Bayerische Tracht
Bayerische Tracht erklärt: Geschichte von Lederhose und Dirndl, Gebirgstracht und Miesbacher Tracht, Trachtenvereine und der Unterschied zur Landhausmode.
Ganzjährig, besonders zu GauTracht, Volksmusik und Volkstanz bilden in Bayern einen eigenen Bereich des Brauchtums, der heute vor allem von Trachten-, Musik- und Heimatvereinen getragen wird. Der erste Gebirgstrachten-Erhaltungsverein entstand 1883 in Bayrischzell. Typische Tänze sind der Schuhplattler, der aus dem Ländler hervorging, und der Zwiefache mit seinem Taktwechsel, der seit 2016 Immaterielles Kulturerbe ist.
Es gibt in Bayern kaum eine Diskussion, die so zuverlässig hitzig wird wie die über das richtige Dirndl. Ist der Stoff zu glänzend, die Schürze zu kurz, die Schleife auf der falschen Seite? Hinter dem Streit steckt eine ernsthafte Frage: Was ist Tracht, und was ist Kostüm? Die Volkskunde hat darauf eine ziemlich klare Antwort, und sie ist weniger streng, als mancher Trachtenwart glaubt.
Die Forschung unterscheidet grob drei Dinge. Die historische Volkstracht war regionale Kleidung, die sich über Generationen entwickelt hat. Die erneuerte Tracht ist nach alten Bildern und Vorlagen wiederhergestellt worden, so wie sie heute Vereinsmitglieder bei Umzügen tragen. Und die Trachtenmode, also das Dirndl aus dem Kaufhaus und die Lederhose fürs Volksfest, übernimmt historische Schnitte, wechselt aber Stoffe, Farben und Muster nach der Saison. Viele ihrer Formen gehen auf Jagd- und Wanderkleidung zurück. Bei den Gebirgstrachten unterscheidet man heute sechs Typen, einer davon ist die Miesbacher Tracht. Ausführlich dazu: Bayerische Tracht.
Getragen wird die Tracht vor allem von den Vereinen. Am 25. August 1883 gründete der Lehrer Josef Vogl in Bayrischzell den ersten Gebirgstrachten-Erhaltungsverein, 1890 folgte in Bad Feilnbach mit dem Gauverband I der erste Dachverband. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zählte man in Bayern rund 500 Trachtenvereine mit etwa 45.000 Mitgliedern. Wie diese Vereine arbeiten, erklärt die Seite Trachtenverein.
Der berühmteste bayerische Tanz ist zugleich der am meisten missverstandene. Der Schuhplattler entstand aus dem Ländler und war ursprünglich ein freier Werbetanz, bei dem der Bursch um das Mädchen warb. Dass er schon im mittelalterlichen Ruodlieb vorkomme, ist eine Legende, ebenso die Erzählung von Karl Stieler, er ahme die Balz des Auerhahns nach. Erst ab 1883 formten die Trachtenvereine ihn zu einer einheitlichen Vorführung, die meist von Männergruppen getanzt wird.
Älter wirkt der Zwiefache, und er ist tatsächlich eigenwilliger. Er wechselt zwischen ungeradem und geradem Takt, meist zwischen Dreiviertel- und Zweivierteltakt, und die Paare wechseln dabei zwischen Walzer- und Dreherschritt. Verbreitet ist er vor allem in Niederbayern, der Holledau, der Oberpfalz und Mittelfranken. 2016 wurde er in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Zum Tanz gehört der Kalender. Vor dem Advent, der früher als geschlossene Zeit galt, lud man zum Kathreintanz, denn „Kathrein stellt den Tanz ein“.
Volksmusik ist in Bayern vor allem Musik für einen Anlass, zum Tanz, zur Hochzeit, im Wirtshaus. Ein eigener Fachbereich des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege kümmert sich um sie, mit Seminaren, Bläsertagen und einem Zertifizierungsprogramm für alle, die Volksmusik an Schulen weitergeben wollen. Was zur bayerischen Volksmusik gehört, von der Blasmusik bis zum Volkslied, steht unter Bayerische Volksmusik. Eine Sonderform ist das Gstanzl, ein improvisierter Spottvers, wie ihn der Hochzeitslader bei Bauernhochzeiten auf Brautpaar und Gäste singt.
