Ostermonat. 2026 lag Ostern am 5. April, 2027 rutscht es mit dem 28. März in den März. Was bleibt, sind die Osterbrunnen. Der Brauch stammt aus der Fränkischen Schweiz, schriftlich belegt ist er seit 1913 in Engelhardsberg bei Muggendorf, und neuere Forschung hält ihn für eine bewusste Neuschöpfung mit touristischem Hintergrund. Das tut seiner Beliebtheit keinen Abbruch: 2001 stand Bieberbach mit 11.108 handbemalten Eiern im Guinness-Buch. Alles dazu unter Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz.
Um den 23. April, den Georgitag, werden vielerorts Pferde und Reiter gesegnet. Die Georgiritte sind vor allem im südöstlichen Oberbayern verbreitet, oft an Kirchen, die dem heiligen Georg geweiht sind, und häufig am folgenden Sonntag. Eine Ausnahme ist Traunstein, wo der Ritt mit dem historischen Schwertertanz am Ostermontag stattfindet, belegt schon 1762 und 1785 und 1892 wiederbelebt. Zwei Tage nach Georgi ist der Markustag mit seinen Bittprozessionen über die Felder.
Gegen Ende des Monats wird es unruhig. In vielen Dörfern liegt der Maibaum schon bereit und wird bewacht, denn der Maibaumdiebstahl gehört zum Brauch dazu. Am 30. April folgt der Tanz in den Mai, und die Nacht auf den 1. Mai ist die Freinacht.
Die Bauernregeln im April handeln vom Nachwinter und von der Saat. Zwei Lostage sind besonders bekannt.
Wie bei fast allen Lostagen sind die Daten älter als die Gregorianische Kalenderreform, die viele Regeln aus dem Tritt gebracht hat. Die Einordnung aller Regeln steht unter Bauernregeln.
2026 lagen Karfreitag und Ostermontag im April, 2027 hat der April keinen gesetzlichen Feiertag. Die Übersicht steht unter Feiertage in Bayern, weiter geht es im Mai.
Alle überlieferten Bauernregeln für diesen Monat, jede mit Fundstelle, stehen gesammelt unter Bauernregeln im April.
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Tanz in den Mai in Bayern: was hinter der Nacht zum 1. Mai steckt, woher Walpurgisnacht und Freinacht kommen und wo man heute traditionell in den Mai tanzt.
Eine bekannte Regel zum 23. April lautet: „Des St. Georgs Pferd, das tritt den Hafer in d' Erd.“ Der Georgitag gilt als wichtiger Lostag, vor allem für die Frage, ob noch ein Nachwinter kommt.
Der Markustag am 25. April ist der Gedenktag des Evangelisten Markus. Traditionell ziehen an diesem Tag Bittprozessionen über die Felder. Eine der Regeln dazu lautet: „Vor dem Markustag sich der Bauer hüten mag.“
Die fränkischen Osterbrunnen werden ab Palmsonntag, traditionell erst ab Karsamstag, geschmückt und bleiben etwa zwei Wochen nach Ostern stehen. 2027 ist Ostern am 28. März, die Brunnen sind also bis etwa Mitte April zu sehen.