Manches liegt zwischen Musik, Sport und Brauch. Das Goaßlschnalzen, das rhythmische Knallen mit der Peitsche, beschließt etwa die Tölzer Leonhardifahrt. Das Fingerhakeln ist inzwischen ein Wettkampf mit genormten Tischen und eigenen Meisterschaften. Und wer wissen will, wie man im Morgengrauen in Tracht tanzt, findet den Münchner Klassiker auf der Schwesterseite unter Kocherlball.
Bayerische Tracht erklärt: Geschichte von Lederhose und Dirndl, Gebirgstracht und Miesbacher Tracht, Trachtenvereine und der Unterschied zur Landhausmode.
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Ganzjährig; Höhepunkte bei KBayerischer Volkstanz von Landler, Zwiefacher und Dreher bis Polka und Boarischer: Takte, Figurentänze, offenes Tanzen und wo man bayerisch tanzen lernt.
Ganzjährig; Höhepunkte bei KBöllerschießen in Bayern: wann Böllerschützen krachen lassen, Handböller, Schaftböller und Standböller, Weihnachtsschützen und was die Erlaubnis voraussetzt.
Ganzjährig zu Festen; festeCharivari: was die Silberkette an der Lederhose ist, was Grandln, Fuchszähne und Münzen bedeuten, wie man sie trägt und was Katzenmusik damit zu tun hat.
Ganzjährig zur Tracht, besonFingerhakeln erklärt: Regeln am Hakeltisch, Gewichtsklassen, Alpenländische, Bayerische und Deutsche Meisterschaft, Herkunft und Verletzungsrisiko.
Meisterschaften von April biGebirgsschützen in Bayern: Geschichte seit der Landesdefension, Bund mit 48 Kompanien, Patronatstag zu Ehren der Patrona Bavariae, Tracht und Böllerschützen.
Ganzjährig; Patronatstag amGoaßlschnalzen in Bayern: Herkunft des Peitschenknallens der Fuhrleute, Bau der Goaßl, Schnalzen im Takt, Meisterschaft und Unterschied zum Aperschnalzen.
Ganzjährig bei Festen; LeonhImmaterielles Kulturerbe in Bayern: welche Bräuche im Landesverzeichnis stehen, was bundesweit und bei der UNESCO gelistet ist und wie man aufgenommen wird.
Bewerbungsrunden alle drei JKathreintanz: warum um den 25. November das letzte Tanzfest vor dem Advent steigt, was „Kathrein stellt den Tanz ein“ heißt, mit Münchner Kathreintanz 2026.
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JanuarSchuhplattler in Bayern: woher der Tanz kommt, wie Plattler, Burschenplattler und Holzhacker funktionieren, was beim Preisplatteln und Gaufest zählt.
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Ganzjährig; Höhepunkte sindDie Volkskunde unterscheidet die historische Volkstracht, die erneuerte Tracht, die nach alten Vorbildern rekonstruiert und etwa von Vereinsmitgliedern getragen wird, und die Trachtenmode. Trachtenmode wie Dirndl und Lederhose übernimmt historische Schnitte, wechselt aber Stoffe, Farben und Muster mit der Saison und geht häufig auf Jagd- und Wanderkleidung zurück.
Zu den bekanntesten gehören der Schuhplattler, der Ländler, aus dem er entstanden ist, und der Zwiefache, bei dem Walzer- und Dreherschritte im Wechsel von Dreiviertel- und Zweivierteltakt getanzt werden. Traditionell letzter Tanztermin vor dem Advent ist der Kathreintanz um den 25. November.
Der Lehrer Josef Vogl gründete am 25. August 1883 in Bayrischzell den ersten Gebirgstrachten-Erhaltungsverein. Als Vorläufer gilt die Miesbacher Gesellschaft Gemüthlichkeit von 1859. 1890 entstand in Bad Feilnbach mit dem Gauverband I der erste Dachverband.
Stand: 21. Oktober 2026.